Artikel 1
Was sollte
man über das Wellensittichgefieder wissen?
Zusammengestellt
von Hans - Jürgen H. Lenk DSV 749 (2000)
Am 8. Februar 1865 wurden
die "Mendelschen Erbgesetze " veröffentlicht.
Mendel war damals 45 Jahre alt. Sie wurden zu dieser Zeit leider
nicht so anerkannt, wie sie es nach ihrer Bedeutung sein sollten.
Durch einen Zufall wurden sie später (etwa um 1900) wieder
entdeckt. Ab dann sind sie bis heute noch die Grundlage für
Verpaarungsergebnisse in allen ernst gemeinten Zuchten .
Einem, dem große Verdienste
auf dem Gebiet der Vererbung von Farben bei Wellensittichen angerechnet
werden kann, ist Dr. Dunker. Er hat 1929 in seiner " Kurzgefassten
Vererbungslehre für Kleinvogelzüchter" die Resultate
über seine Erforschung der bestimmenden Farbeigenschaften
beim Wellensittich angegeben. Diese Ergebnisse werden heute noch
anerkannt und bei jeder gewissenhaften Zucht genutzt. Dr. Dunker
hat die Feder genau untersucht, auch mit dem Mikroskop. Das verblüffende
Ergebnis lautete: Es gibt keine grünen Farbstoffe beim Wellensittich.
Grün ist nicht als eigener Farbstoff vorhanden, sondern
als eine Mischung aus Gelb und Blau. Verständlich wird dies,
wenn man den Aufbau einer Feder unter dem Mikroskop betrachtet.
Dazu werde ich zu einem späteren Zeitpunkt dieses Berichtes
noch näher eingehen.
Zunächst wollen wir uns mal eine Feder ansehen. Wie ist
eine Feder aufgebaut? Wir wollen uns das an einer
Wellensittichschwungfeder
vor Augen führen.
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Siehe Bild:
"Bezeichnung an einer WS- Schwungfeder".
Wir erkennen, dass diese Feder aus einer Federfahne und der härteren
Längsachse dem Federkiel, aufgebaut ist.
Beim Federkiel unterscheidet man
Federspule, die frei von der Fahne ist. Die untere Federspule
steckt in der Haut.
Den Teil des Federkieles der die Fahne trägt, nennt man
Federschaft. Die Fahne besteht aus Federästen, die im spitzen
Winkel vom Federschaft abstehen.
Diese Federäste tragen wiederum zweiseitige Bogenstrahlen,
die verschieden gebaut sind. Die zur Federspitze gerichteten
Bogenstrahlen sind mit Haken versehen und können sich in
den zur Federspule zeigenden Bogenstrahlen des nächsten
Federastes verankern. |
Fertigt man von einem Federast einer grünen Wellensittichfeder
einen Querschnitt an und legt dieses Präparat unter ein
Mikroskop, so kann man deutlich verschiedene Schichten wahrnehmen.
Siehe Bild:
"Schematischer Querschnitt durch einen
Federast".
Außen erkennen wir eine mehr
oder weniger strukturlose, gelb gefärbte Schicht, die Rindenschicht
genannt wird. Die Gelbfärbung dieser Schicht wird durch
eingelagerten gelben Farbstoff hervorgerufen. Dieser Farbstoff
kann nicht von selbst aufgebaut werden, er wird mit der Nahrung
zugeführt und durch das Blut in die bildenden Federn gebracht.
Der Farbstoff wird beim Verhornungsprozess in die Hornsubstanz
der Feder eingesaugt. Die Einlagerung ist also nur während
des Wachstums der Feder möglich. |
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Später kann kein Farbstoff
mehr aufgenommen werden. Im mikroskopischen Bild erkennt man
weiterhin, dass sich unter der Rindenschicht eine Zellschicht
befindet. Die einzelnen Zellen sind mit radialen, sehr feinen
Luftadern durchzogen, in der Mitte befindet sich ein großer
Luftraum. Die Wände der Zellen sind verdickt. Diese farblosen
Zellen werden als Kästchenzellen bezeichnet. Im Inneren
des Federastes befindet sich die zentrale Markschicht, deren
einzelne, unter dem Mikroskop kaum noch zu unterscheidenden Zellen
mit großen Mengen von dunklen Farbkörpern (Melaninen)
gefüllt sind. Diese Melanine entstehen aus körpereigenen
Eiweißprodukten und werden bei der Bildung der Feder in
Federästen / Bogenstrahlen und im Federschaft abgelagert.
Siehe Bild:
"Struktur einer
Körperfeder".
Man wird sich jetzt fragen, wo
denn die oben genannte grüne Farbe verborgen ist. Dieses
Grün ist unter dem Mikroskop nicht zu finden; es gibt keinen
weiteren Farbstoff in der Feder, außer den gelben Farbstoffen
in der Rindenschicht. Es handelt sich hier also nicht um eine
wirkliche Farbe, sondern um eine Strukturfarbe, die durch optische
Vorgänge hervorgerufen wird. Betrachten wir nun unter dem Gesichtspunkt
der Mutationen die Feder eines Wellensittichs. Wir werden die
verschiedenen Farben besser verstehen, wenn wir uns nochmals
vor Augen halten, wie die grüne Farbe der Stammform der
Wellensittiche entsteht. " Die Feder des Wellensittichs
weist in ihrer Oberschicht eine gelbe Schicht auf, die in Form
von kleinen Farbtröpfchen auftritt. Darunter befindet sich
eine Strukturschicht, die durch die nicht vollständige Reflexion
des Lichtes, wie wir es beispielsweise an Eiskristallen kennen,
nicht rein weiß erscheint, sondern eine zart bläuliche
Tönung aufweist. Dieser Strukturschicht ist schwarzes Pigment,
das so genannte Melanin unterlagert, das den Blauschimmer vertieft.
Blau und gelb ergibt grün. Solche Strukturfarbe zeigt auch
der Himmel, der keinen blauen Farbstoff hat. Staubteilchen in
der Luft streuen den blauen Anteil des Sonnenlichtes stärker
als die übrigen Farben. Dies wird erst vor einem schwarzen
Hintergrund sichtbar (dem dunklen Weltraum)." Die Ausbildung
der grünen Farbe beruht also auf mehreren Genen. Schmalere
strukturell dichtere Federn wirken dunkler als breitere, in denen
das Pigment mehr auseinander gezogen ist. Dies ist eine Erklärung
für die Wirkung der Dunkelfaktoren.
Es gibt auch andere Meinungen wie es in einem Federquerschnitt
aussieht!
Eine davon möchte ich nachfolgend vorstellen.
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Im März.2005 wurden
mir für einen Informationsaustausch einige Bilder (Federquerschnitte)
von unterschiedlichen Vogelarten von Herr
Norbert
Schramm, ein bekannter Kanarienzüchter, zugeschickt. Er befasst sich
auch mit Strukturen und dem Aufbau von Federn. Das nebenstehende Bild
von einem präparierten Federquerschnitt eines grauen Wellensittich
(Anzahl Graufaktor, Dunkelfaktor?), aufgenommen mit einem normalen
Licht Mikroskop für eine 380 fache Vergrößerung, habe ich für diese
Vorstellung davon übernommen. Diese Aufnahme wurde von mir jedoch
etwas überarbeitet.
Herr Norbert
Schramm vertritt die Meinung, dass in dem Innenbereich eines
Federquerschnittes keinerlei Farbanteile vorhanden sind.
Besagtes
nebenstehendes Bild zeigt, dass bei Aufnahmen, mit einem Licht
Mikroskop, nur Strukturen und
Farbe in den Rindenzellen aber
nicht
in
den Markzellen, die
eingelagerten Farbstoffe zu erkennen sind.
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Da ich selber noch keine Federquerschnitte durch ein Mikroskop
betrachtet habe, kann ich auch nicht sicher beurteilen, ob er
mit seiner Aussage richtig liegt. Aus Diskussionen weis ich jedoch,
dass nur bei speziell präparierten Federquerschnitten (Wellensittichfedern)
betrachtet oder aufgenommen mit einem REM (Raster Elektronen
Mikroskop) Farbanteile zu erkennen sind. Bei Betrachtungen bzw.
Aufnahmen mit einem normalen Licht Mikroskop
sollen überwiegend nur die Strukturen
zu erkennen sein. Das mir geschickte Bild von dem WS- Federquerschnitt,
wurde mit einem Licht Mikroskop aufgenommen. Hier ist die Struktur
der Feder gut zu erkennen aber keine Farbeinlagerungen.
Bei Wellensittichfedern spielen, was den Umfang der Färbung
anbelangt, die Dunkelfaktoren der entsprechenden Mutationen auch
eine große Rolle.
Meine Informationen und Aussagen basieren im Kern auf Arbeiten
von:
Herr T.G. Taylor M. A, Ph. D
Emeritus Professor of Nutrition,
University of Southampton (England)
und Herr Cyril Wagner
Beides sind auch anerkannte Wellensittichzüchter.
Ich gehe davon aus, dass diese Herren sich nicht bei ihren Aussagen
irren. Natürlich nutze ich auch über meine persönlichen
Erfahrungen hinaus jede Möglichkeit mit Experten und Wellensittichfachmännern
zu diskutieren und lese auch alle für mich erreichbare Fachartikel.
Aus dem Bild:
"Symboldiagramm von der Wellensittichfederstruktur"
kann erkannt werden, welche Menge Melanin in den Federn der einzelnen
Mutationen vorhanden ist. Ich habe den Inhalt dieses Diagramms
aus dem Buch " Genetics for Budgerigar Breeders" entnommen.
Wie sieht das bei den verschiedenen
Mutationen aus?
Die Federn des hellblauen
Wellensittichs (On On ff bb) gleichen dem des hellgrünen
Wellensittichs (On On FF bb). Es fehlt nur das Gelb in der Rindenschicht.
Das Gleiche trifft bei dunkelblauen Wellensittichen (On On ff
Bb) zu dunkelgrünen Wellensittichen (On On FF Bb) und mauve
Wellensittichen (On On ff BB) zu oliv Wellensittichen (On On
FF BB), zu. Sie alle haben eines gemeinsam: die länglichen,
bei grünen wie blauen Vögeln, violetten Wangenflecke.
Ihre Federäste sind bedeutend größer, als bei
den übrigen Federn und sie besitzen keine Verästlungen
(Bogenstrahlen). Unter dem Mikroskop erkennt man, dass die äußere
Schicht dieser Federn durchsichtig, ohne Gelb und farblos ist.
Die Zellkerne sind wesentlich größer, weisen eine
Anzahl von Melaninkörnchen schwarzer Farbe auf und sind
verstärkt befähigt, viel einfallendes Licht zu absorbieren,
das ungehindert ohne Gelbfilterung durch die durchsichtige Rinde
in die dahinter liegende farblose Zone dringt. Es werden nur
die stärksten violetten Lichtstrahlen reflektiert und es
entsteht ein leuchtendes Violett.
Beim olivgrünen Wellensittich
(On On FF BB) kommt hinzu, dass die farblose Zone zwischen dem
dunklen Kern und der äußeren Rinde flacher ist, wodurch
eine größere Menge Licht von der Melaninansammlung
im Kern absorbiert wird. Deshalb erscheint die Farbe mit der
dichteren, engeren Federstruktur dunkler.
Dunkelgrüne Wellensittiche (On On FF Bb) stehen in der Mitte zwischen
hell- und olivgrünen. Sie zeigen außerdem einen bläulichen
Schimmer, besonders am Rumpf und den unteren Flanken. Dieser
entsteht durch eine dünnere äußere Rindenschicht
in der, Gelb eingelagert ist.
Bei Zimt Wellensittichen (ZZ FF / ZZ ff) sind die Melaninkörnchen
kleiner und runder als bei den normalen Wellensittichen, daher
abgeschwächter und braun im Erscheinungsbild. Die Licht
absorbierende Zone der Federn ist geringer. So erscheint der
braun gezeichnete Wellensittich in blasser Grundfarbe.
Falbe Wellensittiche (Of Of ff / Of Of FF) entstehen auf
ähnliche Weise wie die Zimter. Unter dem Mikroskop erscheinen
die Melaninkörnchen im Inneren der Federn von Falben winzig
klein aber sehr zahlreich. Sie bilden eine geschlossene Schicht
um die Hohlräume in den Kernzellen. Das Braun der Falben
wirkt intensiver als das der Zimter.'
Bei Grauflügel Wellensittiche
(Og Og ff / Og Og FF) liegt die Farbe der Wellenzeichnung als
auch die der Körperfarbe etwa in der Mitte zwischen hell
und dunkel. Sie sind um die Hälfte heller als grüne
und blaue Normalvögel. Die Melaninansammlung ist um die
Hälfte geringer und deshalb kann nur die Hälfte des
einfallenden Lichtes absorbiert werden. Aus dem Schwarz der Wellenzeichnung
wird Grau, aus dem Tiefgrün wird Blassgrün.
Die Färbung der Hellflügel
Wellensittiche (Gelbflügel Oh Oh FF und Weißflügel
Oh Oh ff) hat im Körperbereich etwa 20% weniger schwarze
Farbstoffkörnchen als bei den Normalen. Während die
Farbintensität der Flügel ähnlich der, der Aufgehellten
entspricht.
Die Gelben und weißen
Wellensittiche (Ow Ow FF / Ow Ow ff) zeigen in ihren Federn
eine entsprechend weitere Melaninreduzierung und Aufhellung im
Gesamterscheinungsbild. Farbunterschiede sind bei diesen Mutationen
besonders häufig auf unterschiedliche Ablagerungen von Melaninen
in den Federästen zurückzuführen. Schon ein
und derselbe Vogel zeigt oft Unterschiede in den verschiedenen
Bereichen seines Gefieders.
Lutino Wellensittiche (Xi Xi FF oder Xi Y FF) haben keinerlei
Pigment im gesamten Gewebe mit Ausnahme der gelben Rindenschicht.
Deshalb erscheinen sie rein gelb. Feine dünnere Federn haben
schwächere Federäste mit komprimierten, inneren Kern.
Diese bewirken ein intensiveres Gelb bei Lutinos.
Den Albino Wellensittichen
(Xi Xi ff oder Xi Y ff) fehlt das Gelb, also erscheinen sie rein
weiß.
Bei ihnen ist der Bau der Feder für den Züchter weniger
wichtig. Problematisch ist, dass bei einem bestimmten Lichteinfall
ein bläulicher Schimmer, besonders im Rumpfgefieder auftreten
kann. Diesen kann man durch Einkreuzungen in die Graureihe eliminieren.
Die Struktur der Feder des violetten
Wellensittich (On On ff Bb V V) entspricht im wesentlichen
derjenigen der violetten Wangenflecke. Allerdings haben Violettvögel
auch Bogenstrahlen an den Federästen, genau wie die übrigen
Wellensittiche. Ein Grund, weshalb Violett als Gesamtfarbe nicht
so leuchtend lila sein kann, wie die Wangenflecken.
Bei den erst in neuerer Zeit
wieder aufgetretenen schieferfarbene Wellensittiche (Xs Xs oder Xs Y) sind die Hohlräume so groß und die
Melaninschicht, von der sie umgeben sind, so dick, dass sie fast
bis an den inneren Rand der Rindenschicht reicht. Dadurch wird
das einfallende Licht andersartig gebrochen als bei den anderen
Mutationen der Blaureihe und so erscheint die mehr düsterblaue
Farbe, Schiefer.
Das graue Erscheinungsbild bei
grauen Wellensittiche (On On ff Gu Gu) entsteht durch
die starke Pigmentzone in jeder Feder, welche den größten
Teil des einfallenden Lichtes absorbiert und durch die strukturelle
Unfähigkeit der Feder, die blaue Spektralfarbe zu reflektieren.
Da die Kernzellen in den Federn der gewellten Zone, der Wangenflecke
und des Schwanzes ähnlich angeordnet sind, entsteht der
Eindruck von intensiven schwarz bzw. grau ohne jeden blauen Schimmer.
Die Federn graugrüner
Wellensittiche (On On FF Gu Gu) unterscheiden sich von den
Grauen durch den bei ihnen vorhandenen gelben Farbstoff in der
Rindenschicht, wodurch die Entstehung des eigenartigen Grüns
verständlich wird.
Opaline Wellensittiche (Xo Xo oder Xo Y) besitzen Melaninkörncheneinlagerungen
auch an den Enden der Federästen ihrer Flügeldeckfedern,
statt dessen kein Melanin in den Federstrahlen an den Federästen
der Rumpffedern. Darum sind ihre Flügeldeckfedern grün
oder blau gesäumt und der Rumpf wirkt nicht intensiver gefärbt
als die Unterseite. Die gesamte Grundfarbe ist weniger intensiv,
weil ihre Daunenfedern weiß und nicht grau wie bei den
Normalvögeln ist.
Erläuterungen zum Farbstoff, Melanin und Braunfaktor.
Zu den Farb- und Melaninfaktoren kommt noch der so genannte
Braunfaktor hinzu, der das Dunkel werden der Körperfarbe
bewirkt. Dr. Dunker gab den drei Faktoren die Buchstaben:
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F = Farbstoff
O = Melanin
B = Braunfaktor |
Der Buchstabe F wurde
in der Annahme, es handele sich um einen Fettfarbstoff, festgelegt.
Prof. Dr. O. Völker hat nachgewiesen, dass in der Wellensittichfeder
kein Fett zu finden ist.
Wie die Farben der Wellensittichmutationen entstehen, ist aus dem
Bild: Federquerschnitt, vereinfacht dargestellt zu
ersehen.
Der Melaninfaktor O, der besonders die schwarze Wellenzeichnung
reguliert und auch den Braunfaktor darstellt, gibt es in mehreren
Mutationsstufen:
|
On ist das Symbol für normale schwarze Wellenzeichnung
Og ist das Symbol für graue Wellenzeichnung
Ow ist das Symbol für schwache Geisterzeichnung der
Aufgehellten |
Ein Wellensittich ist Gelb, wenn das Melanin fehlt, Weiß, wenn das
Melanin und der Farbstoff fehlt, Grauflügel grün ist ein
Wellensittich, wenn die Melaninbildung schwach ist. Grauflügel blau
ist ein Wellensittich, wenn die Melaninbildung schwach ist und der Farbstoff
fehlt. Grauflügel haben eine hellere Körperfarbe. Gene
kommen immer paarweise vor und werden deshalb stets mit zwei
Buchstaben bezeichnet. Durch Mutation kann aber
|

|
eines vom anderen
verschieden sein oder sogar fehlen. Vorhandene Gene werden mit großen,
fehlende Gene mit kleinen Buchstaben und verschiedene Gene mit
verschiedenen Buchstaben (On, Og, Ow) dargestellt.
Die einfache Menge des Farbfaktors
F genügt, die Farbtröpfchen auszubilden. Seine
doppelte Menge bewirkt kaum eine Verstärkung der Farbe.
Reinerbige (FF) und Spalterbiege (Ff) grüne
Wellensittiche sind vom Erscheinungsbild nicht zu unterscheiden.
Grün ist dominant über blau, gelb über weiß.
Beim Melaninfaktor wirken beide Faktoren auf die Melaninbildung.
Ist der eine schwächer, so wird er vom stärkeren überdeckt.
Demnach ist On dominant über Og und Ow,
Og über Ow. Der Braunfaktor B verdunkelt
die Körperfarbe. Fehlt er (bb), haben wir helle Vögel.
In einfacher Menge (Bb) ergibt er die dunkle Farbe. Die
doppelte Menge (BB) bewirkt die doppelte Verdunkelung.
Wenn wir rückwirkend zusammenfassen,
stellen wir fest, dass die meisten Mutationen das Gen für
Melanin betreffen, dass das Gen für Melanin besonders labil
ist und eine ganze Serie von Abstufungen zeigt.
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