Artikel 22
Gelbgesichter, eine interessante Mutation.
Hans - Jürgen H. Lenk DSV 749 (2003)

Immer, wenn ich bewusst mit einer Mutation züchte, versuche ich heraus zu finden wie sie vererbt, welche Eigenheiten sie besitzt und wie diese für die Verbesserung meines Stammes zu nutzen sind.
Die Gelbgesichter sind eine Mutation welche in verschiedenen Ländern
etwa 1930 gleichzeitig erschien und die einst eine ziemliche Verwirrung unter den Züchtern in der Wellensittichwelt bewirkte. Bis zu ihrem Erscheinen galt es als sicher, dass es nicht möglich war, sowohl blaue als auch gelbe Farbe im Körpergefieder an einem Wellensittich zuhaben, weil beide Farben normaler weise notwendig sind, einen grünen Wellensittich optisch erscheinen zu lassen. Es hat sich gezeigt, dass das Gelb von hellgelb zu einem tiefen dunkelgelb Gelb, je nach Mutation, variieren kann. Da das Gelb sich bei manchen Wellensittichen nicht nur auf die Maske beschränkt, gibt es diesen Wellensittichen durch die unterschiedliche Farbanhäufung ein einzigartiges Erscheinungsbild, welche speziell in der letzten Zeit viele Züchter besonders attraktiv finden.

Wie entsteht ein Gelbgesicht?
Selbst in der heutigen Zeit sind sich die Spezialisten nicht einig, wie sich die Gelbgesichter genetisch erklären lassen. Es scheinen viele Züchter und auch einige Autoren zu glauben, dass Gelbgesichter, gewöhnliche blaue Wellensittiche mit einem Zusatzfaktor sind, der bei ihnen den gelben Kopf mit Maske und anderen gelben Farbanteilen im Körper bewirkt. Dieses Missverständnis ist offensichtlich auch der Grund, warum einige Autoren Gelbgesichter als dominant vererbend klassifizieren. Das stimmt jedoch nur dann, wenn man sie mit Wellensittichen der Blaureihe verpaart.
Ich muss gestehen, dass auch ich der Meinung war, bevor ich mich näher mit der Mutation befasst habe. Meine praktischen Zuchterfahrungen stimmen zum größten Teil mit denen von dem englischen Buchautor Ken Gray welcher das Buch „Rainbow Budgerigars“ geschrieben hat, überein. Auch teile ich dessen Theorie.
Die Unterschiede über die Entstehungstheorie der Gelbgesichter sind zwar für einen Züchter, der nur nach Gefühl züchtet, nicht so sehr von Bedeutung. Die Anderen sollten jedoch wissen, wie ein Gelbgesicht genetisch zu beurteilen ist und was sich auf dem Gebiet der Vererbung wirklich abspielt, damit Verpaarungsergebnisse besser verstanden und richtig genutzt werden können.

Die Vererbungstheorie
Eine der ersten Regeln in der Wellensittichgenetik, die man sich einprägen muss ist, dass bestimmte Wellensittiche spalterbig für andere Farben sind. Das bekannteste Beispiel dafür ist, dass grüne Wellensittiche spalterbig für blaue Wellensittiche sein können. Es steht weiter fest, dass blaue Wellensittiche niemals spalterbig für grüne Wellensittiche sein können.
Ein grüner Wellensittich hat zwei Hauptfarben, Gelb und Blau. Fehlt einem Wellensittich die Hauptfarbe Gelb, dann ist es ein Blauer. Diese Tatsache bestätigt sich auch bei dem Ausdruck eines Bildes dann, wem an einem Tintendrucker in der Druckpatrone das Gelb verbraucht ist. Es wird uns eindrucksvoll vorgeführt, dass der auf dem Bild zu sehende grüne Wellensittich als Blauer ausgedruckt wird.
Unzweifelhaft vererben Gelbgesichter rezessiv gegenüber Grünen. Es ist auch durch Zuchtergebnisse bewiesen, dass grüne Wellensittiche für Gelbgesichts- Mutationen spalterbig sein können. In der gleichen Art, wie es für gewöhnliches blaue Wellensittiche der Fall ist. Neu gegenüber älteren Annahmen ist, dass in der Vererbung Gelbgesicht an Blau gebunden ist. Danach ist weiter fest zu stellen, dass ein grüner Wellensittich niemals 2 Faktoren in seinem Erbgut für eine Gelbgesichtmutation haben kann. (Gelbgesicht vererbt an blau gebunden.) Sonst wäre er nicht visuell grün.

Wenn wir akzeptieren, dass ein weisgesichtiger blauer Wellensittich, ein grüner Wellensittich ist, bei dem die Möglichkeit gelbes Pigment zu produzieren, fehlt.

Dann können gelbgesichtige blaue Wellensittiche nur als grüne Wellensittiche angesehen werden, bei denen in bestimmten Bereichen des Gefieders die Produktion des gelben Pigments unterdrückt wird.

Der Umfang an Unterdrückung und damit die Menge an blauem Gefieder hängt davon ab, um welche Gelbgesichtsmutation (europäische Mutation oder australische Mutation) es sich handelt und ob das Mutationsgen in einzelner Dosis (Einzelfaktor) oder in doppelter Dosis (Doppelfaktor) vorhanden ist. Praktisch ergibt sich auch ein anderes Aussehen dadurch, ob von nur einem Elternteil oder von beiden Elternteilen, ein oder zwei Gene für Gelbgesicht auf die Nachzucht übertragen werden und ob verschiedene Gelbgesichts- Mutationen gemischt werden.

Welche Gelbgesichtmutationen sind bekannt?
Gelbgesichter haben mehrere visuelle Erscheinungsformen. Es existieren zwei europäische und eine australische Mutation. Alle Mutationen der Gelbgesichter gibt es sowohl Einzelfaktorig, als auch Doppelfaktorig.

Einige Spezialisten gehen, weil die europäischen Gelbgesichter der Mutation II, der doppelfaktorigen Australischen- Mutation sehr stark ähnlich ist, davon aus dass es sich um die gleiche Mutation handelt. Ich kann mich dieser Meinung nicht anschließen.

Im Folgenden möchte ich nur die markanten Unterscheidungsmerkmale aufzeigen. Die Musterbeschreibungen für die einzelnen Gelbgesichts- Mutationen können in den Standards der Verbände nachgelesen werden.

Europäische Mutationen
Bei den europäischen Mutationen gibt es die so genannten Mutationen I und II.
Gelbgesichter der Mutationen I haben auch nach der Mauser nur eine gelbe Maske und Gelbanteile in den Schwanzfedern. (siehe Bild Nr.1) Verpaart man zwei Wellensittiche dieser Mutation I untereinander, so erscheint hier ein gewisser Prozentsatz doppelfaktoriger Gelbgesichter. Welche allerdings ein weißes Gesicht haben und von normalen blauen Wellensittichen nicht zu unterscheiden sind. Diese Tatsache kann dazu führen, dass durch Verpaarungen von zugekauften Wellensittichen auch Gelbgesichter auftauchen, die der Züchter gar nicht haben wollte.                                                                                       
Gelbgesichter der Mutation II gibt es sowohl als Einzelfaktorige, als auch als Doppelfaktorige.
Einzelfaktorige haben nach der Mauser zusätzlich zu dem gelben Gesicht auch einen Überhauch von gelb im gesamten Körpergefieder. Dadurch erhält ein blauer Wellensittich ein grünliches Aussehen.                       

Bei den doppelfaktorigen Gelbgesichtern erscheint das gelb nur in der Maske mit Gelbanteilen in den Schwanzfedern. Besonders farbintensive Gelbgesichter dieser Mutation wurden in England auch Goldgesichter genannt.      

Australische Mutation         
Bei der australischen Mutation, die uns mit der Einführung der Spangle erreichte, gibt es auch einzelfaktorige und doppelfaktorige Gelbgesichter. Allgemein ist festzustellen, dass das Gelb wesentlich intensiver als bei den europäischen Mutationen ist.
Bei den einzelfaktorigen Gelbgesichtern (siehe Bild Nr.2) verbreitet sich das gelb über den gesamten Körper. Solche Gelbgesichter sind nach mehreren erfolgten Mausern kaum noch von Wellensittichen der Grünreihe zu unterscheiden.

....Bild Nr. 1    
....1,0  E GG Mauve
....europäischen Mutationen I
 ...6,5 Monate
 ...Ring Nr. DSV 749-024-02-749
 

Nur bei Einigen bleibt die Ursprungsfarbe unter den Flügel bestehen. Graue Gelbgesichter sehen wie Graugrüne und blaue Gelbgesichter sehen wie Grüne aus. Auch diese Tatsache kann dazu führen, dass durch Verpaarungen von zugekauften Wellensittichen auch Gelbgesichter auftauchen, die sowohl der Züchter als auch der Käufer als solche nicht erkannt hat. Bei den doppelfaktorigen Gelbgesichtern erscheint das gelb wie bei den Wellensittichen der europäischen Mutation I und den doppelfaktorigen Gelbgesichtern der Mutation II, nur in der Maske mit Gelbanteilen in den Schwanzfedern. Sie entsprechen in ihrem Aussehen auch den englischen Goldgesichtern.    

 

Bild Nr. 2 
1,0 Op A GG dunkelblau EF/z 
Mutation, Einzelfaktorig    
Ring Nr. DSV 749-063-98-749

Weitere Bilder von meinen Wellensittichen

siehe auf den Seiten Zuchtvögel und Jungvögel


Ich kam ohne den Vorsatz sie zu kaufen, zu den Gelbgesichtern.
Das geschah wie folgt:
Das erste Gelbgesicht das ich in meine Zucht einsetzte, war ein 1,0 einzelfaktoriges Europäisches Gelbgesicht Albino Mutationen II,
Ring Nr. CS 01 – 008- 91. Es war der einzige Ino den ich für die Verbesserung meiner Lutinos von dem Züchter Jac Cyten aus Holland kaufen konnte. Das war im Jahr 1991.Heute sind diese Gelbgesichter schon lange ausgegliedert, weil mein Zuchtziel Lutinos und keine Gelbgesichter oder Albinos ist. Der zweite Anlauf hatte einen ähnlichen Zwang. Um meine Zucht auf eine breitere Basis von Manneswellensittiche zu stellen, kaufte ich Mitte Dezember 1995 drei Paare von dem Züchter Franz Wevers DSV Nr. 1620.

Dieser hatte wie allgemein bekannt war, zu der Zeit nur Manneswellensittiche in seiner Zucht und die Preise waren relativ günstig. Von den Hennen, die ich erwerben konnte, gefielen mir eine Hellgrüne, eine Australische- Gelbgesichts einzelfaktorige Dunkelblaue und eine Australische Gelbgesichts einzelfaktorige Zimthellblaue. Da ich schon lange in meiner Zucht nicht mehr auf eine bestimmte Farbe achte und nur die Qualität maßgeblich ist, kaufte ich sie. Wie sich später heraus stellte, war die hellgrüne Henne auch noch spalterbig in Australisches Gelbgesicht. So hatte ich auf einen Schlag zwei einfaktorige Australische Gelbgesichter und eine spalterbige Henne. Die Nachzuchten waren gute Typwellensittiche, so kam ich diesmal nicht auf die Idee, diese aus meinem Stamm wieder auszugliedern. Ende September 1998 kaufte ich noch eine Australisch- Gelbgesichts einzelfaktorige Tex. Clearb. Graue Henne von Herrn Mannes.
Sowohl von den australischen Gelbgesichtern, die ich bei Herrn Wevers gekauft hatte, als auch von der Henne die ich bei Herrn Mannes gekauft hatte, erschienen in später von mir durchgeführten Verpaarungen auch europäische Gelbgesichter.
Wenn man Einfluss darauf hat, sollte versucht werden die einzelnen Gelbgesichtmutationen getrennt zu halten. Da sonst Farbkombinationen auf treten können, die schwer einzuordnen und dadurch für eine bewusste Zucht nicht gut einsetzbar sind.
Im Folgenden möchte ich Hilfestellung leisten und aufzeigen wie man sich über den Zuchtwert, was die Farbausbildung anbelangt, aussagekräftige Informationen erstellen kann.

Angaben für Berechnungen:
Wer feststellen will, welche der Gelbgesichtsverpaarungen ihm am nützlichsten sind, der kann sich mit den folgenden Informationen gut helfen.

Bezeichnungen:
Gelbgesichts- Mutationen  =  GG (wird bei Farbbezeichnungen verwendet.)

Europäisch                       = e

Australisch                       = a

Gelbgesicht  allgemein      =  YY oder Yy, 

Europäische Mutation I      = Ye1Ye1 oder Ye1y,

Europäische Mutation II     = Ye2Ye2 oder Ye2 y,

Australische Mutation        = YaYa oder Yay. (wird bei  Berechnungen verwendet.)


Vererbungseinheiten:

Faktor Farbe / Mutation Vererb. Symbol Bemerkung
einzelfaktoriges   Gelbgesicht Normal hellblau  OnOn  fYfy bb  
doppelfaktoriges  Gelbgesicht Normal hellblau  OnOn  fYfY bb  
  Normal hellgrün spalterbig in Gelbgesicht    OnOn  FyfY bb  
  Normal hellgrün OnOn  FyFy bb für Gelbgesichtsberechnungen

  Aus Vereinfachungsgründen wird im Folgenden nur die Farbenreihe Grün und Blau ohne Dunkelfaktoren eingesetzt.
               
Verpaarungen:
An Hand der Folgenden Verpaarungen will ich darstellen, wie sich Gelbgesichter allgemein vererben können.

Verpaarung Nr. 1
Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig OnOn  fYfy bb x Normal hellblau OnOn  fyfy bb
 

   On fy b
 On fY b  OnOn fyfY bb
 On fy b  OnOn fyfy bb 

Ergebnis:
50% Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig
50% Normal hellblau 

Wenn Gelbgesichter in der Blaureihe untereinander verpaart werden, vererben sie dominant. Verpaart man Gelbgesichter in andere Farben als in der Blaureihe, verhalten sie sich vererbungsmäßig genau so wie Normale Blaue.

Verpaarung Nr.2
Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig OnOn  fYfy bb x Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig OnOn  fYfy bb
 
   On fY b  On fy b
 On fY b  OnOn fYfY bb  OnOn fyfY bb 
 On fy b  OnOn fYfy bb  OnOn fyfy bb

Ergebnis:
25 % Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig.
        Bei der Europäischen Mutation I sind diese Wellensittiche Weißgesichtig. Sie können nur durch 
........Kontrollverpaarungen ermittelt werden. Verpaart in der Blaureihe, ergeben sich 100 % einzelfaktorige Gelbgesichter.
........Diese Verpaarung sollte man bei der Europäischen Mutation I. normaler weise nicht machen, da die nur zu der
........vorher genannten Schwierigkeit führt. Für die Farbe aber keinerlei Verbesserung bringt. Bei der Europäischen
........Mutation II und der Australischen Mutation führt sie zum Zuchtziel, da diese Wellensittiche wie gewünscht nur eine
........gelbe Maske mit. Gelbanteilen in den Schwanzfedern haben.
....
50 % Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig
25 % Normal hellblau

Verpaarung Nr. 3
Europäisches Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig OnOn  fYefYe bb x Australisches Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig OnOn  fYafYa bb

   On fYe b  On fYa b
 On fYe b  OnOn fYefYe bb  OnOn fYafYa bb
 On fYa b  OnOn fYefYe bb  OnOn fYafYa bb

Ergebnis:
25 % Europäisches Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig.
........Siehe auch Bemerkungen bei Verpaarung  Nr. 2
50 % Europäisches- Australisches Gelbgesicht hellblau.
........Doppelfaktorig für Gelbgesicht, jedoch Einzelfaktorig für jede Mutation. Das sind die Wellensittiche, die in den
        meisten Fällen farblich nicht richtig eingeordnet werden können und mich nach Beurteilung der Zuchtergebnisse aus
        diesen Verpaarungen zu
der Annahme führten, dass die Australischen in Gelbgesichter eine eigenständige Mutation
        sind.
...... .
25 % Australisches Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig

Verpaarung Nr. 4
Normal Hellgrün OnOn FyFy bb x Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig OnOn fYfy bb 
 
   On Fy b
 On fY b  OnOn FyfY bb
 On fy b  OnOn Fyfy bb 

Ergebnis:
50% hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig.
        Diese Wellensittiche können je nach eingesetzter Gelbgesichtmutation, ein anderes farbliches Aussehen
....... zu der normalen Grünen Mutation haben.
50% Normal hellgrün/blau

Verpaarung Nr. 5
hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig. OnOn FyfY bb x Normal hellblau OnOn fyfy bb
 
   On fy b
 On Fy b  OnOn Fyfy bb
 On fY b  OnOn fyfY bb 

Ergebnis:
50% Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig.
50% Normal hellgrün/blau

Verpaarung Nr.6
Hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig OnOn FyfY bb x Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig OnOn fYfY bb 

   On fY b
 On Fy b  OnOn FyfY bb
 On fY b  OnOn fYfY bb 

Ergebnis:
50 % Hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig
.........Siehe auch Bemerkungen bei Verpaarung Nr. 4 und Nr. 7
50 % Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig
.........Siehe auch Bemerkungen bei Verpaarung Nr. 2

Verpaarung Nr.7
Hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig OnOn FyfY bb x Normal hellgrün/blau OnOn Fyfy bb
 
   On Fy b  On fy b
 On Fy b  OnOn FyFy bb  OnOn Fyfy bb
 On fY b  OnOn fYFy bb  OnOn fYfy bb

Ergebnis:
25 % Normal hellgrün
25 % Hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig.
........Sie sind mit Sicherheit von den Normalen hellgrünen nur durch eine Kontrollverpaarung zu ermitteln.
25 % Normal hellgrün/blau
25 % Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig

Verpaarung Nr. 8
Europäische Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig OnOn fYefy bb x Australisches Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig OnOn fYafy bb
 
   On fYe b  On fy b  On fYa b  On fy b
 On fYe b  OnOn fYefYe bb  OnOn fYefy bb  OnOn fYefYa bb  OnOn fYefy bb
 On fy b  OnOn fyfYe bb  OnOn fyfy bb  OnOn fyfYa bb  OnOn fyfy bb
 On fYa b  OnOn fYafYe bb  OnOn fYafy bb  OnOn fYafYa bb  OnOn fYafy bb 
 On fy b  OnOn fyfYe bb   OnOn fyfy bb  OnOn fyfYa bb  OnOn fyfy bb

Ergebnis:
06,25% Europäisches Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig.
............Siehe auch Bemerkungen bei Verpaarung Nr. 2
25,00% Europäisches Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig
06,25% Australisches Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig
25,00% Australisches Gelbgesicht hellblau einzelfaktorig
12,50% Europäisches- Australisches Gelbgesicht hellblau.
............(Doppelfaktorig für Gelbgesicht jedoch Einzelfaktorig für jede Mutation.) Siehe auch Bemerkungen bei Verpaarung
            Nr. 3 
25,00% Normal hellblau

Verpaarung Nr.9
Hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig OnOn FyfY bb x Hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig OnOn FyfY bb
 
   On Fy b  On fY b
 On Fy b  OnOn FyFy bb  OnOn FyfY bb
 On fY b  OnOn fYFy bb  OnOn fYfY bb

Ergebnis:
25 % Normal hellgrün
50 % Hellgrün/ Gelbgesicht einzelfaktorig.
.........Sie sind mit Sicherheit von den Normalen hellgrünen nur durch eine Kontrollverpaarung zu ermitteln.
25 % Gelbgesicht hellblau doppelfaktorig.

Wie kann uns in der Zuchtverbesserung ein Gelbgesicht hilfreich sein?
Ist es von der Schauqualität ein guter Wellensittich, dann kann er typmäßig alle anderen Mutationen verbessern. Ich habe in meiner Zucht festgestellt, das Gelbgesichter allgemein, auch untereinander verpaart, keine Typverschlechterung bringen. Sie verhalten sich in dieser Beziehung genauso wie die Normalen Wellensittiche.
Was die Farbe anbetrifft, könnten nach meiner Theorie einzelfaktorige australische Gelbgesichter Lutinos stark verbessern. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Schwungfedern auch gelb werden. Ich hatte mir in diesem Jahr vorgenommen diese Theorie praktisch zu überprüfen, konnte jedoch aus baulichen Gründen an dem Haus und in meinem Zuchtraum die erforderlichen Verpaarungen nicht durchführen. Ein Ergebnis kann allerdings erst nach zwei Jahren erreicht werden.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Dunkelfaktorige gelbgesichtige Wellensittiche besonders auch Violette und Australische Schecken, als Gelbgesichter der Mutationen I, doppelfaktorigen Gelbgesichtern der Mutationen II und australische doppelfaktorigen Gelbgesichtern, sind auch ein erstrebenswertes Zuchtziel.
Wie Sie aus dem nachfolgenden Text ersehen, können wir auch Albinos durch die Einkreuzung ins Besondere von australischen doppelfaktorigen Gelbgesichtern, apart in ihrem Aussehen gestalten.

Anlässlich des "The Budgerigar Society Convention 90" in Scarborough vom 14 bis 17. Juni 1990, zeigte außerhalb der Schau, Jeffery Attwood eine Voliere mit Wellensittichen, in welcher auch ein Albino zu sehen war, der ein stark Ausgefärbtes gelbes Gesicht hatte, ansonsten jedoch weiß war. Er war sehr schön an zu sehen. Damals war mir schon klar, dass dies ein Gelbgesicht- Albino sein musste. Mit meinem heutigen Wissen konnte es sich nur um doppelfaktoriges Australisches Gelbgesicht gehandelt haben.

Albinos, die nur einen gelben Farbanflug im ganzen Gefieder haben, entstanden durch das Einkreuzen in die Gelbgesicht- Mutation II einzelfaktorig, gefallen mir nicht besonders gut. Gelbgesicht- Albinos der Australischen Mutation als einzelfaktorige sollen in einigen Fällen von Lutinos kaum zu unterscheiden sein. Auch diese Wellensittiche würde ich nicht züchten.
Normale der Grünreihe spalterbig in Gelbgesicht können je nach eingesetzter Gelbgesichtmutation, ein anderes farbliches Aussehen zu der normalen grünen Mutation haben.

Was sollten wir züchten?
Grundsätzlich sollte man alle Mutationen immer so züchten, dass sie ihre speziepischen Merkmale zeigen. Für die Ausstellung ist ein Wellensittich erwünscht, welcher der Farbverteilung des europäischen Gelbgesichts der Mutation I, doppelfaktorigen Gelbgesichtern Mutation II oder der des doppelfaktorigen australischen Gelbgesichts entspricht. Nur diese Mutationen können von der Optik her, als echte Gelbgesichter angesehen werden.
In England sind deshalb auch nur diese Formen für Ausstellungen zugelassen.
In Deutschland können auch Wellensittiche der übrigen Gelbgesichtmutationen ausgestellt werden und können gewinnen, wenn ihre Typeigenschaften besonders gut sind.
Spezial Wellensittichverbände haben sich auch zum Ziel gesetzt, die aufgetretenen Mutationen so zu fördern, dass sie als solche auch zu erkennen sind.
Wenn sie ernst genommen werden wollen, dann müssen sie dafür sorgen, dass auf Ausstellungen nur die Mutationen ausgestellt werden dürfen, die als solche auch einwandfrei erkannt werden können. Dann würden sich die Züchter auch mehr Mühe machen das gewünschte Ziel zu erreichen. Das hätte aber auch zur Folge, dass die Bewertungspraxis in Deutschland für die Gelbgesichter zukünftig geändert wird und wir dem Beispiel der Engländer folgen.

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