Artikel 19
Opaline
und deren Zuchtmöglichkeiten
Hans
- Jürgen H. Lenk DSV 749 (2003)
Die Opaline
sind, wenn sie eine kräftige Farbe haben und richtig gezeichnet
sind, eine der schönsten Mutationen. Dieses drückt
auch schon der Name aus. Er wurde von dem Edelstein Opal abgeleitet.
Ein formschöner und gut gezeichneter Opalin Wellensittich
kann einen Züchter schon begeistern, so auch mich. Ich entschloss
mich am Anfang meiner Standardwellensittichzucht nur Opaline
zu züchten. Ich züchtete nur Opaline bis Ende 1978.
Zu der Zeit war ich wohl der einzige Züchter in Deutschland,
der eine reine Opalinzucht für Ausstellungswellensittiche
hatte. Australische Schecken war der Hauptgrund, dass ich auch
Normale zu züchten begann. Australische Schecken gefallen
mir besser in der Normalversion. Ab dieser Zeit kam es mir dann
auch nicht mehr auf eine bestimmte Mutation an. Ich wollte einfach
nur gute Wellensittiche züchten. So nutze ich heute in der
Zucht alle Mutationen, die sich gegenseitig verbessern können.
Information
über die ersten Opaline
Der erste Opalin wurde 1933 aus einem Schwarm frei lebender Wellensittiche
in Australien gefangen. Der erste Züchter der sich mit diesem
Wellensittich beschäftigte war Mr. S. E. Terrill in Adelaide,
Süd Australien.
Unabhängig davon wurde 1934 von dem Züchter Mr. A.
Brown in Kilmarnock, Scottland eine dklblaue Opalin- Henne aus
einem Hellblauen und einem Mauve- Wellensittich gezüchtet.
Diese Henne brachte in ihrem ersten Zuchteinsatz bei dem Züchter
Mr. Ashby in Ayr Scottland, nur Normale, Hennen und Hähne
zur Welt. Im darauf folgenden Jahr wurde sie mit einem ihrer
Söhne verpaart und jetzt erschienen sowohl Opalin- Henne
als auch Opalin- Hähne. Die Opaline wurden zu der Zeit fälschlicherweise
als "Schecken", später als "Marmorierte"
bezeichnet. Der Name Opalin wurde in Australien vergeben und
als verbindliche Bezeichnung für diese Wellensittichmutation
von allen anderen Verbänden übernommen. Die aus Scottland
kommende Opalin- Wellensittiche waren sicherlich die Ausgangstiere
der uns heute von England bekannten und zur Zucht genutzten Opaline.
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Die dritte Mutation
entstand 1935 in der Zuchtanlage von Herrn L. Raymaekers in Brüssel,
Belgien und wurde Pracht- Opalin genannt. Es waren fast einfarbige
Wellensittiche, sie hatten kaum eine Zeichnung auf dem Flügel.
Dann gibt es noch die so genannten Brillant- Opaline, gezüchtet
etwa 1950 in Kalifornien. Diese sollen noch intensivere Farben
als die besten Normalen haben.
Vererbung
Alle Opalin- Mutationen vererben Geschlechtsgebunden, siehe hierzu
Bild Nr.1.
Bei der Keimzellenbildung eines Hahnes hat jede Keimzelle ein
X- Chromosom.
Bei der Keimzellenbildung einer Henne hat eine Keimzelle ein
X- Chromosom die andere ein Y- Chromosom.
Die Buchstaben X und Y stehen für die Geschlechtskennzeichnung.
Der Buchstabe o steht für Opalin.
Allgemein hat ein Opalin- Hahn die Erbformel Xo Xo.
Allgemein hat eine Opalin- Henne die Erbformel Xo Y
Wegen der geschlechtsgebundenen Vererbung, kann keine Henne spalterbig
in Opalin sein. Für einen
Hellgrünen- Opalin- Hahn ohne Dunkelfaktor schreibt man
zum Beispiel die
Erbformel Xo Xo FF bb.
Für eine Hellgrüne- Opalin- Henne ohne Dunkelfaktor
die
Erbformel Xo Y FF bb.
Wer Verpaarungsberechnungen
durchführen will, der sollte die vorstehende Erbformelart
einsetzen.
Wer ohne zu rechnen wissen will, wie seine Opaline sich vererben,
der kann das problemlos mit dem Bild Nr. 1 herausfinden.
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Farbmusterbeschreibung
Die Farbmusterbeschreibung ist den Standards der einzelnen Verbände
zu entnehmen. Sie sind leider an verschiedenen Punkten unstimmig
und dazu auch noch nicht ganz untereinander abgestimmt worden.
Information
Für neue Züchter ist es manchmal schwer zu verstehen,
was die einzelnen Begriffe bei den Opalinen bedeuten. Deswegen
habe ich in Bild Nr. 2 (1,0 Opalin Dklgrün) Buchstaben eingeführt,
um Erklärungen deutlich zu machen.
Man spricht oft von einem sauberen oder nicht sauberen Mantel
bei Opalinen. Gemeint ist der Bereich
A. Auch wird bei den Opalinen von einem Spiegel im
Flügelbereich gesprochen. Damit ist der helle Bereich in
den Schwungfedern B, im Bild leider nicht deutlich
zuerkennen, gemeint. Opalisieren oder opalisierende Effekte entstehen
durch eine breite Säumung der Flügeldeckfeder in der Grundfarbe im Bereich
C. Dazu ist aber auch eine intensive Grundfarbe erforderlich.
Bei einem Opalin soll ein opalisierender Effekt vorhanden sein.
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Diesen Effekt kann
er nur bei intensiver Farbe auch in der Flügelzeichnung
zeigen. Je breiter die Federumrahmung in der Grundfarbe des jeweiligen
Opalin ist, desto deutlicher wird ein opalisierender Effekt in
der Flügeldeckfeder erreicht. Natürlich muss die Grundfarbe
intensiv und darf nicht verwaschen sein. Leider kann dieser Zusammenhang
weder aus den teilweise genutzten Bildbeispielen, wie Bild Nr.
2, noch aus den Texten für die Opalin- Zeichnung, zum Beispiel
des DSV Standards 2002, erkannt werden. Bei Standards anderer
Verbände ist die Situation ähnlich. Die Offiziellen
sollten sich die Texte noch mal kritisch durchlesen. (Ich muss
gestehen, dass als, der neue Standard der DSV verabschiedet wurde,
ich auch nicht auf das Manko hingewiesen habe, obwohl mir das
schon bei dem alten Standard aufgefallen war.) Zu mindestens
für Preisrichter aller Verbände besteht Handlungsbedarf,
sie auf eine Bewertung für eine Förderung der Opalinzucht
einzustimmen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wurde
bei der DSV schon unternommen.
Ausblick
Nach meiner Erfahrung kann man gut gezeichnete Opaline in größerer
Stückzahl, nur durch Opalin mal Opalin- Verpaarungen erreichen.
Dies wurde mir auch schon auf der DSV Bundesschau 1977 in Duisburg
von Mr. Gerald S. Binks aus England (Autor der Bücher: Best
in Show und The Challence) der dort als Preisrichter tätig
war, bestätigt. Ich war sein Betreuer / Übersetzer
und hatte Gelegenheit mich mit ihm über mich interessierende
Themen zu unterhalten. Er erzählte mir, dass die meisten
Gewinner auf den englischen Schauen, wenn es Opaline sind, aus
Opalin mal Opalin- Verpaarungen stammen. Zu der Zeit war es keine
Seltenheit, dass Opaline Schauen gewannen. Die Qualität der Opaline hat
sich leider in den letzten Jahren sehr verschlechtert. Das wurde mir
so richtig deutlich auf der DSV- Bundesschau 2002, wo ich einen Teil
der Opaline zu richten hatte. |
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Nicht nur, dass sie schlecht gezeichnet sind
und dazu auch noch schmutzige Köpfe, unsaubere Mäntel
und Nacken und verwaschene Farben haben, sie sind auch in ihren
Körpereigenschaften stark abgefallen. Sie werden kaum bewusst
gezüchtet. Ein wesentlicher Grund dafür ist nach meiner
Meinung die besonders harte Bestrafung der Opaline von einigen
Preisrichtern auf den Schauen. Für manche Züchter zahlt
es sich nicht aus, Opaline aus zu stellen. Zeichnungsfehler bei
den Normalen, wie verwaschen Farben, Opalisieren und Pigmentausfall,
selbst Kopfflecken werden weniger hart bestraft.
Was kann man tun um die Opaline wieder zu verbessern?
Zunächst muss allgemein anerkannt werden, dass es züchterisch
nicht möglich ist Opaline mit sauberen Mänteln zu erhalten,
wenn man auf einer Flügelzeichnung mit einer Pigmentanhäufung
besteht, wie sie bei den Normalen vorhanden ist. Beispiele dafür
sind die Bilder Nr. 3 und Nr. 4. Bild Nr. 5 zeigt eine zu schmale
Umrandung der Flügeldeckfeder in der Grundfarbe. Opaline
mit solchen Flügelzeichnungen, haben nie saubere Mäntel.
Es dürfen also Opaline nicht auf Schauen bestraft werden,
wenn sie eine Flügelzeichnung wie in Bild Nr. 6 und 8 haben.
Ideal ist allerdings eine Flügelzeichnung wie sie in Bild
Nr. 7 zu sehen ist.
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| Bild Nr.3 |
Bild Nr.4 |
Bild Nr.
5 |
Bild Nr.
6 |
Bild Nr.7 |
Bild Nr.
8 |
Praxis sollte sein, dass nur wenn Opaline mit Flügelzeichnungen
wie in Bild Nr.7 dargestellt, in einer Richtgruppe zusammen mit
Opalinen mit Flügelzeichnungen, wie in Bild Nr. 6 und 8
dargestellt, stehen und einen gleich sauberen Mantel haben, diese
vorzuziehen sind. Sollte der Mantel der Opaline mit Flügelzeichnungen
wie in Bild Nr. 7 dargestellt, schmutzig sein. Dann müssen
die Opalinen, mit Flügelzeichnungen wie in Bild Nr. 6 und
8 dargestellt, vorgezogen werden.
Die Zucht
von Opalinen
Meine ersten zu einer Spezialzucht geeigneten Opaline kaufte
ich in England im Juni 1968 bei dem Züchterehepaar Mr. Walther
und Mrs. Esther H. Cliff. Es war Nachzucht von Wellensittichen
der zu der Zeit sehr bekannten Mrs. Angela Moss. Zu Hause hatte
ich sie aber erst im Dezember. Zu der Zeit war es nicht einfach
in England gekaufte Wellensittiche nach Deutschland zu bringen.
Obwohl ich schon Opaline hatte, konnte ich erst richtig 1969
mit meiner gewünschten reinen Opalin- Zucht beginnen. In
dieser Zeit hatte ich in England beruflich sehr viel zu tun.
Bei jedem meiner Besuche etwa zwei im Monat und das über
einen Zeitraum von fast drei Jahren, besuchte ich sehr viele
bekannte und weniger bekannte englische Züchter. Durch die
gute Gastfreundschaft war mein Teekonsum in dieser Zeit erheblich.
Auch habe ich wohl alle englischen Teegebäcke ausprobieren
können.
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Bild Nr. 9
Auf dem Bild sind einige offizielle des englischen Wellensittichvereins
"Scunthorpe Budgerigar & Foreign Bird Society"
mit einem von mir 1979 gestifteter
Pokal zu sehen.
Von Links nach Rechts gesehen:
Mr. Walther Cliff (Cup manager),
Mrs. Esther H. Cliff (Secretary) und
Mr. Barry Cross (Publicity officer)
Schon zu diesem Zeitpunkt
wurden in England Verpaarungen nach der Feder- Qualität vorgenommen.
Besonderen Wert legte man auf eine große Anzahl dichter Daunenfedern.
Auch sprach man schon damals von Buff-, und Yellow- Federn. Ich muss
gestehen, dass ich damals erhebliche |
Schwierigkeiten hatte, das
alles zu verstehen. In vielen Gesprächen an langen Abenden lernte ich
dennoch mehr, als ich in einer eigenen Zucht erfahren oder mir hätte
anlesen können. So war ich bestens gerüstet mein Hobby,
Ausstellungswellensittiche züchten, durch zu führen.
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Bild Nr. 10
1985 Besuch bei Ray Steel. Er war zu der Zeit
Championzüchter
und einer der bekanntesten
Ino- Züchter.
Von Links gesehen:
Christine Steel, Ray Steel, John Heald und
Hans- Jürgen H. Lenk betrachten die von Ray
gewonnenen Pokale.
Mit John Heald bin ich von 1982 bis heute in Kontakt. |
Bild Nr. 11
1985 Besuch bei Peter Sanderson. (leider verstorben) Peter war
lange Jahre der Schaumanager der Club- Schau und ein erfolgreicher
Championzüchter und Preisrichter. Das Bild wurde in seiner
damals neu erstellten Zuchtanlage aufgenommen.
Von Links gesehen:
Peter Sanderson, Hans- Jürgen H. Lenk und Herman Kern (leider
auch schon verstorben) ein für seine Falben und Hellflügel
bekannter deutscher Championzüchter |
Zum ersten mal in meiner Wellensittich- Züchterlaufbahn
stellte ich am 06.09.1974 in Berlin in der so genannten B- Klasse
aus. 7 Opaline, jeder wurde mit sg bewertet. Ich gewann 3 Silber-
Medaillen und 1 Bronze- Medaille. In Berlin erhielt man zu der
Zeit die Medaillen noch in errungener Stückzahl ausgehändigt.
Im gleichen Jahr stellte ich auch auf der DSV Bundesschau in
Wuppertal aus, alles Opaline, 10 Käfige, darunter auch ein
Teamkäfig mit 6 Opalinen. Ich erreichte 3 erste, 3 zweite
und 3 dritte Plätze und dafür 3 Gold-, 2 Silber-, und
2 Bronze- Medaillen. Diese aber nur als 1 Satz. Das war für
mich als Anfänger schon ein tolles Gefühl und gab mir
die Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg war.
Als Schreiber für den damals sehr bekannten und respektierten
Züchter und Preisrichter Alex Woestendik (Graue Eminenz
der DSV wurde er auch genannt) auf dieser DSV Bundesschau, hatte
ich auch meinen ersten Einblick in den Richtablauf.
1980 konnte ich
einen schönen Erfolg auf der Offenen Schau in Köln
verbuchen. Von den 1503 ausgestellten Wellensittichen wurde ein
von mir gezüchteter Op Hellgrüner Hahn, bester der
Schau und eine Op Dunkelblaue Henne bestes Gegengeschlecht der
Schau. Beide wurden mit dem Prädikat Vorzüglich bewertet.
Über die
Vererbungseigenschaften bei Opalinen, von Farbe, Größe,
Kehltupfen usw. ist eine Menge veröffentlicht worden. Jedoch
scheint mir einiges sehr widersprüchlich. So sagt man zum
Beispiel, dass bei Verpaarungen von Opalin mal Opalin die Masken
immer enger werden und die Kehltupfenzahl zunehmen. Dies hat
sich in meiner 9- jährigen reinen Opalinzucht (1969 bis
1978) nicht bestätigt. Auch heute, wo ich gelegentlich Opalin
mal Opalin Verpaarungen durchführe, hat sich diese Behauptung
nicht als richtig erwiesen. Wenn man Normale in der gleichen
Weise verpaart, erhält man das gleiche Ergebnis wie bei
Opalinen. Das bedeutet, verpaart man zwei Wellensittiche mit
vielen Kehltupfen und engen Masken, so hat die Nachzucht zum
größten Teil auch viele Kehltupfen und enge Masken.
Eine weitere Aussage, die oft zu lesen ist, besagt, mit Opalinen
können die Kehltupfengrößen der Normalen verbessert
werden. Dass dies nicht stimmen kann, können Sie selber
leicht herausfinden. Verpaaren Sie einen Opalin mit kleinen Kehltupfen
an einen Normalen, der auch kleine Kehltupfen hat. Aus dieser
Verpaarung werden nur dann größere Kehltupfen in der
Nachzucht erscheinen, wenn die Erbanlage für große
Kehltupfen zu mindestens bei einem der eingesetzten Wellensittiche
vorhanden ist. Wenn diese Erbanlage nicht vorhanden ist, wird
auch der Opalin nicht bewirken, dass in der Nachzucht größere
Kehltupfen erscheinen. Bringt man hingegen zwei Wellensittiche
mit vielen und großen Kehltupfen zusammen, so wird sich
das auch bei der Nachzucht zeigen.
Grundsätzlich werden also nicht große Kehltupfen von
den Opalinen vererbt.
Davon ist auch Herr Michael S. Christian, uns bekannt als Buchautor
und durch die Einführung der Spangle nach Europa, überzeugt.
Er schreibt in seinem Buch "Budgerigars all you need to
know" folgendes:
Zitat:
Es wird
behauptet, dass Opaline die Kehltupfen anderer Mutationen verbessern
können. Die nachfolgen aufgeführten 2 Punkte
erklären,
warum das nicht stimmen kann.
1. Gute Kehltupfen sind bei Opalinen nicht über all vorhanden.
Es gibt viele Opaline mit Kehltupfen, die so klein und schlecht
angeordnet sind, wie es bei anderen Mutationen auch der Fall
ist.
2. Wenn Kehltupfen irgendwie an ein Gen gekoppelt wären,
für das die Opalin -Vererbung verantwortlich ist, wie kann
dieses Gen
die Nicht- Opalin- Töchter von Opalin- Hennen
beeinflussen?
Es gibt sicher
noch andere Argumente welche die von manchen veröffentliche
falsche Opalin- Kehltupfen- Vererbungs- Theorie
widerlegen, aber
die zwei sollten schon genügen. |
Wie sicherlich
Herrn Michael S. Christian auch bekannt ist, gibt es was die
Vererbung von Kehltupfen anbelangt, jedoch Ausnahmen. Bei Opalin
-Stämmen, in denen man auf die Festigung der Erbmasse für
Masken und Kehltupfen besonderen Wert gelegt hat, wirkt sich
dies auch noch Generationen später positiv aus. Das trifft
allerdings auch bei Normalen, die aus ähnlich gezüchteten
Stämmen kommen zu.
Wie schon am Anfang gesagt, hat man beim Auftauchen der ersten
Opaline, diese in England mit den besten Normal- Wellensittichen
verpaart. Man wollte die nachlassende Fruchtbarkeit bei den Normalen
positiv beeinflussen. Dadurch wurde bei den genutzten Opalinen
eine besonders gute Erbmasse für den Typ gefestigt, wobei
leider in vielen Stämmen die Farbe und Zeichnung der Opaline
stark vernachlässigt wurde. Dieses Versäumnis offenbart
sich leider auch heute noch bei manchen Verpaarungen mit Opalinen.
Durch den Einsatz der damaligen Opaline wurde die Fruchtbarkeit
der hoch gezüchteten Normalen stark verbessert.
Welche Möglichkeiten
haben wir farbenprächtige und formschöne Opaline zu
züchten?
Bei allen Wellensittichmutationen die ich bis jetzt gezüchtet
habe musste ich erfahren, dass eine Verbesserung von mutationsspezifischen
Eigenschaften nur durch Verpaarungen mit der gleichen Mutation
erreicht werden kann. Bezogen auf Opaline bedeutet das:
Körperfarbe
Farbschöne und richtig gezeichnete Opaline kann man nur
durch Opalin mal Opalin- Verpaarungen gezielt züchten. Eine
gute Körperfarbe kann nur erreicht werden, wenn Opaline
mit verwaschenen Farben nicht in der Opalinzucht genutzt werden.
Die Federstruktur (Yellow bis Buff mit allen Zwischenstufen)
hat zwar einen Einfluss auf die Leuchtkraft einer Farbe, ist
aber nicht dafür verantwortlich, dass Opaline verwaschen
aussehen. Graugrün oder grau bringt keinerlei Farbverschlechterung.
(Nur bei Lutinos erhält man eine Farbe, Senfgrau, die bei
dieser Mutation nicht erwünscht ist.)
Grün und Blau scheinen sich gegenseitig farblich zu ergänzen.
Deshalb sollte man, wenn eine Farbverbesserung erreicht werden
soll, nicht blau mal blau verpaaren. Grün mal grün
nur dann, wenn beide spalterbig in blau sind.
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Kopfflecken
Allgemein wird behauptet,
dass die Opaline für die Verbreitung der Kopfflecke verantwortlich
sind. Das glaube ich nicht. Nach meiner Meinung sind die Kopfflecke
dadurch entstanden, dass man wegen dem Bestreben immer größere
Kehltupfen zu züchten eine starke Anhäufung von Melanin
im Kopfbereich bei allen für die Zucht genutzten Wellensittichen
erreicht hat. Es gibt sogar Wellensittiche, bei denen sowohl
die Wellenzeichnung über den Kopf bis zum oberen Schnabelansatz,
als auch die Kehltupfen sich vom unteren Maskenrand über
den ganzen Maskenbereich bis zum unteren Schnabelansatz ausbreiten.
Sie also eine total schwarze Maske haben. Siehe dazu Bild Nr.
12, eine dunkelblaue Henne. Diese Wellensittiche wurden als neue
Mutation (Schwarzköpfe) in der englischen Zeitschrift Budgerigar
World, Februar 2000 vorgestellt. Danach werden sie in Holland
von einem Züchter Herr Van Dijk gezüchtet. Sie sind
erstmalig 1992 aufgefallen. |
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Bild Nr. 12 |
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Bild Nr. 12 a
Den
Wellensittich von Bild Nr.12a, einen dunkelblauen Hahn, welcher
noch sehr jung ist und sicher gerade das Nest verlassen hat, habe ich
anlässlich eines Besuches am 20.04.2007 in einer
Gemeinschaftsvoliere (Wellensittiche und Nymphensittiche) im Solinger
Vogelpark entdeckt. Dieser Wellensittich ähnelt stark denen von
Herr Van Dijk
gezüchteten.
Da meine Zuchtanlage zu klein ist um mit einer zusätzlichen Mutation
zu experimentieren habe ich meine Entdeckung dem
Preisrichterkollegen Herrn
Jürgen Tholen
auf unserer
Preisrichtertagung am 22.04.2007 erzählt. Er will sich diesen
Wellensittich für Zuchtversuche holen. Ich bin gespannt, was daraus
wird.
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Leider hat
Herr
Jürgen Tholen
sein Versprechen nicht durchgeführt, sich den Wellensittich
Bild Nr.12a zu holen. So
das man davon ausgehen kann, das dieser in einem Haushalt als
Stubenvogel gelandet ist. |
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Nach Aussage
von Herrn Van Dijk vererben sie rezessiv. Alle in dem Artikel
gezeigten Bilder waren Wellensittiche in der Normal- Version.
Es wäre interessant zu wissen, ob diese Wellensittiche als
Opaline auch rezessiv vererben.
In meiner Zucht ist mir aufgefallen, dass die Opaline die Kopfflecken
dominant und die Normalen die Kopfflecken rezessiv vererben.
Auch ein Grund für Opalin- Verpaarungen keine Normale ein
zu setzen. Dadurch kann eine Möglichkeit Kopfflecken in
einen Opalinstamm ein zu bringen, ausgeschlossen werden. Auch
ist mir aufgefallen, dass die Kopfflecken bei Opalinen unabhängig
von der Pigmentanhäufung auf dem Flügel vererbt werden.
Zeichnung
Es gibt offensichtlich zwei Arten von Opalinen. Die einen haben
einen annähernd weißen beziehungsweise gelben Hals,
wogegen sich bei der anderen Art die Körpergrundfarbe bis
nahezu an die Kopfmitte ausbreitet. Ich denke, dass die zweite
Art ihren Ursprung in den so genannten Brillant- Opaline hat.
Beide haben ihren Reiz. Nach den meisten Standards wird jedoch
die erste Art gefordert. Die zweite Art müsste eigentlich
auf Schauen bestraft werden, weil sie nicht dem Standard entspricht.
Das ist aber offensichtlich nicht der Fall.
Wenn man Opaline mit sauberen Mänteln züchten will,
dann ist es erforderlich sie untereinander zu verpaaren. Ein
zwangsläufiges Ergebnis ist dann eine Flügelzeichnung
wie sie in den Bildern Nr. 6 bis 8 zu sehen ist. Durch wiederholte
Opalin- Verpaarungen verlieren die Flügeldeckfedern an Pigment.
Das Einkreuzen von Normalen bringt eine Zeichnungsverschlechterung.
Es werden die Federumrandungen schmaler, die einen Opalin erst
richtig zur Geltung bringen.
Vererbung
einer Federstruktur durch Zimter
Auch hier bin ich schon lange der gleichen Meinung wie sie der
schon vorher erwähnte Züchter und Buchautor Herr Michael
S. Christian in seinem Buch bekannt gibt.
Zitat:
Die Vererbung
der Federstruktur von Zimtern an andere Mutation, ist eine immer
wieder kehrende Aussage einiger Autoren, die
falsche Hoffnung
weckt. Der ihnen zu geschriebene Federqualitätsmythos ist
etwas, dass aufgeklärt werden sollte. Es trifft das
selbe
Argument wie bei der Vererbung der Kehltupfen durch die Opaline
zu. Warum fehlt einigen Zimtern die Qualität der
Federstruktur,
die ihnen als allgemeines Erbgut zugeordnet wird? Und wo kommt
die Qualität der Federn der Nicht-Zimttöchter von
Zimthennen
her? |
Ich glaubte,
dass auch hier diese zwei Beispiele genügen sollten, die
meisten Enthusiasten zu überzeugen.
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Schwanz
Offensichtlich gibt
es einen Zusammenhang zwischen der Schwanzfederfarbe und der
Pigmentanhäufung auf dem Mantel bei den Opalinen. Je mehr
Grundkörperfarbe eines Opalins in der Schwanzfeder vorhanden
ist, desto sauberer ist der Mantel. Hier ist auch die Leuchtkraft
der Farbe zu sehen. Ein weiterer Zusammenhang ist erkennbar bei
der Pigmentanhäufung im Flügel und der Säumung
der Flügeldeckfedern. Beides steht auch im engen Zusammenhang
mit dem Aufhellungsgrad der Schwanzfeder. Es kann davon ausgegangen
werden, dass je heller der Schwanz, desto sauberer ist der Mantel
und desto breiter ist die Säumung der Flügeldeckfeder.
Auf dem Bild Nr. 10 sind lange Schwanzfedern von einigen Opalinen
aus meiner Zucht dargestellt. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass die Schwanzfedern in anderen Zuchten wesentlich anders aussehen.
Ich habe jedenfalls auch auf Schauen noch keinen im Mantel sauberen
Opalin gesehen, der einen reinen blauen oder schwarzen Schwanz
wie es von machen Verbänden im Standard gefordert wird,
hatte. Je dunkler der Schwanz, um so stärker war die Pigmentanhäufung
auf dem Mantel und dem Flügel.
Leider oder Gott sei Dank spielen bei einer ernsthaften Opalinzucht
zusätzlich noch eine ganze Menge andere Dinge mit (sicherlich
auch noch welche, die mir noch nicht aufgefallen sind), gute
Opaline zu züchten. Sonst würde die Zucht auch keinen
Spaß machen. Deswegen sollte man folgende Hinweise auch
beachten.
Bei der Herauszüchtung vom Typ muss man sich darüber
im klaren sein, dass aus einem Paar als Zuchtergebnis nicht mehr
herauskommen kann, als was es äußerlich zeigt, oder
was an Erbmasse in ihm steckt. Bei der Einschätzung der
Erbmasse kann man davon ausgehen, dass, wenn Geschwister, Eltern
und Großeltern gut im Typ waren bzw. sind, weniger gute
Wellensittiche auch Anlagen für die Vererbung eines guten
Typs und andere gute Eigenschaften haben.
Kompensierte Linienzucht
Die beste Möglichkeit auf Dauer Erfolg zu haben, ist die
"Kompensierte Linienzucht". Kompensation bedeutet in
diesem Fall folgendes:
Fehler auf
der einen Seite, durch besondere Qualitäten auf der anderen
Seite auszugleichen. Linienzucht ist die Verpaarung von Verwandten.
Zum Beispiel Vater mit Tochter, Mutter mit Sohn, Halbbruder mit
Halbschwester, Onkel mit Nichte, Tante mit Neffe um nur die gebräuchlichsten
zu nennen. Verpaarungsmöglichkeiten
und theoretische Ergebnisse können aus meiner Homepage |
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Artikel
2 Aufbau eines
Wellensittichzuchtstammes.
Hybriden-Effekt
Da haben wir auch noch den Hybriden- Effekt oder auch Mischlings-
Effekt. Dieser entsteht in der Wellensittichzucht, wenn man von
der Vererbung zwei grundverschiedene Inzuchtlinien zusammen paart.
Zum Beispiel zwei über mindesten 3 Jahre in Inzucht gezüchtete,
fremde Linien. Das Ergebnis ist meistens besser als das Ausgangsmaterial,
die Nachzucht davon jedoch fast immer viel schlechter. Der Hybriden-
Effekt wirkt sich sowohl in der Leistung als auch in der Gestaltausbildung
aus. Obwohl in der Gestaltsausbildung sehr gute Ergebnisse erreicht
werden können, sollte man wegen der starken Mischerbigkeit,
dieses Zuchtsystem in der Wellensittichzucht vermeiden.
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Welche Opalin- Verpaarungen
empfahl Mr. Harry Bryan.
Mr. Harry Bryan war wohl der erfolgreichste Wellensittichzüchter
der Welt. Manche bezeichneten ihn als König der Wellensittichzüchter.
Er ist leider am 17. April 1995 im Alter von 89 Jahren verstorben.
Ich hatte Gelegenheit, ihn bei verschiedenen Veranstaltungen
persönlich kennen zu lernen und mich einmal mit ihm auch
zu unterhalten. In dem Buch "The Budgerigar Man" teilt
er mit, dass man mit den folgenden Verpaarungen gute Opaline
züchten kann.
Opalin x Opalin, Opalin Hahn x normale Henne, Spalt Hahn in Opalin
x Opalin Henne, Opalin Hahn x Zimt- Opalin- Henne. Als Idealbild
für einen Opalin bezeichnet er einen Graugrünen Opalin-
Hahn, siehe Bild Nr. 14.
Dieser Hahn wurde von der für ihre Opaline sehr bekannten
Zuchtgemeinschaft Lane und Son's L 385 gezüchtet und ausgestellt.
Leider besteht auch diese Zuchtgemeinschaft nicht mehr, weil
der Vater Mr. Eric Lane am 11. Juli 1998, kurz vor seinem 68.
Geburtstag verstorben ist. Der besagte Opalin hat für sie viele Preise
gewonnen. Diesen Super Hahn habe ich auch auf mehreren englischen
Schauen gesehen. |
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Er war für
mich der schönste Opalin und Vorbild für meine Zucht. Betrachten Sie die
Farbe des Nackens und die leider nur zum Teil zu sehende Flügelzeichnung.
Das ihm auf dem Bild der Kehltupfen am Wangenfleck fehlt, stört nicht
sehr. Er hatte allerdings auch leichte Kopfflecken, die in dieser Aufnahme
nicht zu sehen sind.
Einige
Opaline aus meiner Zucht
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Bild Nr. 15
1,0 Op A. GG Dklblau EF /z
Ring Nr. 063-98-749 |
Bild Nr. 16
1,0 Op Hellblau
Ring Nr. 032-99-749 |
Bild Nr. 17
O,1 Z Op Hellblau
Ring Nr. 012-00-749 |
Bild Nr. 18
1,0 Op Graugrün EF/bl
Ring Nr. 003-01-749 |
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Bild Nr. 19
1,0 Op GG Grau,
5,5 Monate
Ring Nr. 009-02-749 |
Bild Nr. 20
0,1 Op Dklgrün /bl,5,5 Monate
Ring Nr. 005-02-749 |
Bild Nr. 21
0,1 Op Graugrün EF /bl
5 Monate,
Ring Nr. 012-02-749 |
Bild Nr. 22
1,0 Op Hellblau DF GG
6,5 Monate,
Ring Nr. 035-02-749 |
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Bild Nr. 23 links
1,0 Op Dklgrün /bl
8 Wochen
Ring Nr. 044-02-749
Bild Nr. 24 rechts
Heinz Karolak
DSV 633 der leider schon
verstorben ist. Er
hatte zu seiner Zeit die
besten Wellensittiche in Deutschland und war deshalb auch
mehrfacher DSV- Bundessieger. Auf dem Bild ist er
am 17.12.1989 in seinem Zuchtraum so wie
ihn viele von uns kannten zu sehen. Er tat sich immer sehr schwer, wenn er
sich von einem seiner guten Wellensittiche trennen musste. |
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Weitere Bilder von meinen
Wellensittichen siehe auf den Seiten Zuchtvögel
und Jungvögel
Wie schon gesagt,
habe ich zur Zeit nicht mehr eine reine Opalinzucht. Sie können
mir aber glauben, das wenn ich Opaline untereinander verpaare,
ich alle vorher beschriebenen Grundsätze und Erkenntnisse
in meiner Zucht anwende.
Wie Sie aus den Bildern Nr. 15 bis Nr. 23 ersehen können, ist es mir
auch gelungen nach meinen vorgestellten Grundsätzen einige gute
Opaline zu züchten.
Die größte Schwierigkeit,
die ich immer noch habe, ist das Erscheinen der schmutzigen Köpfe
zu verhindern. Leider haben die besten Schauwellensittiche immer
die meisten Kopfflecken. Vor der ersten Mauser ist der größte
Teil der Opaline noch sehr sauber. Man glaubt super Opaline gezüchtet
zu haben. Das böse Erwachen kommt danach, wenn auf einmal
nach der Mauser die Kopfflecken zu sehen sind. Auch kommt es vor, dass
sich bei hintereinander folgenden Mausern auf einmal Kopfflecken zeigen,
die sich bei der nächsten Mauser wieder verlieren.
Dieses Phänomen viel mir zum ersten Mal an einer hellgrünen Opalin- Henne
auf. Ich hatte diese Henne den älteren Züchtern sicher allen bekannten
Züchter Heinz Karolak (siehe bild Nr.24) für eine Brutsaison ausgeliehen. Sie
war ein schöner sauberer Opalin. Als er mir diese Henne zurück brachte,
hatte sie plötzlich Kopfflecken und ich glaubte, er würde mir eine andere
Henne zurück geben. Durch eine Fußringkontrolle konnte ich mich
überzeugen, dass es wirklich meine Henne war. Nach einer späteren Mauser
hat sie die Kopfflecken verloren und sah wieder so aus, wie ich sie kannte.
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