Artikel
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Systematischer
Zuchtaufbau für einen Wellensittichstamm.
Hans
- Jürgen H. Lenk DSV 749 (10. 2003)
In der
heutigen Zeit klagen viele Standard- Wellensittichzüchter
über eine nachlassende Fruchtbarkeit bei Ihren Wellensittichen.
In den meisten Fällen sind sie daran nicht ganz unschuldig.
Denn dieses Problem kann durch eine systematisch geplante Zucht
von vornherein ausgeschlossen, zu mindestens eingeschränkt
werden, wenn bei den Verpaarungen darauf Rücksicht genommen
wird. Was ist eine systematisch geplante Zucht? Man kann eine
systematisch geplante Zucht als solche bezeichnen, wenn sie nach
einem System durch geführt wird. Fast alle Autoren beschreiben
den Vorgang für den Aufbau eines Wellensittichstammes in
Anlehnung des Einsatzes von einem Stammwellensittich. In ähnlicher
Form, wie ich es auch in meinem Artikel "Aufbau eines Wellensittichzuchtstammes"
getan habe. Nachzulesen auf meiner Homepage: Artikel Nr. 2, wo
auch die Fruchtbarkeit als eines der Zuchtziele angegeben wird.
Das ist sicherlich nicht falsch, sogar für verschiedene
Zuchtziele nötig, zeigt aber nicht auf, wie der Genpool
in einem Stamm angesiedelt ist, und welche Möglichkeiten
man zur Bekämpfung, zum Beispiel der Unfruchtbarkeit, noch
heran ziehen kann. Im Folgenden will ich erläutern was ich
darunter verstehe.
Erstellung
eines systematischen Zuchtprogramms.
Manchmal lese ich in Veröffentlichungen, dass eine Zucht
von Standardwellensittichen nach einem System nicht möglich
sei. Diese globale Aussage ist mit Sicherheit nicht zutreffend
und widerspricht total meinen Erfahrungen. Natürlich kann
man nicht alle theoretischen Erkenntnisse, welche zum Teil auch
nur Hilfsinformationen sind, praktisch umsetzen. Auch spielen
örtliche Verhältnisse und Natureinflüsse eine
große Rolle, aber man kann ganz sicher Tendenzen festlegen
durch welche eine Zucht positiv beeinflusst wird. Deswegen ist
davon auszugehen, dass wer gute Standardwellensittiche züchten
will, das nachhaltig nur über die Befolgung von systematisch
erstellten Abläufen in der Zucht erreichen kann. Wobei eine
gewisse Begabung für die Zucht zusätzlich immer erforderlich
ist. Fruchtbarkeit zahlt sich nur dann aus, wenn sie im Ergebnis
viele gute, gesunde Wellensittiche bringt die sich auch in den
folgenden Generationen in guter Qualität reichlich vermehren.
Zu einem erfolgreichen Zuchtsystem gehört natürlich
auch eine korrekte Zuchtbuchführung, ohne die ein ernsthafter
Züchter nicht auskommt. Eine Zuchtbuchführung von Hand
ist möglich doch sehr arbeitsaufwendig, einfach zu bedienende
Computerprogramme haben uns diesen Teil der Zucht erheblich vereinfacht
und sollten, wo möglich auch genutzt werden.
Das
ich mit der Nutzung von Systemen züchte, können Sie
sich bestimmt vorstellen.
Damit Sie sich damit auch anfreunden können, möchte
ich Sie jetzt mit einigen Gegebenheiten, Voraussetzungen und
Zuchtzielen für einen systematischen Zuchtaufbau eines Wellensittichstammes
bekannt machen.
Ganz pragmatisch habe ich die nach folgend aufgeführten
Gegebenheiten als wichtig erkannt und in meiner Zucht zu erreichen
versucht.
Vererbungsmodus
Eine Vererbung kann Additiv oder nicht Additiv (Heterosis) ablaufen.
|
°
Kennzeichnung von Additiv ist das:
Brutverhalten
Aufzuchtverhalten
......................................... Wachstumsverhalten
..........................................Schauverhalten
|
° Kennzeichnung von nicht Additiv (Heterosis) ist die:
Vitalität
...................................................................Fruchtbarkeit
...................................................................Lebenskraft
...................................................................Gesundheit
...................................................................Belastungsfähigkeit
...................................................................Regenerationsfähigkeit |
Allgemein
können durch richtig angewandte Linienzucht, gewünschte
Eigenschaften mittels so genannter additiver Vererbung herausgezüchtet
und gefestigt werden. Nicht Additive Eigenschaften können,
wenn sie nicht besonders beachtet werden darunter leiden.
Kreuzungszucht
im Hinblick auf eine Zuchtverbesserung.
Hat sich ein bestimmtes negatives Merkmal welches zu späht
erkannt wurde in einem Stamm gefestigt, dann kann dieser Fehler
nachhaltig nur durch eine spezielle Kreuzungszucht behoben werden.
Für diese Kreuzungszucht benötigte Voraussetzungen
sind:
°
Abstammung der eingesetzten Wellensittiche aus einer verwandten,
richtig angewandten Linienzucht.
° Ergänzung durch Einsatz von Wellensittichen bezüglich
nicht additiver vererbten Eigenschaften.
Durch
eine Einkreuzung wird im Rahmen der so genannten nicht additiven
Vererbung die Vitalität schlagartig verbessert. (Heterosimseffekt)
Die durch eine Linienzucht angehäuften positiven Eigenschaften
können, bei entsprechender Zuchtplanung, in gewünschter
Weise erhalten bleiben.
Additive
Vererbung bedeutet hier, dass eine Wellensittichbrut bezüglich
dieser vererbten Eigenschaft (Brutverhalten, Aufzuchtverhalten,
Wachstumsverhalten, Schauverhalten) statistisch zwischen seinen
Eltern liegen wird.
Nicht additive Vererbung in der die positive Heterosis entstehen
kann, bedeutet hier dass eine Wellensittichbrut aus der Zucht
zweier nicht verwandter Eltern bezüglich der Vitalität
(auch anderer Eigenschaften) besser dasteht als seine Eltern.
Die Heterosis ist um so größer, je weniger verwandt
die Ausgangswellensittiche sind. Dieses Phänomen kann man
mit der so genannten Hybridzucht erreichen. Mit diesem Zuchtsystem
ist jedoch sehr vorsichtig um zu gehen. Weil normaler Weise damit
nur Endprodukte erzeugt werden. Wer sich eingehender informieren
will, was eine Hybridzucht ist, sollte sich den Artikel Nr. 21
auf meiner Homepage durchlesen. Ich will im Folgenden aufzeigen,
auf welche Weise die Hybridzucht denn noch auch für unsere
Zuchtziele genutzt werden kann.
Bei
der Bewertung der Positionen muss, wie es für die gesamte
Populationsgenetik gilt, klargestellt werden, dass die Zucht
nach diesen Prinzipien nicht auf einen Spitzenwellensittich ausgerichtet
sein wird, sondern eine Anhebung des Stammdurchschnittes zum
Ziel hat. Im Folgenden habe ich meine Zuchtziele festgelegt.
Diese beziehen sich wie schon mehrmals gesagt auf meinen gesamten
Stamm.
Zuchtziele
|
Allgemein: Fruchtbarkeit
Vitalität
. Anhebung der Schauqualität
Schauverhalten |
Speziell: Typ, Haltung
. Kopf, Maske, Größe
. Federstruktur
Mutationsbezogene Farbe
Zeichnung |
Zuchtziele
sollten immer von Beginn an festliegen, mit dem Wissen, dass
man die angestrebten Zuchtziele nicht alle auf einmal erreichen
kann. Man muss bei den Verpaarungen jedoch darauf achten, dass
mindestens eines verwirklicht werden kann. Alle Verpaarungen
sollten so gestaltet werden, dass immer das wichtigste von den
angestrebten Zielen abgearbeitet werden kann.
Wichtig bei der Festlegung der Zuchtziele ist auch das Wissen
um die Tatsache, dass man nicht nur gute Einzelwellensittiche
züchten kann, sondern auch eine Gruppe, die für die
Vererbung einer bestimmten Veranlagung für den gesamten
Stamm gut geeignet ist. Damit erreicht man eine gewisse Kontinuität,
welche eine Voraussetzung für den Bestand von einer systematisch
aufgebauten Zucht von Standardwellensittichen ist.
In meinem schon vorher genannten Artikel "Aufbau eines Wellensittichzuchtstammes"
habe ich praktische Anwendungsmöglichkeiten für die
Zucht von Einzelwellensittichen formuliert und angegeben wie
man sie praktisch durchführen kann. Das bleibt immer noch
gültig und ist für manche Zuchtvorgänge erforderlich.
Hier kommt es mir jedoch darauf an, den Genpool eines Wellensittichstammes
zu gestalten, aufzubauen und zu nutzen.
|
Variabilitätskurve
Eine
Variabilität ist bei allen Zuchtsystemen vorhanden. Mit einer
Variabilitätskurve (Bild Nr. 1), man kann sie auch Zufallskurve
nennen, läst sich der Vorgang, der durch das rein zufällige
Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren, positiver und negativer
Richtung gleichzeitig beeinflusst ist, als Ergebnis darstellen. Die
gesetzmäßige Verteilung innerhalb gleich beschaffener Individuen, in
unserem Fall Wellensittiche, beruht darauf, dass die gewünschten
Eigenschaften nach dem Gesetz der mathematischen Wahrscheinlichkeit
durch Einflüsse variiert werden. Mittelwert und Variabilitätsbreite
kennzeichnen jede Variabilitätskurve.
|
 |
|
Der Mittelwert (M) wird
berechnet nach M =
Σ
(p x V)
n
Hierbei bedeuten:
n = Gesamtzahl aller Individuen, p = Frequenz
jeder Variantenklasse, V = ihr absoluter Wert
Die Steuerung (δ) ergibt sich aus δ =
± √
Σ p x
α²
n - 1
Hierbei bedeutet:
α = Abweichung der einzelnen Größenklassen vom
Mittelwert |
In einer Linienzucht
ist die Variabilität wesentlich geringer als in einer Kreuzungszucht,
weil ein großer Teil von unbrauchbaren und negativen Eigenschaften
beim Aufbau einer Linie schon eliminiert werden konnte. Deshalb
ist, wenn ein Züchter damit umgehen kann, eine Linienzucht
immer zu empfehlen.
Was
kann tatsächlich vererbt werden?
Der sich ergebende erbliche Mittelwert beinhaltet sichtbare und
unsichtbare Anlagen. Diese Anlagen nennt man auch Erbeinheiten,
Erbfaktoren oder Gene. Allgemein sind in den Genen die Ursachen
zu sehen, die im Laufe der späteren Entwicklung eines Organismus
rechtzeitig an einer bestimmten Stelle eine ganz bestimmte Eigenschaft
zum Vorschein bringen. Das Wesen der Vererbung besteht darin,
dass die Gene auf dem Wege über die Geschlechtszellen als
Träger der Erbinformationen von Generationen zu Generationen
weitergereicht werden. Das Vorhandensein der Gene allein genügt
allerdings noch nicht, um das Zustandekommen eines Erbmerkmals
zu gewährleisten. Die Anlagen sind zwar die Ursachen der
Eigenschaftsbildung, aber zwischen Anlage und fertigem Merkmal
liegt der weite Weg der Entwicklung. Auf diesem Weg greifen verschiedene
Umstände ein, deren Einfluss ein Organismus ausgesetzt sein
kann. Die Erbanlagen eröffnen die Entwicklungsmöglichkeiten,
die Umwelt bestimmt, welche der Möglichkeiten verwirklicht
wird. Die vorher behandelten Gene eines Organismus bezeichnet
man als dessen Genotyp (Erbmasse, Erbgut, genetische Konstitution),
die Gesamtheit seiner einzelnen Merkmale (Eigenschaften und Fähigkeiten),
als sein Erscheinungsbild oder seinen Phänotyp. Der Genotyp
wird vererbt, der Phänotyp ist abhängig vom Zusammenwirken
von Genotyp und Umwelt. Zwei Organismen von gleichem Erbgut können,
wenn sie in verschiedener Umwelt aufwachsen, zu recht unterschiedlichen
Erscheinungsbildern heran wachsen.
Wie
kann ich eine Zucht bezogen auf den Aufbau eines Wellensittichstammes
konkret planen?
Nachdem wir einen kleinen Ausflug in die Theorie der Vererbung
gemacht haben, wollen wir jetzt unser Wissen in der Praxis auch
anwenden. Voraussetzung und selbstverständlich ist, dass
wir für eine geplante Zucht unseren Standartwellensittichen
optimale Lebensbedingungen schaffen und sie richtig vorbereiten.
Weil die Fruchtbarkeit die wichtigste Voraussetzung für
den Bestand eines Wellensittichstammes ist, möchte ich den
Vorgang wie ich die Wellensittiche verpaaren muss um ein gewünschtes
Ergebnis zu erreichen, zunächst dafür erläutern.
Für unsere Zuchtverbesserung müssen wir aus der bis
jetzt erhaltenen Erkenntnis Wellensittiche einsetzen, welche
einem bestimmten Genpool entstammen. Wir konnten auch erkennen,
dass wir für bestimmte Gegebenheiten eine so genannte Kreuzungszucht
durch führen müssen. Nach den bereits behandelten Möglichkeiten
haben wir hier bei der Wahl der für die Zucht einzusetzenden
Wellensittiche zwei Bereiche zu berücksichtigen.
Wir benötigen:
|
°
Wellensittiche mit Abstammung aus einer nicht verwandten, richtig
angewandten Linienzucht.
Welche ergänzt werden durch den
° Einsatz von Wellensittiche mit Abstammung bezüglich
Additiv vererbten Eigenschaften. |
Es
gibt nun viele mögliche Kombinationen, die man eingehen
könnte. Wichtig ist es das Prinzip der für unsere Zwecke
einzusetzenden Kreuzung zu erkennen und anzuwenden. Von erheblicher
theoretischer Implikation ist deshalb die Frage, welchen Wellensittich
ich aus der Linienzucht für die Kreuzung einsetze. Praktisch
formuliert bedeutet dies, dass ich jeweils nur den auch nach
äußerlichen Kriterien typischen Wellensittich einer
Linie für die Kreuzungszucht auswählen werde.
Bild Nr. 2
Die in Bild Nr. 2 aufgezeigten Verpaarungsmöglichkeiten
sollen das Verständnis etwas erleichtern. Deshalb wollen
wir uns zunächst mit dieser Grafik etwas näher befassen.
 |
Erläuterungen
zu Bild Nr. 2
Die in dem Bild mit Buchstaben gekennzeichneten Kästchen
sind bis auf E keine Einzelwellensittiche, sondern das Zuchtergebnis
aus einer oder mehreren Brutsaisonen.
Grundlage aller dieser Verpaarungen sollte sein, dass zur Zucht
nur Wellensittiche eingesetzt werden, die in zwei Bruten mindestens
sechs Junge großgezogen haben. Diese sind dann auf ihre
Qualität zu überprüfen. Dafür ist die Grundlage,
mindestens 60% der Nachzucht muss den gestellten Anforderungen
entsprechen. Das gilt für den Anfang, später können
wir auch noch ehrgeiziger sein.
F1 bis F3
Sind Generationen aus einer Linie. Alle Wellensittiche wurden
wie in meinem schon vorher genannten Artikel "Aufbau eines
Wellensittichzuchtstammes" in kompensierter Linienzucht
gezüchtet.
A und B
Sind das Ergebnis aus einer Verpaarung der kompensierten Linienzucht,
zum Beispiel der Linien Nr. 1 und Nr. 2. Diese sollten nach Möglichkeit
untereinander nicht oder nur geringfügig verwandt sein.
Man kann natürlich auch mehrere davon bilden.
C
Ist das Ergebnis einer Verpaarung von zwei Wellensittichen aus
je einer Linie, die blutsfremd über drei Generationen in
kompensierter Linienzucht gezüchtet wurden. In unseren Fall
könnte das eine Verpaarung der Linie Nr. 1 mit der Linie
Nr. 2 sein. Bei derlei Verpaarungen entsteht ein Heterosimseffekt.
Dieser kann genutzt werden um einen Trend von nachlassenden Eigenschaften,
wie zum Beispiel Unfruchtbarkeit, umzukehren.
E
Bedeutet ein zugekaufter Wellensittich, ein so genannter Einkreuzungswellensittich,
mit dem eine Verbesserung in den Stamm eingebracht werden soll.
F
Mit dieser Nachzucht kann man erkennen ob die gewollte Verbesserung
erfolgt ist.
D
Ist das Ergebnis, das man als Zuchtziel erreichen wollte.
G
Entspricht einem neu aufgebauten Genpool, durch welchen erforderliche
Verbesserungen in einen Stamm eingebracht werden können,
beziehungsweise, wenn damit eine neue Linie aufgebaut wird, gefestigt
werden können.
Kommen
wir jetzt zu Beispielen von praktischen Verpaarungen:
Zu einem bestimmten Wellensittich aus einer Linie suche ich mir
einen Partner nach Gesichtpunkten so aus, dass mein beabsichtigtes
Zuchtziel erreicht werden kann. Allgemein, könnte das auch
ein speziell dafür eingekaufter Wellensittich sein, einer
der sich durch die bestimmte besondere Eigenschaft auszeichnet,
die zur Verbesserung benötigt wird.
Muss
ich die Fruchtbarkeitsrate in einem Stamm verbessern dann kann
ich das auch erfolgreich Bewerkstellen in dem ich die Hybridzucht
in Kombination mit dem Genpool eines Wellensittichstammes für
dieses bestimmte Zuchtziel anwende. Wie sich das praktisch auswirkt,
sollte aus der folgenden Beispielverpaarung Nr. 1 zu erkennen
sein.
Bespielverpaarung
Nr.1 (Verbesserung der Fruchtbarkeit)
Man muss immer darauf bedacht sein Wellensittiche so zu züchten,
dass sich zumindest eine der Linien durch gute Fruchtbarkeit
auszeichnet. Damit man in der Lage ist, seinen gesamten Stamm
bezogen auf dieses Merkmal zu beeinflussen. Dann kann eine neue
Linie aufgebaut werden, in dem in eine Linie in welcher die Nachzucht
gering aus
fällt (weniger als 3 Junge pro Brut ist der Maßstab
dafür) ein Wellensittich gepaart wird, welcher aus einer
Linie oder aus einem Genpool stammt, bei der im Schnitt aus allen
gelegten Eiern Junge schlüpfen die von ihren Eltern problemlos
aufgezogen werden.
Das
kann erreicht werden mit der Verpaarung:
| |
A oder B x G = verbesserte
Fruchtbarkeit |
Hat man
versäumt die Fruchtbarkeit in einer Linie zu festigen. Dann
kann das nachhaltig durch die vorher beschriebene Verpaarung
oder durch den Einsatz eines Hybrid- Ws besonders wirkungsvoll
unterstützt und korrigiert werden. Zur Züchtung eines
Hybrid- Ws kann die folgende Verpaarung genutzt werden:
Diese
Verpaarung entspricht der Hybridzucht, wenn zwei nicht verwandte
Linien eingesetzt werden. Mit ihr werden so genannte Bastarde
gezüchtet, welche besonders bezogen auf Wuchs, Fruchtbarkeit
und Widerstandskraft geprägt sind. Es können bei diesen
Nachkommen aber auch andere Eigenschaften besonders gut ausgebildet
sein. Unser Bestreben muss sein, die Wellensittiche aus der Nachzucht
der vorher genannten Verpaarung heraus zu finden, die für
eine Verbesserung der Fruchtbarkeit für uns nützlich
sind. Eine Indikation dafür ergibt sich aus dem Folgenden:
Entstammt zum Beispiel ein Wellensittich aus einem Nest mit vielen
Geschwistern der vorher genannten Verpaarung, kann davon ausgegangen
werden, dass er eine gute Fruchtbarkeit auch vererbt.
Einen Fremd- WS können wir für dieses Zuchtziel schlecht
einsetzen, da uns seine Vererbungsfähigkeit bezogen auf
Fruchtbarkeit, nicht zweifelsfrei bekannt ist. (Ausnahme: Wir
kennen einen Züchter, der uns die benötigte Eigenschaft
glaubhaft bestätigt.)
Wollen
wir eine andere Eigenschaft in unserem Stamm verbessern, zum
Beispiel die Maske, dann müssen wir der Beispielverpaarung
Nr. 2 folgen.
Bespielverpaarung
Nr.2 (zum Beispiel Verbesserung der Masken)
In die Linie die eine Veranlagung für enge Masken mit schlechten
Kehltupfen zeigt, sonst aber viele gute Eigenschaften hat, paare
ich einen Wellensittich mit besonders tiefer Maske mit guten
Kehltupfen. Das kann ein Wellensittich aus unserem Stamm (Genpool)
oder ein Fremd- WS sein, da hier die mögliche Vererbung
einer tiefen Maske offensichtlich ist..
Das kann
erreicht werden mit den Verpaarungen: .
|
A oder B x E oder C = F
oder D, eine gewollte Verbesserung
A oder B x G = verbesserte
Fruchtbarkeit,
oder
A x B = C mit der letzten Kombination erzeugen wir auch Hybriden,
mit denen wir nutzungsmäßig. sehr.
vorsichtig umgehen müssen. |
Es kommt immer
darauf an, dass man in der Linienzucht ein genügendes Fingerspitzengefühl
entwickelt, um auf der einen Seite, durch Verwandtschaftsverpaarungen
die positiven Eigenschaften der Ausgangswellensittiche zu erhalten
und auf der anderen Seite die negativen Eigenschaften ausmerzt
und mit nicht zu engen Verpaarungen die Inzuchtdepression nicht
so stark werden lässt. Alle dem Zuchtziel nicht entsprechenden
Wellensittiche müssen aussortiert werden. Das gilt für
alle schlechten Eigenschaften, ganz besonders aber für eine
schlechte Fruchtbarkeit. Was nützt einem Züchter ein
Superwellensittich, den er in der Zucht nicht verwenden kann.
Mit
der Verpaarung F x D = G, schaffe ich mir einen
Genpool welchen ich für bestimmte Verbesserungen in der
Zucht nutzen und mit welchem ich mir neue Linien aufbauen kann.
Das können Linien sein, wo ein ganz bestimmtes Merkmal besonders
gut in Erscheinung tritt, oder eine Kombination von sehr guten
Eigenschaften angesiedelt ist.
Wichtig
ist mir hier auf zu zeigen, dass Ergebnisse der jeweiligen Verpaarung
nicht einzelne Superwellensittiche sind (sie sind sicher nicht
ausgeschlossen), sondern dass eine systematische Zucht komplexe
Familien mit einer Reihe überdurchschnittlicher Wellensittiche
hervorbringt, welche ich für die Fortführung und zur
Verbesserung meiner Zucht zu jeder Zeit nutzen kann.
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