Artikel 17
Zuchterfahrung
mit geschlechtsgebundenen Clearbodys
Hans - Jürgen H. Lenk DSV 749 (2002)
Von praktischer
Bedeutung bleiben von den vielen erwähnten unterschiedlichen
Mutationen nur noch zwei übrig. Es sind dies, die geschlechtsgebunden
vererbende Mutation, der Texas Clearbody und die dominant vererbende
Mutation, der Easley Clearbody. Der Texas Clearbody mutierte
etwa 1950 in Texas, Amerika und wurde nach diesem amerikanischen
Staat benannt. Der Easley Clearbody mutierte etwas später
1954 auch in Amerika im Staat Kalifornien. Er erhielt den Namen
des Züchters bei dem er erstmalig auftrat. In der heutigen
Zeit sind von nahezu allen WS- Verbänden Farbmusterbeschreibungen
erstellt worden, nach welchen diese Clearbodys eingeordnet werden
können. Züchterisch müssten die dominant vererbende
Clearbodys einfacher auf den gewünschten Standard zu verbessern
sein. Man sieht sie jedoch sehr selten. Geschlechtsgebunden vererbende
Clearbodys sehen nach meinem Empfinden besser aus als die dominant
vererbende Clearbodys. Das ist wohl auch der Grund warum man
sie auf Schauen häufiger antrifft.
Weil ich eine
relativ kleine Zuchtanlage besitze, züchte ich normaler
weise nur Mutationen die verpaart unter einander, keine Typverschlechterungen,
bringen können. Mein allgemeines Zuchtziel ist, WS zu züchten
die dem Standard so nahe wie möglich kommen. Eine Ausnahme
mache ich bei meiner neuen Mutation, den Anthrazits und den Inos.
Inos setze ich ein bis zwei Paare jedes Jahr ein. Neuerdings
auch bei den Clearbodys, wovon ich auch bis zu drei Paare im
Jahr nutze. 1996 war das erste Jahr in welchem ich begann, mich
mit der Zucht von geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys
zu beschäftigen. Erste Reschärschen über und Erfahrungen
mit dieser Mutation habe ich in den DSV - Nachrichten 1997 Heft
Nr. 2, Seite 75 - 78 bekannt gegeben. Natürlich habe ich
in der Zwischenzeit eine Menge von zusätzlichen, eigenen
Erfahrungen über die Zucht dieser schönen Clearbodys,
gemacht. Dabei hat es sich wieder einmal bestätigt, dass
nicht alles was in der Fachpresse veröffentlicht wird, bedenkenlos
für bare Münze genommen werden kann. Eine der verwirrenden
Aussagen, die wohl in England ihren Ursprung haben und von vielen
anderen übernommen wird, ist:
"Man
könne die Schwingenfarbe und die Körperfarbe der geschlechtsgebunden
vererbenden Clearbodys durch Verpaarungen mit Inos aufhellen."
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Bild Nr. 1
Geschlechtsgebundenvererbende Clearbodys
1,0 graugrün und 1,0 hellblau
Ich habe natürlich
auch festgestellt, dass durch Einpaarungen von Normalen (auch
Opaline) die Zeichnungstypischen Merkmale der geschlechtgebunden
vererbenden Clearbodys sich in der Farbe verschlechtern. Durch
die Verpaarung mit Inos habe ich diesen Mangel jedoch nicht beheben
können. In der Zwischenzeit bin ich davon überzeugt,
dass die vorgenannte Aussage , Verbesserung der Schwingenfarbe
und der Körperfarbe durch Verpaarungen mit Inos, nicht zutreffend
sein kann. Wenn man sie eingehender betrachtet, kommt man ohne
praktische Zuchtanalyse auch zu der Erkenntnis, dass sie nicht
stimmen kann. Womit soll zum Beispiel ein durch Ino verdeckter
normal hellgrüner Wellensittich in der Lage sein, Schwingen
seiner Nachzucht aufzuhellen? Was hat ein nicht spalterbiger
Ino, das ihn befähigt, Gefiederfarben aufzuhellen? Nach
meinen Erfahrungen gibt es nichts, was einen Ino befähigt
Gefiederfarben, in der Art wie sie bei der Clearbodyzucht benötigt
wird, aufzuhellen. |
Es ist eine alte und erprobte Tatsache, dass mutationstypische
Merkmale nur durch die gleiche Mutation verbessert werden können.
Wenn man also aufgehellte Schwingen und eine helle Körperfarbe
bei den Geschlechtgebunden vererbenden Clearbodys haben will,
kann das nur erreicht werden, in dem man immer wieder Clearbody
mal Clearbody Verpaarungen vornimmt. Und aus diesen Verpaarungen
nur die WS zur Zucht einsetzt, die eine Aufhellung der Schwingen
und gute Körperfarben zeigen. Zu mindestens darf nur einer
der Partner den gleichen Farbfehler haben. Zum Beispiel eine
falsche Farbe für die Schwingen. Das Selbe gilt natürlich
auch für die Körper- und Flügelfarbe und bei der
Maske, insbesondere für den Übergang von der Masken-
zu der anschließenden Brustfarbe. Hier ist jedoch, je nach
der Anzahl der Dunkelfaktoren, eine geringfügige Abstufung
nicht vermeidbar.
Wie Geschlechtgebunden vererbende Clearbodys aussehen sollten,
kann man einigermaßen aus der Eric Peake Zeichnung erkennen,
siehe Bild Nr. 1.
Eric Peake ist ein sehr bekannten englischer Naturmaler. Er hat auch die
Standardbilder für den Englischen Wellensittichverband (Budgerigar
Society) gezeichnet. Leider stimmen auf dem Bild 1 einige Details nicht.
Der Übergang von der Maske zur Brust ist bei dem 1,0 graugrün so wie er
sein sollte. Bei dem 1,0 hellblau ist er nicht ganz korrekt dargestellt.
Es sollte keine so starke
Abstufung zwischen Maske und Körperfarbe vorhanden sein. (Dieser
Fehler ist bei den meisten auf Ausstellungen zu sehenden Clearbodys stark
verbreitet.) Auch sollte die Flügelfarbe zu den Schwingen hin etwas
heller als in dem Bild für beide WS dargestellt sein. Im Rücken- und
Bürzelbereich sollte die Farbe zu sehen, die er darstellt. In dem Bild für
den Hellblauen, also hell blau, etwas dunkler als zu sehen. Die einzelnen
Dunkelfaktoren sind bei den Geschlechtgebunden vererbenden Clearbodys am
deutlichsten an der Rücken- und Bürzelfarbe zu erkennen. Das gilt auch für
Opalin Clearbodys die nach meinem empfinden am schönsten aussehen.
Besonders die Graugrünen mit zwei Dunkelfaktoren. Sie leuchten wie Gold in
der Sonne.
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Bild Nr. 1 a
Leider legen die meisten Züchter beim Zusammenstellen Ihrer
Paare zur Zucht noch nicht
ausreichenden Wert auf ein im Zuchtergebnis korrektes farbliches
Ergebnis. Auch wird bei der Bewertung auf Ausstellungen selten auf das
Farblich korrekte Erscheinungsbild von einem Texas Clearbody
geachtet.
Weil es kaum eine richtige bildliche Darstellung gibt,
habe ich das nebenstehende Bild Nr. 1 a zusätzlich eingefügt. Hier ist besonders
gut das Erscheinungsbild eines geschlechtsgebunden vererbende
Clearbodys (Texas Clearbody) zu erkennen. Leider immer noch
nicht 100%. Nicht ganz stimmt hier die Farbdarstellung auf dem Flügel für
die Flügeldeckfedern. Es sollte eine leicht ansteigende Aufhellung beginnend
vom Flügelbug zu den Schwungfedern vorhanden sein. Woran sich dann die
aufgehellten Schwungfedern anschließen. Ähnlich wie es bei
den WS auf den Bildern
Nr. 13, Nr.
20
und Nr.
24
zu sehen ist.
Nebenstehendes,
von Hand gemahltes Bild, erhielt ich als Ehrenpreispreis
(auch Goldmedaille und Pokal)
auf der
48. DSV Bundesschau 2006 für den
Besten Texas Clearbody (siehe Bild Nr. 24) welcher auch
Bester der schwierigen Farben wurde. |
Dominant vererbender
Clearbody
Bevor ich mich weiter mit den Geschlechtgebunden vererbenden
Clearbodys befasse, möchte ich noch kurz auf die Dominant
vererbenden Clearbodys eingehen. Diese sind, wenn sie einen schlechten
Farbkontrast haben, kaum von den Normalen (nicht Clearbodys)
zu unterscheiden. Das trifft besonders bei den WS mit Graufaktor
zu. Auf den Bildern Nr. 2 und 3 sind ein Opalin und ein normaler
Dominant vererbender Clearbody dargestellt. Leider nicht von
vorne zu sehen. Aber auch hier trifft zu, dass nur eine äußerst
geringe Farbabstufung zwischen Maskenfarbe und Körperfarbe
vorhanden sein sollte.
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Bild Nr. 2
Dominant vererbenden
Clearbody
Op Grau grün |
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Bild Nr. 3
Dominant vererbenden
Clearbody
hellblau |
Wie Sie auf den Bildern erkennen können, ist der Unterschied
zwischen den beiden Mutationen sehr markant. Die Dominant vererbende
Clearbodys haben die gleiche Flügelzeichnung und Flügelfarbe,
wie sie bei den normalen Mutationen zu sehen ist. Wogegen die
geschlechtgebunden vererbende Clearbodys nicht die auf den Bildern
Nr. 2 und 3 zu sehenden dunklen Schwungfedern und den Farbanteil
über den Flügel, haben sollen. Sondern die Flügel-
und Zeichnungsfarbe zu den Schwingen hin soll sich etwas aufhellen
und die Schwingen sollen hell sein. Das ist das herausragendste
Unterscheidungsmerkmal.
Den ersten lebenden dominant vererbenden Clearbody habe ich auf
der Europaschau 1999 in Karlsruhe rein zufällig bemerkt.
Es war schon ein relativ guter Typvogel bei ansprechender Größe,
hatte aber eine schlechte Farbe und viel nur bei genauer Betrachtung
als andersartig auf.
Vorstehendes nur zum besseren Verständnis und um erkennen
zu können, worin sich die beiden Mutationen unterscheiden.
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Zucht
von Geschlechtgebunden vererbende Clearbodys.
Jetzt möchte weiterfahren über die Mutation zu berichten,
die ich ja auch züchte.
Geschlechtgebunden vererbende Clearbodys vererben wie aus dem
Namen zu erkennen ist, normaler weise gegenüber allen anderen
Mutationen Geschlechtgebunden. Das trifft jedoch nicht gegenüber
den Inos zu. Gegenüber den Inos vererben sie dominant. Da
der geschlechtsgebundene Erbgang hinreichend bekannt ist, siehe
hierzu Bild Nr. 4, will ich mich nachfolgend etwas detaillierter
mit der Vererbung, von Clearbodys mit den Inos befassen.
Zur Erinnerung für die geschlechtsgebundene Vererbung (Beispiel
Lutinos), siehe Bild Nr. 4.
Zunächst
aber erst drei Grundsätze:
1. Ein Ino kann nicht spalterbig in Clearbody sein.
2. Ein 1,0 Clearbody kann spalterbig in Ino sein.
3. Ein Normaler oder ein Opalin kann nicht gleichzeitig
spalterbig in Ino und Clearbody sein.
Verpaarungsmöglichkeiten
mit Inos
Im folgenden
will ich die Berechnungen und die dazu gehörigen Verpaarungsmöglichkeiten
aufzeigen, die man mit geschlechtsgebunden vererbende Clearbodys
und Inos erreichen kann. |
Abkürzungen:
Clearbody geschlechtsgebunden vererbend 1,0 XCg XCg /
0,1 XC Y
Ino = (Lutino, Albino, Lacewings) 1,0 XI XI / 0,1 XI
Y
Clearbody geschlechtsgebunden vererbend, spalterbig in ,Ino 1,0 XCg XI
Welchen Einfluss Inos auf die Clearbodys haben können,
.werde ich später
noch detailliert behandeln.
Berechnungen:
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Verpaarung 1
1,0 Clearbody g (XCg
XCg) x 0,1 Ino (XI Y)
Ergebnis:
50% 1,0 Clearbody g (XCg XCg)
50% 0,1 Clearbody g (XCg Y)
Verpaarung 2
1,0 Ino ( XI XI ) x 0,1 Clearbody g (XCg Y)
Ergebnis:
50% 1,0 Clearbody g / Ino (XCg XI)
50% 0,1 Ino (XI Y)
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Verpaarung 3
1,0 Clearbody g / Ino (XCg XI) x 0,1 Clearbody g (XCg Y)
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XCg |
Y |
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XCg |
XCg XCg |
XCg Y |
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XI |
XCg XI |
XI Y |
Ergebnis:
25% 1,0 Clearbody g (XCg XCg)
25% 1,0
Clearbody g / Ino (XCg XI)
25% 0,1 Clearbody g ( Cg Y )
25% 0,1
Ino ( XI Y)
Verpaarung 4
1,0 Clearbody g / Ino (XCg XCg) x 0,1 Ino (XI Y)
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XI |
Y |
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XCg |
XCg XI |
XCg Y |
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XI |
XI XI |
XI Y |
Ergebnis:
25% 1,0 Clearbody g / Ino (XCg XI)
25% 1,0
Ino (XI XI)
25% 0,1 Clearbody g (XCg Y)
25% 0,1
Ino (XI Y) |
Wie gut ist die
Qualität der bei uns in Deutschland gezüchteten Clearbodys?
Als Beispiele
habe ich die Clearbodybilder Nr. 5 bis 9 ausgesucht. Vom Typ,
besonders den Kopfqualitäten, am schönsten ist die
Henne Bild Nr. 5.Es ist die Henne, die mich auf der AZ- Bundesschau
1995, wo sie in der Konkurrenz um den besten Jungvogel stand
aber nicht gewinnen konnte, besonders beeindruckt hatte. Auf der
AZ- Bundesschau 1996 wurde diese Henne bester Clearbody und bester
Altvogel- Gegengeschlecht. Aus heutiger Sicht betrachtet, ist
sie immer noch ein Superwellensittich, aber ein farblich sehr
schlechter Clearbody. Nicht ganz schuldlos ist dafür auch
die Kombination mit dem Australischem Gelbgesicht.
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Bild Nr. 5
Geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
0,1 GG Grau
Züchter: F. Büttner |
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Bild Nr. 6
Geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
1,0 Gr. grün
Züchter: A Santos |
Ein weiterer
ansprechender Clearbody war auf der Europaschau 2001 zu sehen
(Bester Clearbody), siehe Bild 6. Dieser Hahn hatte schon eine
sehr schöne Farbe und einen guten Farbübergang von
der Maske zum Bauchgefieder. Auch vom Typ war er ansprechend.
Auf den drei DSV- Bundesschauen 1999 bis 2001 gewannen die in
den Bildern Nr. 7 bis 9 dargestellten Clearbodys. Ich habe mich
bemüht die Größenverhältnisse auf den Bildern
einiger maßen gleich herzustellen. Was man aus der
Sitzstangenabmessung
erkennen kann.
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Bild Nr. 7 links
geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
0,1 Op Grau
Bester Clearbody
DSV- Bundesschau 1999
Züchter: ZG Fliegner
Bild Nr. 8 Mitte
geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
1,0 dunkel Gr. grün
Bester Clearbody
DSV- Bundesschau 2000
Züchter: H-J. H. Lenk |
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Bild Nr. 9
rechts
geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
1,0 Grau
Bester Clearbody
DSV-Bundesschau 2001
Züchter: ZG Will / Müller |
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Die meisten der ausgestellten Clearbodys, sind vom Typ und der
Farbe noch nicht so gut gelungen wie es der Standard vorschreibt.
Das kommt wohl daher, dass sie kaum gezielt gezüchtet werden.
Der auf Bild Nr. 8 dargestellte dunkelgraugrüne Clearbody
wurde von mir über Inos gezüchtete. Dabei sind die
Maskentiefe und die Kehltupfengröße etwas verloren
gegangen. Seine Geschwister hatten eine noch schlechtere Maske.
Bis auf die Schwingenfarbe, die noch etwas heller sein könnte,
was ich nach meinem damaligen Kenntnisstand durch die Verpaarung
mit den Inos erreichen wollte, entspricht er dem gewünschten
Aussehen eines geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys.
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Bild Nr.10 |
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Bild Nr. 11 |
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Bild Nr. 12 |
Die Bilder
Nr. 10 bis 12 wurden aus einem Bericht, im "The Budgerigar
März 2002" geschrieben von Ghalib AL- Nasser, entnommen.
Sie können als Beispiel dafür stehen, wie in England
der Stand der geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys zur
Zeit ist. Nach meiner Einschätzung sind die Engländer
auf einem ähnlichen Stand wie die Deutschen. Leider wurden
in diesem Bericht die korrekten Farben nicht angegeben. Aus den
Bildern ist zu erkennen, dass auf Bild Nr. 10 ein Opalin Clearbody
der Grünreihe dargestellt ist. Wie viele Dunkelfaktoren
er hat, ist auf dem Bild nicht zu erkennen. Auf Bild Nr. 11 ist
ein Normal Clearbody hellblau und auf Bild Nr. 12 scheint ein
Opalin Clearbody dunkel blau zu sein.
Wie sollte man mit den geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys
anfangen zu züchten und wie verpaaren, um eine Typverbesserung
zu ereichen?
Wer einen Stamm guter Clearbody aufbauen will, kommt gar nicht
umhin, die von mir in dem Bericht
" Aufbau eines Wellensittichzuchtstammes" siehe meine
Homepage www.standardwellensittichzucht-lenk.de, unter Fachartikel,
Artikel 2 und Wellensittich - Magazin 16, Heft 7 (2001) Seite
155 bis 162, aufgezeigte Vorgehensweise zu nutzen. Einen großen
Einfluss auf ihr Aussehen, hat zweifellos die Federqualität
und die richtige Farbanordnung. Einen guten Typ kann man nur
erreichen, wenn WS mit gutem Typ eingepaart werden. Das trifft
auch auf alle Eigenschaften wie Größe, Haltung, Farbe,
Maske und Kehltupfen zu.
Am Besten ist es, wenn man sich einen guten Clearbody Hahn beschafft,
der gute Schaueigenschaften zu mindestens Andeutungsweise zeigt.
Und diesen mit mehreren guten, normalen Hennen verpaart. Der
Grundstock für einen guten Clearbodystamm wird hier gelegt.
Dann werden die daraus gefallenden Halbgeschwister untereinander
verpaart.
Es können folgende Paarungen durchgeführt werden, die
bei richtiger Selektion, alle eine Typverbesserung bringen.
1.
Verpaarung
Gekaufter Clearbodyhahn x mindestens
zwei guten normal Hennen.
1,0 Clearbody g x 0,1 Normal
Es fallen:
50 % 0,1 Clearbody g
50 % 1,0 Normal / Clearbody g |
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2. Verpaarung
Halbbruder x Halbschwester
aus Verpaarung Nr. 1.
1,0 Normal/ Clearbody g x 0,1 Clearbody g
Es fallen:
25 % 1,0 Clearbody g
25 % 0,1 Clearbody g
25 % 1,0 Normal/ Clearbody g
25 % 0,1 Normal |
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3. Verpaarung
Vater x beste Tochter
aus Verpaarung Nr. 1
1,0 Clearbody g x 0,1 Clearbody g
Es fallen:
50%1,0 Clearbody g
50% 0,1 Clearbody g
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Bei späteren
Verpaarungen ist darauf zu achten, dass sie nicht enger als Halbgeschwister
sind. Von Anfang an, ist auf gute Fruchtbarkeit wert zu legen.
Was nützen uns die schönsten Clearbodys, wenn sie sich
nicht vermehren können.
Wie sollte man geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys
verpaaren um eine Farb- und Zeichnungsverbesserung zu ereichen?
Bei den geschlechtsgebunden vererben Clearbodys gibt es natürlich
farb- und zeichnungstypische Merkmale, die auch bei der Zucht
berücksichtigt werden müssen.
Wie schon erwähnt, sind Inos (auch Lacewings) nicht zur
Verbesserung der Farbeigenschaften der geschlechtsgebunden vererbenden
Clearbodys geeignet. Bei den Spaltvögeln ist nicht zu erkennen
ob sie in Ino oder Clearbody spalterbig sind. Auch zur Typverbesserung
sind sie in den seltensten Fällen zu nutzen. Das ist im
umgekehrten Fall schon eher möglich. Bei der Nutzung von
Lacewings erhält man auch Zimt Clearbodys, welche wegen
des Kontrastverlustes nicht gut aussehen, nach dem Standard auch
nicht zugelassen sind. Zu bedenken ist auch, dass der Ino viele
verdeckte Farb- und Zeichnungsfehler haben kann. Leider kann
man diese erst bei der nicht Ino Nachzucht erkennen. Den einzigen
Nutzen, den Inos uns bieten ist:
Man kann durch ihren Zuchteinsatz die Anzahl der zu erwartenden
Clearbodynachzucht erhöhen.
Ich habe mir durch die Nutzung von Inos die Masken einiger meiner
Clearbodys versaut. Es kostete mich einige Zeit die Kehltupfen
wieder größer und die Masken tiefer zubekommen. Allerdings
muss ich gestehen, dass sich meine Inos im Typ verbessert haben
und ich in den Besitz einer vom Typ sehr guten Albino Henne gekommen
bin. Das war in diesem Fall aber nicht mein Zuchtziel.
In meiner Zucht
habe ich festgestellt, dass alle Spalthähne, aus Verpaarungen
Clearbody x Normal, eine gute Schauqualität haben und kaum
hinter guten Normalen zurück stehen.
Will man also
farbliche Verbesserungen erreichen kann das nicht durch das Verpaaren
mit Inos, sondern nur geschehen, in dem man Clearbodys unter
einander verpaart. Selbst ein in Clearbody spalterbiger Hahn
kann hier schon Erfolg bringen. Aber das alleine genügt
natürlich nicht. Man muss auch darauf achten, dass wenigstens
auf einer Seite der Verpaarung, Ansätze der gewünschten
Farbe und Zeichnung vorhanden sind. Das gilt für die Körper-
und Flügelfarbe und die der Maske, insbesondere für
den Übergang von der Masken- zu der anschließenden
Brustfarbe. Korrekt gezeichnete Clearbodys erreicht man nur durch
Selektionszucht von Clearbodyverpaarungen und nicht wie von manchen
behauptet wird durch einpaaren von Inos.
Einige Bilder von geschlechtsgebunden, vererbende Clearbodys
(Texas Clearbodys) und Spaltvögeln aus meiner Zucht.
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Bild Nr. 13
1.0 Tex. Clearb. Hellblau
Ring Nr.002-00-749 |
Bild Nr.
14
1,0 Dklblau / Tex. Clearb.
Ring Nr. 053-00-7491 |
Bild Nr. 15
1.0 Tex. Clearb. Dklgrün
Ring Nr.018-01-749
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Bild Nr.
16
0,1 Tex. Clearb. Op Violett Ring Nr.023-01-749
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Bild Nr. 17
0,1 Tex. Clearb. GG Hellblau Ring Nr.035-01-749 |
Bild Nr.
18
1,0 A GG Grau / Tex. Clearb.
Ring Nr. 039-01-749 |
Bild Nr. 19
1.0 Tex. Clearb. Violett
(4 Monate)
Ring Nr.013-02-749
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Bild Nr.
20
1,0 Tex, Clearbody Violett
Ring Nr.013-02-749 |
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Bild Nr. 21
1,0 Dklblau / Tex. Clearb.
Ring Nr. 006-01-749
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Bild Nr. 22
0,1 Tex. Clearb. GG Hellblau
Ring Nr.015-02-749 |
Bild Nr. 23
0,1 Tex. Clearb. Op Hellblau
Ring Nr.038-04-749 |
Bild Nr. 24
1,0 Tex. Clearb. Hellblau / Op
Ring Nr. 015-05-749 |
Weitere Bilder von meinen
Wellensittichen siehe auf den Seiten Zuchtvögel
und Jungvögel
Wie Sie auf den Bildern Nr. 19,
20 und 23erkennen können, konnte ich in meiner Zucht schon eine
ansprechende Qualität erreichen. Besonders der auf dem Bild Nr. 15
dargestellte Wellensittich hat sich jetzt, wo er ausgewachsen ist, zu
einem sehr guten Clearbody entwickelt. Siehe Bild Nr.20
Die etwas schlechteren Masken
und Kehltupfen der Wellensittiche auf den Bildern Nr. 13, 14
und 18 habe ich mir durch die Nutzung von Inos eingehandelt.
So etwas muss nicht immer auftreten. Mann weiß bei Inos
jedoch nie welche Masken sie haben. Weil wie schon gesagt, nach
meiner Erfahrung im Normalfall eine Verbesserung, weder im Typ
noch in der Farbe durch den Einsatz von Inos erreicht werden
kann, sollte man sie in der Zucht für geschlechtsgebunden,
vererbende Clearbodys nicht einsetzen.
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