Artikel 17
Zuchterfahrung mit geschlechtsgebundenen Clearbodys

Hans - Jürgen H. Lenk DSV 749 (2002)

Von praktischer Bedeutung bleiben von den vielen erwähnten unterschiedlichen Mutationen nur noch zwei übrig. Es sind dies, die geschlechtsgebunden vererbende Mutation, der Texas Clearbody und die dominant vererbende Mutation, der Easley Clearbody. Der Texas Clearbody mutierte etwa 1950 in Texas, Amerika und wurde nach diesem amerikanischen Staat benannt. Der Easley Clearbody mutierte etwas später 1954 auch in Amerika im Staat Kalifornien. Er erhielt den Namen des Züchters bei dem er erstmalig auftrat. In der heutigen Zeit sind von nahezu allen WS- Verbänden Farbmusterbeschreibungen erstellt worden, nach welchen diese Clearbodys eingeordnet werden können. Züchterisch müssten die dominant vererbende Clearbodys einfacher auf den gewünschten Standard zu verbessern sein. Man sieht sie jedoch sehr selten. Geschlechtsgebunden vererbende Clearbodys sehen nach meinem Empfinden besser aus als die dominant vererbende Clearbodys. Das ist wohl auch der Grund warum man sie auf Schauen häufiger antrifft.

Weil ich eine relativ kleine Zuchtanlage besitze, züchte ich normaler weise nur Mutationen die verpaart unter einander, keine Typverschlechterungen, bringen können. Mein allgemeines Zuchtziel ist, WS zu züchten die dem Standard so nahe wie möglich kommen. Eine Ausnahme mache ich bei meiner neuen Mutation, den Anthrazits und den Inos. Inos setze ich ein bis zwei Paare jedes Jahr ein. Neuerdings auch bei den Clearbodys, wovon ich auch bis zu drei Paare im Jahr nutze. 1996 war das erste Jahr in welchem ich begann, mich mit der Zucht von geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys zu beschäftigen. Erste Reschärschen über und Erfahrungen mit dieser Mutation habe ich in den DSV - Nachrichten 1997 Heft Nr. 2, Seite 75 - 78 bekannt gegeben. Natürlich habe ich in der Zwischenzeit eine Menge von zusätzlichen, eigenen Erfahrungen über die Zucht dieser schönen Clearbodys, gemacht. Dabei hat es sich wieder einmal bestätigt, dass nicht alles was in der Fachpresse veröffentlicht wird, bedenkenlos für bare Münze genommen werden kann. Eine der verwirrenden Aussagen, die wohl in England ihren Ursprung haben und von vielen anderen übernommen wird, ist:

"Man könne die Schwingenfarbe und die Körperfarbe der geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys durch Verpaarungen mit Inos aufhellen."

 

Bild Nr. 1
Geschlechtsgebundenvererbende Clearbodys
1,0 graugrün und 1,0 hellblau

Ich habe natürlich auch festgestellt, dass durch Einpaarungen von Normalen (auch Opaline) die Zeichnungstypischen Merkmale der geschlechtgebunden vererbenden Clearbodys sich in der Farbe verschlechtern. Durch die Verpaarung mit Inos habe ich diesen Mangel jedoch nicht beheben können. In der Zwischenzeit bin ich davon überzeugt, dass die vorgenannte Aussage , Verbesserung der Schwingenfarbe und der Körperfarbe durch Verpaarungen mit Inos, nicht zutreffend sein kann. Wenn man sie eingehender betrachtet, kommt man ohne praktische Zuchtanalyse auch zu der Erkenntnis, dass sie nicht stimmen kann. Womit soll zum Beispiel ein durch Ino verdeckter normal hellgrüner Wellensittich in der Lage sein, Schwingen seiner Nachzucht aufzuhellen? Was hat ein nicht spalterbiger Ino, das ihn befähigt, Gefiederfarben aufzuhellen? Nach meinen Erfahrungen gibt es nichts, was einen Ino befähigt Gefiederfarben, in der Art wie sie bei der Clearbodyzucht benötigt wird, aufzuhellen.

Es ist eine alte und erprobte Tatsache, dass mutationstypische Merkmale nur durch die gleiche Mutation verbessert werden können. Wenn man also aufgehellte Schwingen und eine helle Körperfarbe bei den Geschlechtgebunden vererbenden Clearbodys haben will, kann das nur erreicht werden, in dem man immer wieder Clearbody mal Clearbody Verpaarungen vornimmt. Und aus diesen Verpaarungen nur die WS zur Zucht einsetzt, die eine Aufhellung der Schwingen und gute Körperfarben zeigen. Zu mindestens darf nur einer der Partner den gleichen Farbfehler haben. Zum Beispiel eine falsche Farbe für die Schwingen. Das Selbe gilt natürlich auch für die Körper- und Flügelfarbe und bei der Maske, insbesondere für den Übergang von der Masken- zu der anschließenden Brustfarbe. Hier ist jedoch, je nach der Anzahl der Dunkelfaktoren, eine geringfügige Abstufung nicht vermeidbar.
Wie Geschlechtgebunden vererbende Clearbodys aussehen sollten, kann man einigermaßen aus der Eric Peake Zeichnung erkennen, siehe Bild Nr. 1.
Eric Peake ist ein sehr bekannten englischer Naturmaler. Er hat auch die Standardbilder für den Englischen Wellensittichverband (Budgerigar Society) gezeichnet. Leider stimmen auf dem Bild 1 einige Details nicht. Der Übergang von der Maske zur Brust ist bei dem 1,0 graugrün so wie er sein sollte. Bei dem 1,0 hellblau ist er nicht ganz korrekt dargestellt. Es sollte keine so starke Abstufung zwischen Maske und Körperfarbe vorhanden sein. (Dieser Fehler ist bei den meisten auf Ausstellungen zu sehenden Clearbodys stark verbreitet.)  Auch sollte die Flügelfarbe zu den Schwingen hin etwas heller als in dem Bild für beide WS dargestellt sein. Im Rücken- und Bürzelbereich sollte die Farbe zu sehen, die er darstellt. In dem Bild für den Hellblauen, also hell blau, etwas dunkler als zu sehen. Die einzelnen Dunkelfaktoren sind bei den Geschlechtgebunden vererbenden Clearbodys am deutlichsten an der Rücken- und Bürzelfarbe zu erkennen. Das gilt auch für Opalin Clearbodys die nach meinem empfinden am schönsten aussehen. Besonders die Graugrünen mit zwei Dunkelfaktoren. Sie leuchten wie Gold in der Sonne.

Bild Nr. 1 a
Leider legen die meisten Züchter beim Zusammenstellen  Ihrer Paare zur Zucht noch nicht ausreichenden Wert auf ein im Zuchtergebnis korrektes farbliches Ergebnis. Auch wird bei der Bewertung auf Ausstellungen selten auf das Farblich korrekte Erscheinungsbild von einem Texas Clearbody  geachtet.

Weil es kaum eine richtige bildliche Darstellung gibt, habe ich das nebenstehende Bild Nr. 1 a zusätzlich  eingefügt. Hier ist besonders gut das Erscheinungsbild eines geschlechtsgebunden vererbende Clearbodys (Texas Clearbody) zu erkennen. Leider immer noch nicht 100%. Nicht ganz stimmt hier die Farbdarstellung auf dem Flügel für die Flügeldeckfedern. Es  sollte eine leicht ansteigende Aufhellung beginnend vom Flügelbug zu den Schwungfedern vorhanden sein. Woran sich dann die aufgehellten Schwungfedern anschließen. Ähnlich wie es bei den WS auf den Bildern Nr. 13, Nr. 20 und Nr. 24 zu sehen ist.

Nebenstehendes, von Hand gemahltes Bild, erhielt ich als Ehrenpreispreis (auch Goldmedaille und Pokal)  auf der
48. DSV Bundesschau 2006 für den 
Besten Texas Clearbody
(siehe Bild Nr. 24) welcher auch  
Bester der schwierigen Farben
wurde.

Dominant vererbender Clearbody
Bevor ich mich weiter mit den Geschlechtgebunden vererbenden Clearbodys befasse, möchte ich noch kurz auf die Dominant vererbenden Clearbodys eingehen. Diese sind, wenn sie einen schlechten Farbkontrast haben, kaum von den Normalen (nicht Clearbodys) zu unterscheiden. Das trifft besonders bei den WS mit Graufaktor zu. Auf den Bildern Nr. 2 und 3 sind ein Opalin und ein normaler Dominant vererbender Clearbody dargestellt. Leider nicht von vorne zu sehen. Aber auch hier trifft zu, dass nur eine äußerst geringe Farbabstufung zwischen Maskenfarbe und Körperfarbe vorhanden sein sollte.
 

 

Bild Nr. 2

Dominant vererbenden
Clearbody
Op Grau grün

Bild Nr. 3

Dominant vererbenden Clearbody
hellblau

Wie Sie auf den Bildern erkennen können, ist der Unterschied zwischen den beiden Mutationen sehr markant. Die Dominant vererbende Clearbodys haben die gleiche Flügelzeichnung und Flügelfarbe, wie sie bei den normalen Mutationen zu sehen ist. Wogegen die geschlechtgebunden vererbende Clearbodys nicht die auf den Bildern Nr. 2 und 3 zu sehenden dunklen Schwungfedern und den Farbanteil über den Flügel, haben sollen. Sondern die Flügel- und Zeichnungsfarbe zu den Schwingen hin soll sich etwas aufhellen und die Schwingen sollen hell sein. Das ist das herausragendste Unterscheidungsmerkmal.
Den ersten lebenden dominant vererbenden Clearbody habe ich auf der Europaschau 1999 in Karlsruhe rein zufällig bemerkt. Es war schon ein relativ guter Typvogel bei ansprechender Größe, hatte aber eine schlechte Farbe und viel nur bei genauer Betrachtung als andersartig auf.
Vorstehendes nur zum besseren Verständnis und um erkennen zu können, worin sich die beiden Mutationen unterscheiden.

 

 Bild Nr. 4

Zucht von Geschlechtgebunden vererbende Clearbodys.
Jetzt möchte weiterfahren über die Mutation zu berichten, die ich ja auch züchte.
Geschlechtgebunden vererbende Clearbodys vererben wie aus dem Namen zu erkennen ist, normaler weise gegenüber allen anderen Mutationen Geschlechtgebunden. Das trifft jedoch nicht gegenüber den Inos zu. Gegenüber den Inos vererben sie dominant. Da der geschlechtsgebundene Erbgang hinreichend bekannt ist, siehe hierzu Bild Nr. 4, will ich mich nachfolgend etwas detaillierter mit der Vererbung, von Clearbodys mit den Inos befassen.

Zur Erinnerung für die geschlechtsgebundene Vererbung (Beispiel Lutinos), siehe Bild Nr. 4.

Zunächst aber erst drei Grundsätze:

1. Ein Ino kann nicht spalterbig in Clearbody sein.
2. Ein 1,0 Clearbody kann spalterbig in Ino sein.
3. Ein Normaler oder ein Opalin kann nicht gleichzeitig
    spalterbig in Ino und Clearbody sein.
 

Verpaarungsmöglichkeiten mit Inos
Im folgenden will ich die Berechnungen und die dazu gehörigen Verpaarungsmöglichkeiten aufzeigen, die man mit geschlechtsgebunden vererbende Clearbodys und Inos erreichen kann.

Abkürzungen:
Clearbody geschlechtsgebunden vererbend 1,0 XCg XCg / 0,1 XC Y
Ino = (Lutino, Albino, Lacewings) 1,0 XI XI / 0,1 XI Y
Clearbody geschlechtsgebunden vererbend, spalterbig in
,Ino 1,0 XCg XI

Welchen Einfluss Inos auf die Clearbodys haben können,
.werde ich später noch detailliert behandeln.

Berechnungen:

Verpaarung 1
1,0 Clearbody g (XCg XCg) x 0,1 Ino (XI Y)

 

 XI 

  Y

 XCg

 XCg XI

 XCg Y

Ergebnis:
50% 1,0
Clearbody g (XCg XCg)
50% 0,1 Clearbody g (XCg Y)

Verpaarung 2
1,0 Ino ( XI XI ) x 0,1 Clearbody g (XCg Y)

 

  XCg

Y

 XI

 XI XCg

 XI Y

Ergebnis:
50% 1,0
Clearbody g / Ino (XCg XI)
50% 0,1 Ino (XI Y)

 

 

 

 

 

 

 Verpaarung 3
 1,0 Clearbody g / Ino (XCg XI) x 0,1 Clearbody g (XCg Y)

 

 XCg

  Y

 XCg

 XCg XCg

 XCg Y

 XI 

 XCg XI 

 XI Y

 Ergebnis:
 
25% 1,0 Clearbody g (XCg XCg)
 2
5% 1,0 Clearbody g / Ino (XCg XI)
 2
5% 0,1 Clearbody g ( Cg Y )
 2
5% 0,1 Ino ( XI Y)

 Verpaarung 4
 1,0 Clearbody g / Ino (XCg XCg) x 0,1 Ino (XI Y)

 

 XI 

 Y 

 XCg

 XCg XI  

 XCg Y 

 XI 

 XI XI 

 XI Y 

 Ergebnis:
 
25% 1,0 Clearbody g / Ino (XCg XI)
 2
5% 1,0 Ino (XI XI)
 2
5% 0,1 Clearbody g (XCg Y)
 2
5% 0,1 Ino (XI Y)

Wie gut ist die Qualität der bei uns in Deutschland gezüchteten Clearbodys?
Als Beispiele habe ich die Clearbodybilder Nr. 5 bis 9 ausgesucht. Vom Typ, besonders den Kopfqualitäten, am schönsten ist die Henne Bild Nr. 5.Es ist die Henne, die mich auf der AZ- Bundesschau 1995, wo sie in der Konkurrenz um den besten Jungvogel stand aber nicht gewinnen konnte, besonders beeindruckt hatte. Auf der AZ- Bundesschau 1996 wurde diese Henne bester Clearbody und bester Altvogel- Gegengeschlecht. Aus heutiger Sicht betrachtet, ist sie immer noch ein Superwellensittich, aber ein farblich sehr schlechter Clearbody. Nicht ganz schuldlos ist dafür auch die Kombination mit dem Australischem Gelbgesicht.

 

Bild Nr. 5
Geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
0,1 GG Grau
Züchter: F. Büttner

 

Bild Nr. 6
Geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
1,0 Gr. grün
Züchter: A Santos

Ein weiterer ansprechender Clearbody war auf der Europaschau 2001 zu sehen (Bester Clearbody), siehe Bild 6. Dieser Hahn hatte schon eine sehr schöne Farbe und einen guten Farbübergang von der Maske zum Bauchgefieder. Auch vom Typ war er ansprechend.
Auf den drei DSV- Bundesschauen 1999 bis 2001 gewannen die in den Bildern Nr. 7 bis 9 dargestellten Clearbodys. Ich habe mich bemüht die Größenverhältnisse auf den Bildern einiger maßen gleich herzustellen. Was man aus der
Sitzstangenabmessung erkennen kann.

Bild Nr. 7 links
geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
0,1 Op Grau
Bester Clearbody
DSV- Bundesschau 1999
Züchter: ZG Fliegner


Bild Nr. 8
Mitte
geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
1,0 dunkel Gr. grün
 
Bester Clearbody
DSV- Bundesschau 2000
Züchter: H-J. H. Lenk

 

 

Bild Nr. 9 rechts
geschlechtsgebunden
vererbender Clearbody
1,0 Grau
Bester Clearbody
DSV-Bundesschau 2001
Züchter: ZG Will / Müller

 

Die meisten der ausgestellten Clearbodys, sind vom Typ und der Farbe noch nicht so gut gelungen wie es der Standard vorschreibt. Das kommt wohl daher, dass sie kaum gezielt gezüchtet werden. Der auf Bild Nr. 8 dargestellte dunkelgraugrüne Clearbody wurde von mir über Inos gezüchtete. Dabei sind die Maskentiefe und die Kehltupfengröße etwas verloren gegangen. Seine Geschwister hatten eine noch schlechtere Maske. Bis auf die Schwingenfarbe, die noch etwas heller sein könnte, was ich nach meinem damaligen Kenntnisstand durch die Verpaarung mit den Inos erreichen wollte, entspricht er dem gewünschten Aussehen eines geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys.

 

Bild Nr.10

 

Bild Nr. 11 

 

Bild Nr. 12

Die Bilder Nr. 10 bis 12 wurden aus einem Bericht, im "The Budgerigar März 2002" geschrieben von Ghalib AL- Nasser, entnommen. Sie können als Beispiel dafür stehen, wie in England der Stand der geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys zur Zeit ist. Nach meiner Einschätzung sind die Engländer auf einem ähnlichen Stand wie die Deutschen. Leider wurden in diesem Bericht die korrekten Farben nicht angegeben. Aus den Bildern ist zu erkennen, dass auf Bild Nr. 10 ein Opalin Clearbody der Grünreihe dargestellt ist. Wie viele Dunkelfaktoren er hat, ist auf dem Bild nicht zu erkennen. Auf Bild Nr. 11 ist ein Normal Clearbody hellblau und auf Bild Nr. 12 scheint ein Opalin Clearbody dunkel blau zu sein.

Wie sollte man mit den geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys anfangen zu züchten und wie verpaaren, um eine Typverbesserung zu ereichen?
Wer einen Stamm guter Clearbody aufbauen will, kommt gar nicht umhin, die von mir in dem Bericht
" Aufbau eines Wellensittichzuchtstammes" siehe meine Homepage
www.standardwellensittichzucht-lenk.de, unter Fachartikel, Artikel 2 und Wellensittich - Magazin 16, Heft 7 (2001) Seite 155 bis 162, aufgezeigte Vorgehensweise zu nutzen. Einen großen Einfluss auf ihr Aussehen, hat zweifellos die Federqualität und die richtige Farbanordnung. Einen guten Typ kann man nur erreichen, wenn WS mit gutem Typ eingepaart werden. Das trifft auch auf alle Eigenschaften wie Größe, Haltung, Farbe, Maske und Kehltupfen zu.
Am Besten ist es, wenn man sich einen guten Clearbody Hahn beschafft, der gute Schaueigenschaften zu mindestens Andeutungsweise zeigt. Und diesen mit mehreren guten, normalen Hennen verpaart. Der Grundstock für einen guten Clearbodystamm wird hier gelegt. Dann werden die daraus gefallenden Halbgeschwister untereinander verpaart.
Es können folgende Paarungen durchgeführt werden, die bei richtiger Selektion, alle eine Typverbesserung bringen.

  1. Verpaarung
  Gekaufter Clearbodyhahn x mindestens
  zwei guten normal Hennen.
  1,0 Clearbody g x 0,1 Normal

  Es fallen:
  50 % 0,1 Clearbody g
  50 % 1,0 Normal / Clearbody g

 

 

 

 2. Verpaarung
 Halbbruder x Halbschwester
 aus Verpaarung Nr. 1.
 1,0 Normal/ Clearbody g x 0,1 Clearbody g

 Es fallen:
 25 % 1,0 Clearbody g
 25 % 0,1 Clearbody g
 25 % 1,0 Normal/ Clearbody g
 25 % 0,1 Normal

 

 3. Verpaarung
 Vater x beste Tochter
 aus Verpaarung Nr. 1
 1,0 Clearbody g x 0,1 Clearbody g

 Es fallen:
 50%1,0 Clearbody g
 50% 0,1 Clearbody g

 

Bei späteren Verpaarungen ist darauf zu achten, dass sie nicht enger als Halbgeschwister sind. Von Anfang an, ist auf gute Fruchtbarkeit wert zu legen. Was nützen uns die schönsten Clearbodys, wenn sie sich nicht vermehren können.

Wie sollte man geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys verpaaren um eine Farb- und Zeichnungsverbesserung zu ereichen?
Bei den geschlechtsgebunden vererben Clearbodys gibt es natürlich farb- und zeichnungstypische Merkmale, die auch bei der Zucht berücksichtigt werden müssen.
Wie schon erwähnt, sind Inos (auch Lacewings) nicht zur Verbesserung der Farbeigenschaften der geschlechtsgebunden vererbenden Clearbodys geeignet. Bei den Spaltvögeln ist nicht zu erkennen ob sie in Ino oder Clearbody spalterbig sind. Auch zur Typverbesserung sind sie in den seltensten Fällen zu nutzen. Das ist im umgekehrten Fall schon eher möglich. Bei der Nutzung von Lacewings erhält man auch Zimt Clearbodys, welche wegen des Kontrastverlustes nicht gut aussehen, nach dem Standard auch nicht zugelassen sind. Zu bedenken ist auch, dass der Ino viele verdeckte Farb- und Zeichnungsfehler haben kann. Leider kann man diese erst bei der nicht Ino Nachzucht erkennen. Den einzigen Nutzen, den Inos uns bieten ist:
Man kann durch ihren Zuchteinsatz die Anzahl der zu erwartenden Clearbodynachzucht erhöhen.
Ich habe mir durch die Nutzung von Inos die Masken einiger meiner Clearbodys versaut. Es kostete mich einige Zeit die Kehltupfen wieder größer und die Masken tiefer zubekommen. Allerdings muss ich gestehen, dass sich meine Inos im Typ verbessert haben und ich in den Besitz einer vom Typ sehr guten Albino Henne gekommen bin. Das war in diesem Fall aber nicht mein Zuchtziel.

In meiner Zucht habe ich festgestellt, dass alle Spalthähne, aus Verpaarungen Clearbody x Normal, eine gute Schauqualität haben und kaum hinter guten Normalen zurück stehen.

Will man also farbliche Verbesserungen erreichen kann das nicht durch das Verpaaren mit Inos, sondern nur geschehen, in dem man Clearbodys unter einander verpaart. Selbst ein in Clearbody spalterbiger Hahn kann hier schon Erfolg bringen. Aber das alleine genügt natürlich nicht. Man muss auch darauf achten, dass wenigstens auf einer Seite der Verpaarung, Ansätze der gewünschten Farbe und Zeichnung vorhanden sind. Das gilt für die Körper- und Flügelfarbe und die der Maske, insbesondere für den Übergang von der Masken- zu der anschließenden Brustfarbe. Korrekt gezeichnete Clearbodys erreicht man nur durch Selektionszucht von Clearbodyverpaarungen und nicht wie von manchen behauptet wird durch einpaaren von Inos.

Einige Bilder von geschlechtsgebunden, vererbende Clearbodys (Texas Clearbodys) und Spaltvögeln aus meiner Zucht.

 

 

 

 

Bild Nr. 13
1.0 Tex. Clearb. Hellblau
Ring Nr.002-00-749

Bild Nr. 14
1,0 Dklblau / Tex. Clearb.
Ring Nr. 053-00-7491
 


Bild Nr.
15

1.0 Tex. Clearb. Dklgrün
Ring Nr.018-01-749

 

Bild Nr. 16
0,1 Tex. Clearb. Op Violett Ring Nr.023-01-749

 

 

 

 

 

Bild Nr. 17
0,1 Tex. Clearb. GG Hellblau Ring Nr.035-01-749

Bild Nr. 18
1,0 A GG Grau / Tex. Clearb.
Ring Nr. 039-01-749

 

Bild Nr. 19
1.0 Tex. Clearb. Violett
(4 Monate)
Ring Nr.013-02-749
 

Bild Nr. 20
1,0 Tex, Clearbody
Violett
Ring Nr.013-02-749
 

 

 

 


Bild Nr. 2
1

1,0 Dklblau / Tex. Clearb.
Ring Nr. 006-01-749

 

Bild Nr. 22
0,1 Tex. Clearb. GG Hellblau
Ring Nr.015-02-749
 

Bild Nr. 23
0,1 Tex. Clearb.
 Op Hellblau
Ring Nr.038-04-749
 

Bild Nr. 24
1,0 Tex. Clearb. Hellblau / Op
 Ring Nr. 015-05-749
 

Weitere Bilder von meinen Wellensittichen siehe auf den Seiten Zuchtvögel und Jungvögel

Wie Sie auf den Bildern Nr. 19, 20 und 23erkennen können, konnte ich in meiner Zucht schon eine ansprechende Qualität erreichen. Besonders der auf dem Bild Nr. 15 dargestellte Wellensittich hat sich jetzt, wo er ausgewachsen ist, zu einem sehr guten Clearbody entwickelt. Siehe Bild Nr.20

Die etwas schlechteren Masken und Kehltupfen der Wellensittiche auf den Bildern Nr. 13, 14 und 18 habe ich mir durch die Nutzung von Inos eingehandelt. So etwas muss nicht immer auftreten. Mann weiß bei Inos jedoch nie welche Masken sie haben. Weil wie schon gesagt, nach meiner Erfahrung im Normalfall eine Verbesserung, weder im Typ noch in der Farbe durch den Einsatz von Inos erreicht werden kann, sollte man sie in der Zucht für geschlechtsgebunden, vererbende Clearbodys nicht einsetzen.

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