Artikel 13
Beleuchtung unserer Zuchträume / Volieren
Zusammengestellt von Hans - Jürgen H. Lenk DSV 749 (2001)

Freie Grundstücke, wo Wellensittiche ohne Ärger mit dem Nachbar gehalten werden können, sind eine Seltenheit. Ein großer Teil der Liebhaberzüchter muss seine Vögel in Kellerräumen unterbringen wo die Lärmbelästigung in Grenzen gehalten werden kann. Das ist besonders in der Nähe von Städten der Fall. Es ist deshalb nicht nur wichtig, dass unsere Wellensittiche genügenden Platz in den Zuchträume / Volieren haben. Die Zuchträume / Volieren sollten auch ausreichend und zeitlich richtig beleuchtet sein, damit eine artgerechte Haltung gegeben ist.

Fast alle Autoren schreiben, wenn es um die Wellensittichzucht und Haltungsbedingungen geht, über Futter und selten auch über Käfiggrößen. Jedoch kaum etwas über die erforderlichen Lichtverhältnisse in unseren Zuchträumen / Volieren. Obwohl Licht einen erheblichen Anteil an dem Wohlbefinden unserer Wellensittiche hat. Ohne Licht wäre auf unserer Erde nie Leben entstanden. Ohne Helligkeit und Lichtenergie muss jegliches Leben dahinvegetieren und verkümmern. Außerdem ist es das Licht, das uns die Farben erleben lässt. Licht hilft im Körper von Lebewesen Vitamine zu bilden, welche als Katalysatoren unersetzlich sind und eine ganze Reihe von anderen Stoffwechselvorgängen auslösen. Zudem ist inzwischen hinreichend bewiesen, dass der Wechsel von Tag und Nacht, Sommer und Winter notwendig ist, um Brutstimmung zu erzeugen und dadurch gesunde Organismen und Verhaltensweisen zu schaffen. Wir wissen, dass wir bei der Haltung unserer Wellensittiche möglichst naturnahe Bedingungen anstreben sollten, wenn sie sich wohl fühlen erhalten wir auch gute Zuchtergebnisse. In geschlossenen Räumen auch mit Fenstern kann die Beleuchtung unzureichend sein. Besonders im Winter ist das einfallende Licht oft nicht ausreichend. Um unseren Wellensittichen die richtigen Lichtverhältnisse zu schaffen, müssen wir eine gute Beleuchtung installieren. Dabei dürfen wir die in der Zucht erforderliche Nachtbeleuchtung nicht vergessen. Wie häufig ist es schon vorgekommen, dass brütende Hennen bei nächtlichen Störungen ihren Nistkasten verlassen haben und wegen einer fehlenden Nachtbeleuchtung nicht mehr zurückfinden konnten. Die Folge war abgetötete Eier oder wegen Auskühlung gestorbene Junge.
Um eine Beleuchtungsanlage auslegen zu können ist es erforderlich, dass wir uns mit der Materie "Beleuchtung unserer Zuchträume / Volieren" etwas näher befassen. Dazu ist es nötig, dass wir uns mit den Grundbegriffen über Licht kundig machen. Das ist nicht ganz so einfach und macht einigen von uns sicher nicht so viel Freude. Deswegen werde ich die Auslegungsdaten zu einem späteren Zeitpunkt so darstellen, dass sie allgemein und einfach angewendet werden können. Ein Teil der nachfolgenden Aussagen ist einem Informationsblatt der Firma OSRAM entnommen..
Als besonders geeignet für die Beleuchtung unserer Zuchträume / Volieren bieten sich Leuchtstoffröhren an. Sie sind einfach und Platz sparend zu montieren. Man nennt sie auch Quecksilber - Niederdruck - Entladungslampen. Sie bieten uns bei richtiger Auswahl das Licht, welches wir für die Beleuchtung brauchen. Die Leuchtstoffröhren funktionieren wie folgt:
Ein Quecksilberdampf in der Glasröhre sendet nach Zündung und Entladung UV - Strahlen aus. Diese werden vom Leuchtstoff auf der Glasinnenseite in sichtbares Licht umgewandelt. Ein Vorschaltgerät sorgt für den richtigen Lampenstrom.

Die wichtigsten lichttechnischen Grundbegriffe.
Wie überall in Technik und Wissenschaft üblich, sind auch in der Lichttechnik Begriffe zur Bewertung der Eigenschaften von Lampen und Leuchten festgelegt und entsprechende Maßeinheiten standardisiert. Diese sind in den gegebenen Beispielen (Bildern) aufgeführt und erläutert.

Licht und Strahlung
Unter Licht versteht man elektromagnetische Strahlung die im menschlichen und tierischen Auge eine Hellempfindlichkeit hervorruft, also gesehen wird.
 
 

 

 


Es handelt sich dabei um die Strahlung zwischen 360 und 830 nm,
einem nur winzigen Teil des uns bekannten Spektrums elektromagnetischer Strahlung. Elektromagnetische Schwingungen
von 4 x 10 hoch 14 bis 8 x 10 hoch 14 Hz
(Wellenlänge von 7,5 x 10 hoch - 7 bis 9,8 x 10 hoch - 7 m)
Sie wird von dem Auge unmittelbar wahrgenommen. Durch eine Hellempfindlichkeit hervorrufen und daher sichtbar im Bereich von 380 - 780 nm (10 hoch - 9 m) Nach den kurzen Wellenlängen hin befindet sich die kurzwellige Ultraviolett - Strahlung, im langwelligen Gebiet ist die Infrarotstrahlung angesiedelt.

Wie wird Licht wahrgenommen?
Das Auge von Menschen und Tieren nehmen das Licht anders wahr als die Pflanzen. Das nachstehende Diagramm soll das veranschaulichen. Die Pflanze, nicht augenorientiert, wendet sich dem blauen und roten Spektralbereich zu, welche für ihr Wachstum und Leben notwendig sind. Der gelbgrüne Spektralbereich ist für Pflanzen weniger von Bedeutung. Er erzeugt im Auge den größten Helligkeitseindruck. Die Beleuchtungsstärke, welche in einer mit Wellensittichen besetzten Voliere vorhanden sein soll, um Leben zu erhalten, zum Wachsen an zu regen und Wohlbefinden zu erzeugen sollte einen bestimmten Luxwert nicht unterschreiten. Das bezieht sich im wesentlichen auf die Flüge. In den Zuchtboxen lieben unsere Wellensittiche eine weniger starke Ausleuchtung.


In der Stammheimat, Australien brüten die Wellensittiche in holen Eukalyptusbäumen, wo es ziemlich dunkel ist. Um eine Vorstellung zu bekommen, was man unter Beleuchtungsstärken versteht, nachfolgend einige Werte: Das Tageslicht (Sonnenlicht und Himmelslicht) an einem sonnigen Sommertag um die Mittagszeit hat eine Beleuchtungsstärke
von ca. 60 000 bis100 000 Lux.
Bei einem trüben Wintertag werden etwa 3 000 Lux erreicht.
Der Tagesdurchschnitt
   beträgt 6 000 - 8 000 Lux. (Streumessungen)

 

 

Ein beleuchteter Arbeitsplatz benötigt 300 bis 750 Lux. (Punktmessung) Je nach Tätigkeit. Was eine Beleuchtungsstärke bedeutet, kann aus dem dazu erstelltem Bild entnommen werden. Sie ist abhängig vom Lampenlichtstrom (Erläuterung siehe Bild), von der Raumabmessung und dem Beleuchtungswirkungsgrad der Lichtanlage. Die Beleuchtungsstärke (Lux) kann man mit einem handelsüblichen Lichtmesser ermitteln. Für den Hobby-Fotografen besteht die Möglichkeit, die Beleuchtungsstärke auch mit einem Belichtungsmesser zu bestimmen.

 

 

 

Unterscheiden muss man noch zwischen Belichtungsmessern mit oder ohne Streuscheibe. Ohne Streuscheibe erfolgt nur eine Punktmessung. Der Fotofachmann kann notfalls beratend zur Seite stehen, denn die Unterschiede zwischen den Ergebnissen sind sehr groß.

Künstliche Lichtquellen
Das für uns in Frage kommende Licht kann man mit Glühlampen oder mit Leuchtstoffröhren erzeugen. Wie schon vorab festgestellt, eignen sich Leuchtstoffröhren am besten für die Beleuchtung unserer Volieren. Hier noch eine Erläuterung warum das so ist.
Glühlampen eigenen sich deshalb nur bedingt für die Beleuchtung von Volieren. Weil sie eine geringe Lichtausbeute und mittlere Lebensdauer von nur etwa 1000 Stunden haben.


 


Die reine Strahlungsleistung steigt im sichtbaren Bereich vom kurzwelligen Violett bis zum langwelligen Rot stetig an. Der Rotanteil ist sehr hoch, und das abgegebene Licht warmweiß. Blaue Farbtöne werden keineswegs naturgetreu wiedergegeben. Der Infrarotanteil (Wärme) beträgt etwa 85 - 95 % der Leistungsaufnahme. Glühlampen arbeiten in erster Linie im Gelb - Rot - Bereich, das heißt, sie geben warmes Licht ab. Es fehlen die wichtigsten ergiereichen Violett - Blau - Bereiche und durch die einseitige Strahlung ergibt sich ein unnatürlicher Farbton. Glühlampen kann man gut als Nachtbeleuchtung verwenden.
 

 

Besonders geeignet, wenig aufwendig und preiswert sind die im Handel erhältlichen über Fotozelle gesteuerten Lampen. (z. B. Light bulb, Type E14 max. 8 W)

Siehe Bild

Diese sind so gebaut, dass man sie nur in eine Steckdose zu stecken braucht. Danach sind sie voll funktionsfähig. Sie schalten sich beim Unterschreiten einer Resthelligkeit ein. Wenn eine ausreichende Lichtstärke erreicht wird, schalten sie sich wieder aus. Aus Sicherheitsgründen muss man zwei dieser Lampen einsetzen. Eine sollte schon eine kleinere Anzahl von Betriebstunden im Einsatz gewesen sein. Dadurch kann man sicher gehen, dass nach abgelaufener Betriebstundenzeit nicht beide gleichzeitig ausfallen. Eine konstante Nachtbeleuchtung ist damit garantiert.

Leuchtstoffröhren gibt es in einer Vielzahl von Lampentypen auf dem Markt, jede für einen bestimmten Verwendungszweck entwickelt. Gegenüber Glühlampen ist die Lichtausbeute bei gleicher Leistung etwa drei- bis viermal so hoch.

 


Die mittlere Röhrenlebensdauer beträgt je nach Typ und Betriebsart ca. 8 000 -10000 Stunden. Man unterscheidet drei Lichtfarbengruppen, nämlich Tageslichtweiß, Neutralweiß und Warmweiß.
Bei der Auswahl der Leuchtstoffröhren muss man darauf achten, dass deren Lichtstrahlung möglichst den gesamten
Farben - Spektralbereich des Tageslichtes erreicht.

Siehe Bild
Die Tageslichtenergie muss nicht erreicht werden, nur Prozentteile davon. Um eine gute Farbwiedergabe zu erhalten, sollte man ein Licht wählen, welches in der Zusammensetzung dem Sonnenlicht ähnlich ist. Viele Pflanzenstrahler wie (FLORA oder GRO- LUX) verfälschen die Farben sehr.
Ein und ausgeschaltet werden sie heute auf ganz einfache Art durch die im Handel angebotenen Schaltuhren

 

 

Siehe Bild
Bis auf die Schaltuhren mit Zufallschaltungen, bei denen der Zufall nicht abgeschaltet werden kann, sind alle geeignet. Bei Zufallschaltungen kann sich zum Beispiel das Licht mitten in der Nacht für eine unbestimmte Zeit einschalten. Auch wenn es sich nach einiger Zeit wieder ausschaltet, kann das unsere Wellensittiche schon Ganz schön durcheinander bringen.
Nachfolgen einige Aussagen über Leuchtstoffröhren, die ich für geeignet halte unsere Zuchtanlagen / Volieren zu beleuchten.
 Lichtfarbe Leuchtstoffröhre 72 - 965 BIOLOX
Diese Leuchtstoffröhre zeigt eine dem Sonnenlicht ähnliche Lichtverteilung. Sie erhellt und belebt Räume mit wenig Tageslicht. Sie wird auch für medizinische Lichttherapie eingesetzt.
Lichtfarbe Leuchtstoffröhre TROCAL Kombi Kongo - White TYP 4085

 

Diese Leuchtstoffröhre entspricht etwa natürlichem Licht wie an einem Sommertag gegen 10 Uhr vormittags. Das Lichtklima ist angenehm für den Betrachter. Sie wurde für Aquarienbeleuchtung entwickelt.
Berechnung der erforderlichen Anzahl von Leuchtstoffröhren
Wie stelle ich fest, welche Anzahl von Leuchtstoffröhren mit welcher Leistung ich brauche?
Bezogen auf meine Zuchtanlage will ich beispielhaft die erforderliche Beleuchtungsstärke ermitteln. Die Antwort auf die gestellte Frage soll durch die nachfolgend, durchgeführte Berechnung gegeben werden. Die für die Berechnung erforderlichen Daten, können zum Teil aus einem Herstellerkatalog für Leuchtstoffröhren entnommen werden.

Grundriss meiner Zuchtanlage Maßstab 1:20

 

1. 12 Doppelzuchtboxen
(Nistkasten außen)

2. 4 Einzelzuchtboxen
(Nistkasten innen)

3. Flugkäfig

4. Flugkäfig

Ich denke, dass eine Zuchtanlage genauso gut wie ein Arbeitsplatz aus geleuchtet sein sollte. (Arbeitsplatz = 300 bis 750 Lux)

Ich lege 600 Lux dafür fest und gehe davon aus, dass 50% der Luxzahl durch das Fenster abgedeckt wird. Bleiben also noch 300 Lux übrig, die ich mit Kunstlicht erhellen muss.

Anzahl der erforderlichen Leuchtstoffröhren
Die Anzahl der Leuchtstoffröhren kann nach den nachfolgenden Formeln ermittelt werden.

 Raumfaktor = Länge (m) x Breite (m) .......................
.....................Höhe x 0,85 x (Länge (m) + Breite (m))

                  
                   =
.4    x 2,8 .......................= 11,2 ..= 0,88
......................2,2 x 0,85 x (4+ 2,8) .........12,72
..............  ...= 3,2 x 1, 9 ......................=   6,08 = 0,64
....................  2,2 x 0,85 x (3,2+ 1,9) ........9,54

 

 Anzahl Leuchtstoffröhren = Planungsfaktor x Beleuchtungsstärke (Lux) x Länge (m) x Breite (m)
........................................Lichtstrom (lm) x Betriebswirkungsgrat x Raumwirkungsgrat

.................= 1,25 x 300 x 4x 2,8........................ = 4200   = 3,6 Leuchtstoffröhren / 36 Watt
....................2400 x 0,84 x 0,58 ............................1169,3

Nach dieser Rechnung müssten 4 Leuchtstoffröhren / 36 Watt eingesetzt werden.
Wie Anfangs erwähnt, ist es in einer Zuchtanlage / Voliere wichtig, dass die Flugkäfige gut beleuchtet sind. Für den Rest fällt dann noch genügend Licht ab. Deswegen eine neue Rechnung, wo nur die beiden Flugkäfige berücksichtig sind.
................
                .
=      1,25 x 300      x 3,2 x 1,9 ...........= 2280 = 2,24 Leuchtstoffröhren / 36 Watt
..................* 2400     x     0,73 x 0,58 ....................1016

*Im Katalog wurde diese Zahl für die von mir ausgewählte Leuchtstoffröhre nur für eine 30 Watt Leuchtstoffröhre angegeben. Für die anderen Leuchtstoffröhre stand kein Wert zur Verfügung. Der Wert für eine 36 Watt Leuchtstoffröhre müsste erheblich höher sein.
Ich habe 2 Leuchtstoffröhren / 36 Watt TROCAL Kombi Kongo - White TYP 4085
und 1 Leuchtstoffröhren / 18 Watt 72 - 965 BIOLOX in meiner Zuchtanlage installiert.
Lichtstrompunktmessungen am Abend in meiner Zuchtanlage, mit dem Belichtungsmesser einer Digitalkamera, haben Werte von 250 bis 500 Lux (Mittelwert 375 Lux) ergeben. Damit ist meine Zuchtanlage auch in den Wintermonaten ausreichend beleuchtet.
(Das in meiner Zuchtanlage genügend Licht vorhanden ist, können Sie in der "Fotogalerie / Zuchtanlage" aus den Aufnahmen erkennen.)

Einfache Ermittlung der Beleuchtungsstärke.
Gestützt durch vorgenannte Messungen kann angenommen werden, das ein Anhaltswert von etwa 2 250 Lux mit Streuscheibe gemessen, für die Beleuchtungsstärke in einer Zuchtanlage / Voliere mit weiß gestrichener Decke / Wände und einer Raumhöhe von etwa 2,2 m, ausreichend ist. Bei einer Punktmessung würde dass etwa 375 Lux bedeuten. Dafür sollte je m2 zu beleuchtende Grundfläche eine Lampenleistung von etwa 15 Watt installiert werden. Bei einem Tageslichtanteil durch Fenster (bedeckter Himmel) in der Voliere von 1000 Lux im Mittel, könnte sich die Anschlussleistung auf etwa 8 Watt pro m2 reduzieren. Mit 15 Watt pro m2 installierter Leistung ist noch eine ökonomische Kostengröße gegeben.

In welchen Interwallen sollte das Licht geschaltet werden?
Viele Autoren schreiben, dass die Hellphase in der Ruhezeit etwa 10 Stunden betragen sollte. Durch eine Lichtdauersteigerung kann die Bereitschaft für die Brut positiv beeinflusst werden. Deswegen sollte man vor Brutbeginn die Hellphase pro Woche um ½ Stunde verlängern, bis wir auf 12 Stunden kommen. Was die Lichtdauersteigerung anbelangt, gehe ich genau so vor. Bezogen auf die Hellphasen und die Ruhezeiten habe ich mit den folgenden Zeiten gute Erfahrungen gemacht.
In meiner Zuchtanlage ist das Licht in der Ruhezeit von 9 - 13 und von 15 - 20 Uhr, in der Zuchtsaison von 8 - 13 und von 15 - 21 Uhr eingeschaltet. Die Pause zwischen 13 und 15 Uhr habe einfügen müssen, weil ich vermeiden wollte, dass sich der Nachbar der über meiner Zuchtanlage wohnt, von dem Krach den die Wellensittiche machen, belästigt fühlt. Die Schaltungen erfolgen über eine Schaltuhr. Im Winter hat das einen unerwarteten Effekt ergeben. Beim Einschalten des Lichtes treten die Hähne die Hennen, so als hätte ein neuer Tag angefangen. Dieser Effekt trägt sicher zu der bei mir vorhandenen guten Fruchtbarkeit bei. In der Nacht sind 2 über Fotozelle geschaltete Nachtbeleuchtungen in Betrieb. Diese sind sehr wichtig Sie garantieren unter anderem, dass Hennen bei nächtlichen Störungen ihr Gelege wieder finden.

Abnahme des Lichtstromes bei Alterung der Röhren
Der Lichtstrom von Leuchtstoffröhren nimmt mit der Brenndauer ab.
Diese Abnahme ist in der nebenstehenden Tabelle dargestellt. Die
Prozentzahlen sind Mittelwerte von vielen gemessenen Röhren
und können bei einzelnen Exemplaren +/- 5% unterschiedlich sein.
Verstaubung der Leuchtstoffröhren und Verschmutzung von Decken
und Wänden im Laufe der Zeit erhöhen die Lichtverluste ganz beträchtlich.

Betriebsstunden

 Lichtstrom

in %

               0

      115

 

           100

      100

 

         2 500

        90

 + / - 5 %

         5 000

        85

 

         7 500

        82

 

       10 000

        80

 

Für die Praxis ergeben sich nachfolgende Tipps:
- Lampen auf Verstaubung / Verschmutzung regelmäßig kontrollieren und wenn nötig reinigen.
- Helle Wände und Decken ebenfalls regelmäßig kontrollieren und wenn nötig reinigen.
- Spätestes nach ca. 9 000 Betriebsstunden die Leuchtstoffröhre auswechseln.

 Flimmerfreie Leuchtstoffröhren (2009)
 In der letzten Zeit häufen sich Reklamationen von Veterinäre gegen den Einsatz von normalen Leuchtstoffröhren. Sie
 sollen einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden von Wellensittichen haben. Ich muss feststellen, dass ich bei
 meinen Wellensittichen so etwas noch nicht feststellen konnte. Kann mir aber vorstellen, dass es nicht schaden kann,
 wenn man auf  flimmerfreie Leuchtstoffröhren umrüstet.

 Hierzu einige Informationen für die Beschaffung.
 1. Anbieter die Firma TELECA.
    Daten und Preise unter www.teleca.de.
    Die Lichtleiste muss ein Elektronisches Vorschaltgerät  (EVG) haben, damit die Leuchtröhre flimmerfrei ist.
 2. Anbieter die Firma Licht 123
     Daten und Preise unter www.licht-123.de
     bietet die Leuchtmittel am günstigsten an. Z.B. Osram 72587(Art. Nr. 1495304) zu EUR 51,- oder Osram 72567 (Art.
     Nr. 1495308) für tageslicht abhängige Steuerung  zu EUR 91,-.Kleinere Lichtleisten (z.B. 36 W) müsste man sich
     raussuchen.

 

Verbesserung der Lichtverhältnisse in einer Voliere oder einem Zuchtraum.


Manchmal ist es schwierig Leuchtstoffröhren in einer Voliere oder einem Zuchtraum so anzuordnen, dass sie das Licht optimal verteilen.

 

Dieser Umstand kann erheblich verbessert werden, wenn Spiegelplatten eingesetzt und diese so angeordnet werden, dass das Licht in die entsprechende Bereiche geleitet wird.


(siehe nebenstehendes Bild)
 

Auch eine bessere Verteilung des Tageslichtes im Raum kann man so erreichen.
 

Spiegelplatten können in fast jedem Baumarkt relativ günstig gekauft werden.

Ultraviolett - Strahler
Es handelt sich dabei um Quecksilberdampf-Hochdrucklampen mit Quarzglaskolben (Höhensonnen bläulich) mit unnatürlich blendendem weißem Licht und starker UV -Strahlung. UV -Strahlen sind dazu geeignet Widerstandsfähigkeit und Abwehrkräfte gegen Infektionen und andere Krankheiten zu erhöhen. Vorprodukte von Vitamin D werden durch UV -Strahlen (Fotosynthese) zu körpereigenen Vitaminen umgebaut. Vitamin D ist unersetzlich beim Aufbau von Federn und Knochensubstanz. Der Einsatz von einem Ultraviolett - Strahler ist jedoch mehr für den Einzelvogel anwendbar.
Um zum Beispiel den Calciumbedarf bei unseren Wellensittichen welche in geschlossenen Volieren gehalten werden in denen wenig Sonnenlicht vorhanden ist sicher zu stellen, sollte man Calcium in Verbindung mit
Vitamin D 3 füttern. Nur in dieser Kombination kann es im Vogelkörper verarbeitet werden. In neuerer Zeit setzt die moderne Medizin UV - Strahlen auch zur Desinfektion von Luft und sterilen Räumen ein. Das UV - Licht tötet Krankheitskeime bis zu 85 % ab. Zur Desinfektion muss der Strahler in der Voliere jedoch gegen eine Wand gerichtet werden, die Vögel dürfen nicht in den Strahlungsbereich gelangen. UV - Strahlen bräunen, röten oder verbrennen die Haut beziehungsweise das Zellgewebe. Je nach Bestrahlungszeit sind unsere Wellensittiche zwar durch ihr Gefieder vor Verbrennungen weitgehend geschützt, doch schon nach kurzer Bestrahlungsdauer entzünden sich die Lidbindehäute und die Augen können tränen und anschwellen.

Infrarot - Strahler

Sie senden ein Strahlengemisch aus, das zum überwiegenden Teil aus warmen Licht besteht. Zur Heilung von Erkältungskrankheiten, Darmentzündungen, Verletzungen und Legenot eignen sich Infrarot - Strahler vortrefflich. Die Infrarotstrahlen werden direkt auf den Vogelkörper gestrahlt, sie erwärmen nicht nur die obere Hautschicht, sondern auch die darunter liegenden Gewebe. Das bewirkt eine Erweiterung der Blut- und Lymphgefäße, was eine bessere Durchblutung im ganzen Körper zur Folge hat. Der Stoffwechsel wird bescheunigt. Im Handel werden Hellstrahler (dunkelrote Lampen) und Dunkelstrahler (EIstein - Lampen) angeboten. Es gibt sie mit 60, 100, 150 und 250 Watt. Die positive Anwendung von Infrarot - Strahlen steht außer Zweifel. Der Strahler muss jedoch so angeordnet werden, dass der Vogel seine Nähe freiwillig aufsuchen kann. So können Verbrennungen vermieden werden.

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