Artikel 25
Meine Erfahrung in der Spanglezucht.
Hans-Jürgen H. Lenk DSV 749 (08.2003, 02.2010 ergänzt)

Spangle sind in der heutigen Zeit so beliebt geworden, dass sie auf keiner Ausstellung mehr fehlen. Weil sie in ihren Standardeigenschaften besonders gut durchgezüchtet sind, werden sie von vielen Züchtern zur Verbesserung von anderen Mutationen genutzt. Leider haben sich dadurch einige Probleme eingeschlichen. Wohl auch deswegen, weil der überwiegende Teil der Spangle nicht mutationsgerecht verpaart wird. Es ist sicher nicht einfach sie mit einer guten Zeichnung und den gewünschten Kehltupfen, auf die in Deutschland in der letzten Zeit besonderer Wert gelegt wird, zu züchten.

Information über den Ursprung der Spangle.
Über den Ursprung der Spangle gab es schon eine ganze Reihe von Aussagen. Ich denke, dass die von Herrn Ghalib Al- Nasser übermittelte Version in der Budgerigar World vom Mai 2003 am Authentischsten ist. Danach mutierte 1973 der erste Spangle in der Zucht von Herrn Albert Ritchie in Traralgon, Victoria, Australien.
Die Eltern dieses Wellensittichs kaufte er als Paar in einem Zooladen. Es ist sicher anzunehmen, dass keiner von den Beiden ein Spangle war. Dem Züchter Herrn Melvyn Jones, welcher neben ihm wohnte verkaufte er den Hahn mit zwei seiner Söhne von diesem Paar. Einer von den Söhnen und sein Vater hatte eine abnormale ausgewaschene kalkig grüne Farbe, welche Herrn Albert Ritchie nicht gefiel. Der Andere der Söhne war ein Gelbgesicht mit sonderbarer Zeichnung. Die Mutter der beiden Söhne soll hellblau gewesen sein. Nach der übermittelten Beschreibung kann heute daraus geschlossen werden, dass es sich bei dem Vater und dem einen Sohn um australische, einzelfaktorige Gelbgesichter gehandelt haben muss. Und der andere Sohn mit der sonderbaren Zeichnung, sicher ein blauer Spangle, einzelfaktorig australisches Gelbgesicht, war.

 " Das war der erste Spangle."

Der Vater und sein gleich gefärbter Sohn starben, bevor mit ihnen bei dem neuen Besitzer gezüchtet werden konnte. Mit dem verbleibenden Sohn, dem Spangle, züchtete Herr Melvyn Jones weiter. Seine Zucht war eine Koloniezucht. Etwa 1976 fielen in seiner Zucht auch Aufgehellte Gelbe und Weiße, die man heute als Doppelfaktorige Spangle bezeichnen würde. Nachdem er etwa 60 Spangle gezüchtet hatte, bemühte er sich um fachkundige Hilfe, um die neue Mutation einzuschätzen zu lassen. Diese erhielt er durch Herrn Frank Gardner, einen bekannten Preisrichter aus Victoria, Australien. Der bestätigte, dass es sich um eine neue Mutation handelte und gab dem Spangle seinen Namen. Das war im Jahr 1976.

Im Juni 1980 brachte Herr Rolf Christen aus Australien einige der Spangle in die Schweiz, wo er seine Eltern für einen längeren Aufenthalt besuchte. Er züchtete dort mit ihnen und bevor er 1981 im März nach Australien zurück ging, verkaufte er ein Paar an Herrn Joe Mannes, den Rest an Herrn Reinhard Molkentin nach Deutschland.

Etwa 1982 führten die Herren Alf Ormerod und Doug Sadler die Spangle aus Deutschland, in England ein.

Standard für Spangle
Ich erspare mir hier den Standard aufzulisten. Wer sich kundig machen will, kann den von den einzelnen Verbänden herausgegebenen nutzen. Nach meiner Meinung sind, was die Säumung anbetrifft, in den einzelnen Standards einige kleine Unstimmigkeiten enthalten. Welche das sind, ist aus den folgenden Texten zu ersehen.

Vererbung der Spangle.
S
pangle gibt es als Normale und Opaline, sie vererben dominant. Es gibt sie als Einfaktorige und als Doppelfaktorige. Die Doppelfaktorigen sind nahezu aufgehellt. Die Körpereigenschaften, Mutationsabweichungen und Farben vererben sich genau so wie bei den Nicht- Spangle.

Bezeichnungen für eine Berechnung:
Mutation: Spangle Spsp = einzelfaktorig, SpSp = doppelfaktorig (wird bei Berechnungen verwendet.)

Vererbungseinheiten:

Faktor / Geschlecht / Mutation

Mutation / Farbe

Vererb. Symbol

Bemerkung

einzelfaktvoriger  1,0 Spangle

Opalin hellblau

Spsp XoXo ff bb

 

doppelfaktoriger  1,0 Spangle

Opalin hellblau  

SpSp XoXo ff bb

 

einzelfaktvoriger  1,0 Spangle

Opalin hellgrün

Spsp XoXo FF bb

 

doppelfaktoriger  1,0 Spangle

Opalin hellgrün  

SpSp XoXo FF bb

 

einzelfaktvoriger  1,0 Spangle

Opalin hellgrün / blau 

Spsp XoXo Ff bb

 

doppelfaktoriger  1,0 Spangle

Opalin hellgrün / blau

SpSp XoXo Ff bb

 

                         1,0 Normal

Opalin hellgrün / blau

XoXo Ff bb

 

                         1,0 Normal

Opalin hellgrün   

spsp XoXo FF bb

für Spangleberechnung.

                         1,0 Spangle

Opalin hellgrün

SpSp XoY Ff bb

 

                          0,1 Spangle

Opalin hellgrün

Spsp XoXo Ff bb

 

einzelfaktvoriger  Spangle

Normal                      

Spsp OnOn ff bb

zur Information

doppelfaktoriger  Spangle

Normal hellblau

SpSp OnOn ff bb

zur Information

Aus Vereinfachungsgründen aber auch weil mir die Spangle als Opaline, besonders mit einer Flügelzeichnung wie sie in Bild Nr. 8 zu sehen ist besser gefallen, wird im Folgenden nur für die Opaline, die Farbenreihe Grün und Blau ohne Dunkelfaktoren für die Ergebnisverpaarungen eingesetzt.

Vererbungsmöglichkeiten:
An Hand der Folgenden Verpaarungen will ich darstellen, wie sich Spangle allgemein vererben. Man muss bei den prozentualen Ergebnisangaben allerdings berücksichtigen, dass die sich aus den Berechnungen ergebenen Prozentzahlen einer Brut, auf eine Nachkommenschaft von mindestens 100 Wellensittiche beziehen. Deshalb können die sich für eine Brut ergebenden Mutationen erheblich abweichen. So sollte sich also Niemand wundern, wenn in einem Nistkasten nur Spangle, in einem Anderen bei farblich gleich zusammen gestellten Paaren, nur Opaline / Normale- Nicht- Spangle liegen.

Verpaarung Nr. 1
1,0 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig Spsp XoXo ff bb x Opalin hellblau spsp XoY ff bb

 sp Xo f b

 sp Y f b

 Sp Xo f b

 Spsp Xo Xo ff bb

 Spsp XoY ff bb

 sp Xo f b

 spsp XoXo ff bb

 spsp XoY ff bb

Ergebnis:
25% 1,0 Spangle Opalin einzelfaktorig hellblau.
25% 1,0 Opalin hellblau
25% 0,1 Spangle Opalin einzelfaktorig hellblau.
25% 0,1 Opalin hellblau
 

Verpaarung Nr. 2
1,0 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig Spsp XoXo ff bb x 0,1 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig Spsp XoY ff bb

 Sp Xo f b

 sp Xo f b

 Sp Y f b

 sp Y f b

 Sp Xo f b

 SpSp XoXo ff bb

 Spsp XoXo ff bb

 SpSp XoY ff bb

 Spsp XoY ff bb

 sp Xo f b

 spSp XoXo ff bb

 spsp XoXo ff bb

 spSp XoY ff bb

 spsp XoY ff bb

Ergebnis:
12,5% 1,0 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig
12,5% 0,1 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig
25,0% 1,0 Spangle Opalin hellblau doppelfaktorig
25,0% 1,0 Spangle Opalin hellblau doppelfaktorig
12,5% 1,0 Opalin hellblau einzelfaktorig
12,5% 0,1 Opalin hellblau einzelfaktorig
 

Verpaarung Nr. 3
1
,0 Spangle Opalin hellblau doppelfaktorig SpSp XoXo ff bb x 0,1 Opalin hellblau spsp XoY FF bb

 

 sp Xo f b

 sp Y f b

 Sp Xo f b

 Spsp XoXo ff bb

 Spsp XoY ff bb

Ergebnis:
50% 1,0 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig.
50% 0,1 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig.
 

Verpaarung Nr. 4
1,0 Spangle Opalin hellblau doppelfaktorig SpSp XoXo ff bb x 1,0 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig Spsp XoY ff bb

 Sp Xo f b

 sp Xo f b

 Sp Y f b

 sp Y f b

 Sp Xo f b

 SpSp XoXo ff bb

 Spsp XoXo ff bb

 SpSp XoY ff bb

 Spsp XoY ff bb

Ergebnis:
25% 1,0 Spangle Opalin hellblau doppelfaktorig
25% 0,1 Spangle Opalin hellblau doppelfaktorig
25% 1,0 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig
25% 0,1 Spangle Opalin hellblau einzelfaktorig
 

Verpaarung Nr. 5
1,0 Spangle Opalin hellgrün doppelfaktorig SpSp XoXo FF bb x 0,1 Spangle Opalin hellgrün doppelfaktorig SpSp XoXo FF bb

 sp Xo F b

 sp Y F b

 Sp Xo F b

 Spsp XoXo FF bb

 Spsp XoY FF bb

Ergebnis:
50% 1,0 Spangle Opalin hellgrün doppelfaktorig
50% 0,1 Spangle Opalin hellgrün doppelfaktorig
 

Wie sollte ein guter Spangle aussehen?
Ein guter Spangle sollte die, für diese Mutation nach den jeweiligen Standards, gewünschte Zeichnung besitzen. Weiter sollte er auch die Farbenreinheit, Körperformen, Maskentiefe und Haltung, wie sie jeder gute Ausstellungswellensittich hat, haben. Wer sich näher mit der Zucht von möglichen Beeinflussungen der Körperformen bei Wellensittichen informieren will, kann einige hilfreiche Informationen in meiner Homepage www.standardwellensittichzucht-lenk.de im Artikel Nr. 2 "Aufbau eines Wellensittichzuchtstammes" finden.
 

Was ist eine gute Spangle- Zeichnung?
Bei einem Spangle soll allgemein gesehen eine gut erkennbare Säumung der Federn in den Bereichen der Flügeldecke, den Schwungfedern, der Schwanzfedern und natürlich auch den Kehltupfen zu sehen sein. Wobei besonders die richtige Säumung an den Flügeldeckfedern die Schönheit eines Spangle zum Ausdruck bringt. Sie ist bezogen auf die Flügeldeckfedern bei den Spangle- Normal zu den Spangle- Opalin unterschiedlich. Schwarze Federn oder Punkte bei beiden Mutationen in diesem Bereich verderben die Harmonie. Sie sind nicht erwünscht. Die Säumung der Kehltupfen, der Schwungfedern und der Schwanzfedern ist für beide Mutationen gleich.
Ich bin schon manchmal sehr verwundert, wenn ein Spangle ohne Säumung an den Schwungfedern als gut gezeichnet beschrieben wird. Manchmal werden Zimt- Spangle nur weil bei ihnen die Säumung heller ist, als bei den Normal- Spangle, als schlecht gezeichnet angegeben. Das ist keinesfalls richtig. Wenn man Zimt- Spangle als Schauvogel zulässt, muss auch akzeptiert werden, dass durch den Zimtfaktor zwangsläufig eine Farbaufhellung erfolgt. Bei den Opalin- Spangle ist mutationsbedingt, auch eine anders geartete Säumung vorhanden. Die manchmal aus Unkenntnis als schlechte Zeichnung bezeichnet wird.

  Bild Nr. 1

 

Anmerkung zu Bild Nr. 1
Es zeigt einen 1,0 Spangle- Opalin graugrün bei dem besonders die Kehltupfensäumung so dargestellt ist, wie sie sein sollte. Die Flügeldeckensäumung ist in dieser Darstellung nicht so gut gelungen. Die Säumung sollte in der Grundkörperfarbe etwas stärker sein. Damit der opalisierende Effekt auch zur Geltung kommt. Etwa so wie es in den Bildern Nr. 5, 6 und 8 zu sehen ist. Zu erkennen ist auch, dass jede Schwungfeder gesäumt ist, eine Säumung die bei allen gut gezeichneten Spangle unbedingt vorhanden sein sollte.

 

Wie kann ich einen Spangle- Normal von einem Spangle- Opalin unterscheiden?
Es ist schon bezeichnend, dass bei fast allen veröffentlichten Spangle- Bildern nicht angegeben ist, ob es sich um einen Spangle- Opalin oder um einen Spangle- Normal handelt. Der Grund dafür ist sicherlich die Unsicherheit, welche bei sehr vielen Züchtern und auch bei einigen Preisrichtern besteht, einen Spangle eindeutig als Normal, oder Opalin einzuordnen. Wenn man sich nachfolgende Unterscheidungsmerkmale einprägt, dürfte das jedoch kein Problem mehr sein.

(Grobe Auslegung für eine schnelle Erkennung der Mutation)

Beim Spangle- Normal
sind die Flügeldeckfedern je nach Farbmutation beginnend mit weiß / gelb, dann Säumung mittel bis dunkelgrau und endend je Mutationsfarbe (weiß / gelb) ausgebildet.

 

Entsprechend der DSV / AZ Standards soll die Säumung bei den Spangle- Normal schwarz sein. In Wirklichkeit ist die Farbe aber bestenfalls mittel bis dunkelgrau.

Bei genauer Betrachtung hat jede Feder auch noch einen ganz dünnen Außensaum, je nach Mutation gelb oder weiß und ist danach insgesamt mittel bis dunkelgrau gesäumt.

 
Bild Nr. 2 Bild Nr. 3 Bild Nr. 4

 

Bild Nr. 2 zeigt
Flügeldeckfedern von einem hellgrünen Spangle mit einer schwachen Säumung. Die Federn haben überwiegend nur eine Säumung an dem Federende.

Bild Nr. 3 zeigt
Flügeldeckfedern von einem graugrünen Spangle mit einer mittelstarken Säumung. Die Federn sind insgesamt gesäumt. Die Säumung ist jedoch relativ dünn.

Bild Nr. 4 zeigt
Flügeldeckfedern von einem grauen Spangle mit einer starken Säumung. Die Federn sind am gesamten Umfang relativ dick gesäumt.


Die Federn welche in den Bildern Nr. 2 bis 4 zu sehen sind, hat mir mein langjährigen Freund Gerd Bleicher zur Verfügung gestellt. Sie entstammen von Spangle aus seiner Zucht.
Die Federn, welche in den Bildern Nr. 5 und 6 zu sehen sind, entstammen von Spangle aus meiner Zucht.
Ich habe für alle Flügeldeckfedern von jedem Federtyp immer zwei Stück abgebildet, um damit auch einen Teil der Variationsbreite zu dokumentieren.

(Grobe Auslegung für eine schnelle Erkennung der Mutation)
Beim Spangle- Opalin
sind die Flügeldeckfedern je nach Farbmutation beginnend mit der Säumung in der Körperfarbe und dann endend je Mutationsfarbe (gelb / weiß) ausgebildet.

Im DSV Standard wird eine schwarze Säumung wie auch bei dem Spangle- Normal verlangt. Im AZ Standard wird eine Säumung sowohl in der Körperfarbe als auch eine schwarze Säumung zugelassen. Eine schwarze Säumung sollte bei einem gut gezeichneten Spangle- Opalin nicht vorhanden sein. Wenn diese Angabe bestehen bleibt, wird die Zucht von Spangle- Opalin nach meiner Meinung dadurch in die falsche Richtung beeinflusst und trägt sicherlich auch dazu bei, dass Verwechslungen von Spangle- Normal zu Spangle- Opalin vorkommen.
Bei genauer Betrachtung (siehe Bilder Nr. 5 und 6) hat jede Feder auch noch einen ganz dünnen Außensaum, je nach Mutation gelb oder weiß und ist danach insgesamt mit der jeweiligen Körperfarbe gesäumt. Diese Säumung ist am Ende der Feder am stärksten. Sie hat dort etwa eine Breite von 20% der Federlänge.

 

Bild Nr. 5 Bild Nr. 6 Die Bilder Nr. 5 und 6
zeigen Flügeldeckfedern von einem Spangle- Opalin hellgrün und einem Spangle- Opalin graugrün. Mit einer Säumung, wie sie nach meiner Meinung bei dieser Mutation vorhanden sein sollte. Eine teilweise fehlende Wellenzeichnung am Hals bei Spangle- Normal oder eine leichte Andeutung von einer Wellenzeichnung am Hals bei Spangle- Opalin, ist kein eindeutiges

                                                                                                                   Unterscheidungsmerkmal.
Wer sicher sein will, sollte die Spangle nur nach der Flügeldeckfeder beurteilen. Ich habe auch schon erleben müssen, dass einer meiner Spangle- Normal welcher nur eine leichte Wellenzeichnung am Hals, ansonsten aber alle Anzeichen für einen Spangle- Normal hatte, auf einer Schau disqualifiziert wurde, weil ein Preisrichter nicht in der Lage war diesen richtig einzuordnen. Auf mehreren anderen Schauen, davor und dahinter, war er richtig bewertet worden. Auch waren seine Nachzuchtergebnisse eindeutig.


Richtlinien für Preisrichter und Aussteller.
Der Englische Wellensittichverband hat innerhalb seiner "Offiziellen Regeln und Mitgliederliste des Wellensittichverbandes 2003" auch spezielle Richtlinien für Preisrichter und Aussteller für die Bewertung von Spangle veröffentlicht.
 

Danach sollen folgende Abweichungen vom Standard bestraft werden:
- Komplett schwarze Federn auf den Flügeln.
- Unvollständige oder nicht vorhandene Kehltupfen (strenge Bestrafung).
- Bei den Doppelfaktorigen Spangle, alle sichtbaren, irgendwo am Körper des Wellensittichs grüne, blaue oder graue

  Flecken oder Schattierungen. Eine Wertung für einzelne Fehler wurde nicht angegeben.
 

Ermittlung der besten Spangle auf Ausstellungen.
Leider wird bei fast allen Verbänden der beste Spangle auf einer Schau aus den Einfaktorigen und den Doppelfaktorigen ermittelt. Ich erkenne darin keine Logik. Einerseits ist man sehr bestrebt Spangle mit guter Zeichnung zu züchten, andererseits stellt man sie in eine Konkurrenz mit Wellensittichen, bei denen man als Zuchtziel jede Zeichnung ausmerzt. Wie kann ein nahezu einfarbiger Wellensittich, bester Spangle der Schau werden? An ihm ist nichts von einem Spangle zu erkennen. Außerdem ist der einfaktorige Spangle bei dieser Ermittlungsart stark benachteiligt. Ein Spangle mit korrekter Zeichnung und Kehltupfen ist wesentlich schwieriger zu züchten als ein doppelfaktoriger Spangle, der nur möglichst aufgehellt sein muss, was, wenn er keine dunklen Stellen hat, ein Zufallergebnis ist.
Das ist für die Spangle bestimmt keine Mutationsfördernde Festlegung. Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, dass man sich hier eine andere Regelung überlegt.
Da die doppelfaktoriger Spangle eine attraktive Mutation sein können, könnte man ihnen auch eine eigene Endbewertungsgruppe geben, eventuell zusammen mit den Doppelfaktorigen Australischen Schecken, die man zur Zeit wegen Chancenlosigkeit bei den Australischen Schecken nicht ausstellen kann, wenn sie ähnlich stark aufgehellt sind.
 

Was kann ich tun, um gute Spangle zu züchten?
Leider wird bei den meisten Spangle- Verpaarungen nicht auf die Vererbung einer guten Zeichnung geachtet. Wie man bewusst darauf Rücksicht nehmen kann, will ich versuchen aufzuzeigen.

Es gibt keine Fehler, die durch Zucht nicht behoben werden können. Das Problem besteht nur darin, heraus zu finden welches der dafür erforderliche, richtige Weg ist.
Ich gehe davon aus, dass allgemein bekannt ist, dass sich die körperlichen Eigenschaften eines Spangle genau so zuchtmäßig verbessern lassen wie es bei den übrigen Wellensittichmutationen praktiziert wird. Deshalb will ich mich auch im Folgenden nur überwiegend mit der Zeichnung der Spangle befassen.

 

Zwei Regeln sind in allen Fällen für Verbesserungen anwendbar.
1. Es dürfen nie zwei Wellensittiche verpaart werden, welche die gleichen Fehler haben. Da sich sonst dieses schlechte
    Merkmal in der Erbmasse festigen kann.
2. Wenn ein Wellensittich auf einem speziellen Gebiet verbessert werden soll, muss für ihn ein Zuchtpartner ausgesucht
    werden der an dieser Stelle vorzügliche Qualitäten hat.

 

Beide Regeln treffen auch für die Vererbung einer Zeichnung/ Säumung zu und wirken besonders gut, wenn sie in einer Linienzucht angewendet werden.

Die Flügelzeichnung eines Spangle bestimmt maßgebend sein Erscheinungsbild. Es gibt Spangle mit übermäßig starker Zeichnung und andere, die kaum Zeichnung haben. Spangle mit übermäßig starker Zeichnung haben immer dunkle Federanteile. Sie wirken nicht harmonisch und verderben den Gesamteindruck eines Spangle. Bei Verpaarungen der vorgenannten Variationen unter einander, können jedoch gut gezeichnete Spangle in der Nachzucht erscheinen. Nur diese sollten zu Zucht weiter genutzt werden.

Weiter gibt es Spangle bei denen die Säumung nach jeder Mauser weniger wird, bei manchen wirkt sich dies besonders bei den Kehltupfen derart aus, dass sie nicht mehr vorhanden sind. Da dies ein stammspezifischer Fehler ist, sollte man diese Wellensittiche in der Zucht nicht mehr einsetzen. Sie können, wenn sie sehr gut im Typ sind zur Verbesserung von Inos eingesetzt werden. Da richten sie keinen Schaden an.

Der Einsatz von Dunkelfaktoren, aber auch der Violettfaktor, bewirken bei der sich daraus ergebenden Nachzucht eine deutlichere Ausbildung der Spangle- Zeichnung.

Bei Spangle kombiniert mit Australischen Gelbgesichtern zeigt sich die Spangle- Zeichnung besonders deutlich.

 

Ich halte einige Ratschläge, die für die Verbesserung der Spangle- Zeichnung in vielen Veröffentlichungen gegeben werden, nicht für allgemein gültig.

 

Folgendes wird behauptet:
* Doppelfaktorigen Spangle verbessern in der Zucht die Spangle- Zeichnung.
Das kann teilweise nur dann stimmen, wenn zu mindestens einer der Spangle, der für eine Verpaarung für die Doppelfaktorigen Spangle eingesetzt wurde, eine gute Zeichnung hatte und sie auf seine Nachkommen vererbte. Einem Doppelfaktorigen Spangle kann man leider nicht ansehen wie er gezüchtet wurde und welche Säumung er vererbt. Es ist aber davon auszugehen, dass aus einer Verpaarung von zwei schlecht gezeichneten Spangle kaum ein gut gezeichneter Spangle fallen kann.

 

* Spangle werden in der Zucht in der Zeichnung durch Normale verbessert.
Das trifft nach meinen Erfahrungen nur dann zu, wenn die genutzten Normalen eine saubere Farbe und Zeichnung haben. Eine schlechte Zeichnung der Normalen wie Opalisieren, Pigmentausfall usw. wird auch an die Spangle vererbt.

 

* Opaline verschlechtern in der Zucht die Spangle- Zeichnung.
Auch hier ist das Ergebnis von dem eingesetzten Opalin abhängig. Hat er eine reine Farbe und ist er sauber gezeichnet, dann ist diese Aussage nicht zutreffend. Natürlich kann man bei einem Opalin- Spangle nicht die gleiche Zeichnung erwarten, wie sie bei einem Normal- Spangle vorhanden sein sollte.

 

* Der Einsatz von Zimter in der Spangle- Zucht bewirkt eine Verschlechterung der Zeichnung.
Allgemein haben Zimter keinen Einfluss auf das Vorhandensein einer Spangle- Zeichnung. Sie bewirken jedoch, dass die Farbtiefe nur etwa 50% der, der Zeichnung von Normal- Spangle beträgt.
 

* Wenn alles vorgenannte bedacht wird, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss:
Eine gefestigte gute Spangle- Zeichnung ist nur durch eine andauernde Verpaarung der bestgezeichneten Spangle erreichbar. Nur durch diese Art der Selektion wird eine gute Zeichnung im Erbgut verankert.

Manche, besonders englische Autoren sind der Meinung, dass nur Spangle in der Normalform gezüchtet werden sollten, weil nur diese schöne Spangle sein können. Ich habe da eine ganz andere Meinung. Ein sauber gezeichneter Opalin- Spangle mit einer leuchtenden Farbe sieht nach meinem Empfinden schöner aus, als jeder Normal- Spangle. Ich bin natürlich nicht der Meinung, dass deswegen keine Spangle- Normal mehr gezüchtet werden sollten.
 

Wie kam ich zu den Spangle?
Mein erster Spangle war ein Hellgrüner / blau mit der Ring- Nr. 273- 82- 047. Er stammte aus einer Gemeinschaftsverpaarung mit einem Wellensittich von Herrn Hans- Ulrich Ihlo und mir. Die Paarung war wie folgt:

1,0 Hellgrün Ring Nr. 749 - 81 - 052 x 0,1 Spangle hellblau Ring Nr. BSA - 79 - 26 207

Die Spangle Henne hatte Herr Hans- Ulrich Ihlo, damalige DSV Nr. 273 von dem Züchter Herrn Rudolf Malis aus Lübeck, damalige DSV Nr. 285 für relativ viel Geld gekauft. Der erzählte ihm, das diese Henne von Michael S. Christen stamme. Da Herr Ihlo keinen passenden Hahn zur Verfügung hatte, bekam er einen von mir. Ich durfte mir dafür von der Nachzucht aus dieser Verpaarung einen Spangle aussuchen.

Die Spangle waren zu der Zeit, was die Qualität anbelangt noch lange nicht so gut, wie sie heute zu sehen sind. Sie sahen den so genannten Hansi Bubis sehr ähnlich. Ich konnte aber feststellen, dass sie recht leicht zu verbessern waren, wenn man sie mit guten Normalen verpaarte. Ich züchtete sie zu der Zeit überwiegend in der Blaureihe mit Violettfaktor oder Dunkelfaktoren.

Einer meiner damaligen Spangle ist in Bild Nr. 7 zu sehen.

Neben mehreren Pokalen und Medaillen (Gold, Silber und Bronze), welche ich in den folgenden Jahren bis 1998 mit meinen Spangle erringen konnte, wurde 1985 auf der Jungvogelschau Berg. Gladbach eine violette Spangle Henne Bester der Schau und im gleichen Jahr am 13. September 1985 eine dunkelblaue Spangle Henne Farbgruppensieger und bester Jungvogelgegengeschlecht der "Offenen Kölner Vergleichsschau".
Alle Spangle stammten von meinem ersten hellgrünen Spangle Hahn ab. Ich habe bis zum Jahr 2002 keinen anderen Spangle dazugekauft.

Dieser schnelle Qualitätsanstieg war, wenn man die Ausgangswellensittiche gesehen hatte, nicht unbedingt zu erwarten. Eine Zuchtumstellung veranlasste mich bis auf zwei Spangle Hennen, alle anderen abzugeben.
Die eine von den verbliebenen Hennen verstarb 1998, bevor ich sie zur Zucht einsetzen konnte, die letzte Spangle Henne legte zwei unbefruchtete Gelege, bevor auch sie ende März 1999 verstarb. Das war das vorläufige Ende meiner Spanglezucht.
 

      Bild Nr. 7  

  Bild- Nr. 8  

  Bild- Nr. 9

Ab Mitte 2000 begann ich mich wieder für Spangle in der Weise zu interessieren, dass ich sie züchten wollte. Es dauerte aber bis August 2002, bis ich mir einen Spangle kaufen konnte, der zu mindestens andeutungsweise das hatte, worauf es mir ankam. Diesen fand ich in der Verkaufsklasse der Europaschau 2002. Auf den Bildern Nr. 8 und 9 können Sie erkennen, dass es ein Opalin Hellgrüner Spangle Hahn war. Er hatte auch die Flügelzeichnung wie sie mir am besten gefiel. Die Schwungfedern waren leider nur mäßig gesäumt. Wie ich später feststellen konnte, war es ein noch nicht ganz Durchgemauserter sehr junger Wellensittich. Nach der kompletten Mauser hatte er erheblich mehr Kehltupfen. Gott sei Dank auch weniger Kopfflecken, welche beim Kauf noch stärker zu sehen waren. Es ist nicht zu erwarten, dass man in einer Verkaufklasse einen Super Wellensittich kaufen kann. Doch dieser hatte eine Menge guter Anlagen, welche mir gefielen, die ich zuchtmäßig nutzen wollte. Nun musste ich nur noch abwarten, bis dieser Spangle alt genug war und die richtige Kondition hatte, so dass er in der Zucht genutzt werden konnte.


Auch als erfahrener Züchter kann man gewisse Schwierigkeiten in der Zucht nicht vermeiden.

Es ist nun mal im Leben allgemein so, dass bei Dingen denen man sich besonders widmet, oft Schwierigkeiten auftreten. So auch bei meinem Vorhaben wieder Spangle zu züchten. Wenn man sich schon am Anfang darüber im klaren ist, können auch die größten Probleme besser überwunden werden.

Die erste Henne, welche ich mit dem Spangle zusammen einsetzte, war eine sehr gute junge Hellblaue. Ich wollte schon von Beginn an eine gute Basis für meinen Spangle- Stamm schaffen. Sie legte sechs Eier. Ich war sehr erfreut, als ich feststellte, dass alle befruchtet waren. Sie können sich sicher vorstellen, dass ich weniger erfreut war, als ich eines Abends bei der Nestkontrolle feststellen musste, dass zwei der Eier fehlten. Am nächsten Abend waren alle verschwunden. Das geschah zu dem Zeitpunkt als das zuletzt gelegte Ei sechs Tage alt war. Ich konnte nicht erkennen, was mit ihnen passiert war. Weder Eigelb noch Schalenreste waren zu sehen. Auch hatte keiner der beiden Wellensittiche des eingesetzten Paares Anzeichen von zerstörten Eiern an seinem Gefieder.

Da ich ja wieder Spangle züchten wollte, entschied ich mich die Henne auszuwechseln.
Die nächste Partnerin war auch eine sehr gute Hellblaue, allerdings Zuchterfahren. Zwei Wochen später lagen wieder drei Eier im Nistkasten, von denen in den folgen Tagen, je Tag ein Ei fehlte. Auf dem vierten Ei fand ich schließlich die Henne tot im Nistkasten vor. Warum sie gestorben war, konnte ich nicht feststellen. Das verbliebene Ei legte ich einem anderen Paar unter. Es war auch befruchtet. Doch starb das Junge leider im Ei ab. So war auch der zweite Versuch von meinem Spangle Nachzucht zu erhalten fehlgeschlagen.

Mir war auf gefallen, dass sich der Spangle Hahn bei den erfolgten Verpaarungen fast nur im Nistkasten aufgehalten hatte. Jetzt suchte ich eine Henne für ihn aus, von der ich wusste, dass sie keinen Hahn in dem Nistkasten duldete. Es war eine Opalin graugrüne. Sie entsprach aber nicht ganz der Qualität, wie sie die ersten Beiden hatten. Um dem Hahn mehr Aktionsmöglichkeiten im Zuchtkäfig zu bieten und ihn davon abzuhalten sich zu nahe an dem Nistkasten aufzuhalten, nahm ich den Trennschieber heraus, so entstand ein doppelt so langer Käfig. Der Hahn wurde immer wieder von der Henne aus dem Nistkasten geworfen. Er hatte dann auch schnell begriffen, dass er im Nistkasten nicht erwünscht war. Er hielt sich jetzt überwiegend in dem, dem Nistkasten entfernt liegenden Bereich des Zuchtkäfigs auf. Nach drei Wochen war das erste Ei gelegt. Wie Sie sich sicher vorstellen können, war ich sehr gespannt, was diesmal mit den Eiern passieren würde. Ich bekam jetzt zusätzlich auch noch Bedenken, dass die Eier nicht befruchtet wurden. Einen Tretakt hatte ich bei allen Einsätzen des Hahnes nicht bemerkt.

Was wird der dritte Versuch bringen?
Ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen. Die Henne legte sechs Eier, von denen die letzten fünf Eier befruchtet waren. In zwei Eiern starben die Jungen kurz vor dem Schlupf ab. Drei Junge wurden groß. Das waren, ein Opalin hellgrüner Hahn, eine Spangle- Opalin graugrüne Henne und ein Spangle- Opalin graugrüner Hahn. Der Spangle- Opalin Hahn hatte einem sehr guten Typ und war der Beste aus dem Nest.
Wenn Sie jetzt denken sollten, dass ich mit diesem Ergebnis zu Frieden sein konnte, dann muss ich Sie zu meinem Leitwesen leider eines Besseren belehren.
Es war ja noch nicht alle Tage Abend. Ich hatte schon über 10 Jahre keine Renner mehr in meiner Zucht. Der hellgrüne Opalin und der graugrüne Spangle- Opalin Hahn zeigten sich in voller Pracht als Renner. (sie verloren die  Schwanz- und alle Schwungfedern) Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass zu mindestens der Spangle- Opalin Hahn nach der Mauser wieder alle Federn hat. Einen ehemaligen Renner, wenn sich der Ausfall der Federn nur auf die Schwungfedern und Schwanzfedern bezogen hatte, in die Zucht einzusetzen habe ich keine Bedenken. Aus eigenen Erfahrungen, die zwar schon länger zurück liegen weis ich und auch aus dem folgenden Text ist zu erkennen, dass man für einen Einsatz in die Zucht von dieser Art von Rennern, keine Bedenken haben muss.

Nach Aussagen von Herrn Gerald Binks, einem bekannten englischen Buchautor, Wellensittichzüchter und auf eigenen Wunsch nicht mehr aktiven Preisrichter wurde an der Universität Murdoch, Australien ein Virus als Hauptverursacher für die Rennerkrankheit identifiziert. Ich denke, dass zusätzlich noch ein Mangel in der Ernährung für das Auftreten der Rennerkrankheiten verantwortlich ist. Auf beide Verursacher kann man als Züchter reagieren. Weiter kann man davon ausgehen, dass die Rennerkrankheit nicht vererbbar ist. Davon bin ich auch überzeugt.

 

Leider kann ich vorerst wegen Bauarbeiten am Haus und im Zuchtraum nicht weiterzüchten. Vielleicht ist das auch gut so. Es schadet sicher nicht, wenn ich mich von dem vorher Geschilderten, etwas erholen kann.

 

Meinem Wunsch entsprechend bekam der Spangle- Opalin Graugrüne Hahn nach der Mauser wieder alle seine Federn. So konnte ich ihn in der nächsten Zuchtsaison ohne Bedenken einsetzen. Er wurde der Vorfahre der Wellensittiche, zu sehen auf den Bildern Nr.11 bis 15 und 17. Hier kann man auch erkennen, dass sich die Qualität gut verbessert hat. Seit dieser Zeit bis heute (2010) sind bei mir keine Renner mehr erschienen.

 

Um neues Blut und eine andere Feder in meine Zucht einzubringen, kaufte ich mir die Henne dargestellt auf Bild Nr.10. Das war der teuerste Wellensittich, den ich bis jetzt erworben hatte. Leider hatte ich damit kein Glück. Beim ersten Zuchteinsatz legte diese Henne 2 Eier und verstarb danach. Ein Grund dafür war nicht zu erkennen. Die Eier waren leider beide nicht befruchtet.
 

Eine neue dramatische Geschichte

Den Spangle auf Bild Nr.16 bekam ich geschenkt. Bei einem Züchterbesuch sah ich eine große Anzahl von guten Spangle. Als ich wieder zu Hause war, kam mir die Idee einen davon zu kaufen. Nach telefonischer Rücksprache hat mir der Züchter einen angeboten, wollte aber kein Geld dafür. Natürlich habe ich ihn gern genommen. Wir vereinbarten, dass dieser Ws von einem anderen Zuchtfreund auf der  AZ - DWV Bundesschau übergeben werden sollte. Es scheint, dass  was die Spanglezucht anbelangt, sich bei mir die Probleme besonders häufen. Schon die Übergabe war nicht normal. Durch ein Missverständnis musste ich zwei mal zur AZ - DWV Bundesschau 2006  nach Kassel fahren. Darüber hinaus  führte sich dieser Wellensittich sehr eigenartig bei mir ein. Als ich ihn aus der Transportkiste in eine Doppelzuchtbox setzte flog er über einen längeren Zeitraum immer wieder  gegen die Wände. So das ich schon dachte er wäre blind.

So einen äußerst wilden Ws hatte ich noch nie gesehen. Die Wildheit  ist auch noch auf dem Bild Nr.16 zu sehen, das ich ein halbes Jahr später machte. Es dauerte etwa ein dreiviertel Jahr bis er sich normal verhielt. Der Züchter von dem ich diesen Wellensittich bekommen hatte, sagte mir das die Mutter von diesen Wellensittich eine Schwester des 1,0 Weisen Doppelfaktoriger Spangle von J. Mannes ist, welcher 2004 und 2005 Bundessieger auf der AZ - DWV Bundesschauen wurde,  und auch ein Weiser Doppelfaktoriger Spangle ist. Leider habe ich den versprochenen Abstammungsnachweis nicht erhalten.

Als  der Hahn in Zuchtkondition kam, habe ich ihn zur Zucht eingesetzt. Sie werden es nicht glauben, aber auch dieser Hahn hat bis auf zwei Eier in der Zeit von 2007 bis 2009 alle aufgefressen. In den meisten Fällen war weder am Hahn noch im Nistkasten etwas von den verschwundenen Eiern zu sehen. Die beiden Eier konnte ich im Zuchtjahr 2009 retten  und einem anderen Paar unterlegen. Sie entstammten aus der Verpaarung mit der Op Hellblauen Spangle  Henne Bild Nr. 14. Beide waren befruchtet und entpuppten sich als graue Spangle Henne und als Weiser Doppelfaktoriger Spangle Hahn.

Ich hatte ursprünglich nicht vor Doppelfaktorige Spangle zu züchten. Da ich aber nur eine Henne zur Verfügung hatte um zu überprüfen, wie sich die Erbmasse des Hahnes auswirkt, hatte ich keine Wahl. Ich muss aber gestehen, das, wenn Doppelfaktorige Spangle ganz Weis oder Gelb, ohne anders farbige Schattierungen sind, sie doch sehr gut aussehen können. Was mir nicht gefällt, ist das so ein Wellensittich auf einer Schau bester Spangle werden kann obwohl an ihm nicht von einem Spangle zu sehen ist. Hier sollte man überlegen, ob man diesem Ws nicht eine eigene Ausstellungsgruppe geben sollte.

 

 

0,1 Op Sp. Grau
Ring Nr.018-09-749
1,0 Doppelfaktor Sp. Weis
Ring Nr.005-09-7408


Im Zuchtjahr 2010 habe ich den
1,0 Spangle Grau Bild Nr.16 mit seiner Tochter Op Spangle Grau eingesetzt. Ich bemerkte, dass die Hennen ihren Vater nicht in den Nistkasten lies. Deshalb hoffte ich, dass er diesmal die Eier in Ruhe lassen würde. Bei den Verpaarungen davor hatte ich immer versucht, den Hahn kurz vor dem Ablegen eines Eies zu entfernen. Diese Henne legte  8 Eier. Alle waren befruchtet. Vielleicht hätte ich einige davon entfernen sollen. Dann währe der Hahn sicher nicht an die Verbliebenen heran gekommen. Leider hat der Hahn einen Tag bevor das erste Junge schlüpfen sollte, alle Eier zerstört. Sie können sich sicher vorstellen, wie mein Gemütszustand an diesem Tag war. Zurzeit kann ich mir nicht vorstellen, diesen Hahn noch mal zur Zucht zu verwenden.

Ich will aber mit seinem Sohn, dem Doppelfaktor Spangle Weis, der eine sehr saubere Farbe ohne eine andere farbliche Schattierung hat, eine neue Linie aufbauen. Auf der Niederberg - Schau 2009 erhielt er eine Goldmedaille. Jetzt kann ich nur hoffen,  dass dieser Ws nicht die Unart von seinem Vater geerbt hat.

 

Bilder aus meiner Spanglezucht.

                                                                   

Bild- Nr. 10   
0,1 Sp. Violett Hellblau
Ring Nr.358-02-4139

Bild- Nr. 11  
0,1 Op Sp Grau EF, 6 Monate
Ring Nr. 007-04-749
 

Bild- Nr. 12      
1,0 Op Sp. Hellblau
Ring Nr.027-04-749

Bild- Nr. 13 
0,1 Op Sp. Hellgrün
Ring Nr.042-05-749

 

Bild- Nr. 14     
0,1 Op Sp. Hellblau
Ring Nr.007-06-749
Bild- Nr. 15 
1,0 Sp. Hellgrün
Ring Nr.056-06-749
Bild- Nr. 16    
1,0 Sp. Grau
Ring Nr.039-06-7408
Bild- Nr.17
1,0 Sp. Hellblau
Ring Nr.029-07-749


Weitere Bilder von meinen Wellensittichen siehe auf den Seiten Zuchtvögel und Jungvögel

 

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