Artikel 3
Beurteilen von Wellensittichen auf Ausstellungen
Von Hans Jürgen H. Lenk DSV Nr. 749 (1999)

Manche Aussteller haben Schwierigkeiten die Richttätigkeit von Preisrichtern nachzuvollziehen. Damit diese besser beurteilen können wie ein Preisrichter zu einem Richtergebnis kommt, habe ich Nachfolgendes zusammen gestellt.
Wegen ihrer Aktivitäten im Ausstellungskäfig sind Wellensittiche auf Ausstellungen nicht so leicht zu beurteilen. Das trifft besonders auf schlecht trainierte Vögel zu. Obwohl unsere heutigen Ausstellungsvögel speziell für ihr Benehmen im Ausstellungskäfig gezüchtet werden, kann auf ein Training nicht verzichtet werden. Eine Beurteilung von einem Vogel, der immer in Bewegung ist und dadurch seine Haltung verändert oder sich in der Ecke vom Ausstellungskäfig verkriecht, ist wesentlich schwerer zu erreichen als zum Beispiel die eines Hundes, den man in eine bestimmte Positur stellen kann. Ein Wellensittich wird im wesentlichen nach seinem Erscheinungsbild beurteilt und dieses kann sich von einer Sekunde zur anderen ändern. Wenn er sich dann auch noch unwohl fühlt, ist von seinen Qualitäten kaum noch was zu erkennen. Diese Tatsache ist oft der Grund, dass ein Aussteller sich über die Platzierung seines Vogels wundert. Zu Hause sieht er ihn ohne Stress in seiner gewohnten Umgebung und da zeigt er sich eben besser. Er konnte aber nur so, wie er sich in seiner Richtzeit zeigte, vom Preisrichter beurteilt werden. Erfahrene Preisrichter geben diesen Vögeln mehrmals die Chance sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Ein allzu schnelles Richten, kann sich sehr nachteilig auf das Richtergebnis auswirken. Es ist jedoch zu bedenken, dass nur eine begrenzte Zeit pro Vogel zur Verfügung steht. Spätestens jetzt kann man erkennen, wie wichtig das Training für Ausstellungsvögel ist und wie stark jeder Aussteller selbst an einem korrekten Richtergebnis beteiligt ist.

Nicht nur der Ausstellungskäfig sollte sauber sein und entsprechend der Vorschrift aussehen. Auch der Vogel selbst, sollte ein sauberes Gefieder haben. Zum Beispiel, kann bei den Hennen der Gesamteindruck wesentlich verbessert werden, wenn die vorstehende Borke an der Nasenhaut entfernt wird und die Federn über diesem Bereich mit einer Zahnbürste und Wasser gereinigt werden. Die Vögel sollten nicht nur wegen der Erringung möglicher Preise gut trainiert sein, sondern auch ihrer Selbst wegen. Wir wollen sie ja nach der Schau gesund wieder nach Hause zurück bringen. Die meisten von uns werden diese Vögel auch zur Zucht nutzen wollen.


Bilder:

Zwei für die Ausstellung gut vorbereitete Wellensittiche. Leider ist der 1,0 Zimt Dunkelgrün etwas in der Mauser.

          1,0 Zimt Dunkelgrün

                          1,0 Lutino

1.0 Beurteilung eines Vogels
Die Hauptschaumerkmale sind aus dem beigefügten Bild zu ersehen. Diese sind unabhängig von den Verbänden ähnlich und können als allgemeingültig angesehen werden. Ich habe dazu ein Bild mit englischen Fachausdrücken aus einem BS - Handbuch als Vorlage genommen. Das hat den großen Vorteil, dass man Fachausdrücke aus der englischen Sprache mit den unseren vergleichen kann. Bei Gesprächen mit Engländern kommen uns dann die Fachausdrücke nicht mehr so fremd vor.

 

Es ist selbstverständlich, dass ein Preisrichter über die einzelnen Schauanforderungen für die Mutationen informiert ist. Wenn nicht, wird er sich sicherlich vor seiner Tätigkeit durch die betroffenen Standardbeschreibungen kundig machen.
Jeder Preisrichter hat seine Methode wie er die Beurteilung vornimmt. Grundprinzip ist das Aussortieren der Vögel mit offensichtlichen Fehlern. Hier sollten nicht die fehlenden Federn gezählt werden, sondern so genannte bleibende Fehler stärker beurteilt werden.
 

 Bild Nr. 3

 Richtstäbe
 Im Internet wird mir öfter die Frage gestellt, wie ein
 Richtstab aussieht und wofür er gebraucht wird.
 Deshalb habe ich das das Bild Nr. 3 mit den
 dazugehörigen Erläuterungen in diesen Artikel
 eingefügt.
 Richtstäbe gibt es in vielfältiger Ausführung. Sie sind
 von den WS- Verbänden nicht genormt. Ich habe im
 Bild Nr. 3 sieben unterschiedliche Richtstäbe
 dargestellt. Es gibt sicher noch viele weitere
 Variationen. Im Allgemeinen werden Richtstäbe von
 einem Preisrichter benutzt, Der Richtstab Nr. 1 ist ein Teleskoprichtstab. Diesen nutze ich überwiegend wenn ich Ausstellungen besuche und ich einen auf dem Boden in einem Ausstellungskäfig sitzenden

Wellensittich auf der Stange betrachten möchte. (Sollte man wegen der zusätzlichen Belastung des Wellensittichs nur selten machen) Die Richtstäbe Nr. 2 bis Nr. 6 sind welche, die ein Preisrichter im Allgemeinen bei seiner Richtarbeit nutzt. Ich habe immer eine ganze Reihe von Richtstäben dabei. Durch Erfahrung habe ich festgestellt, das ich bei einer Richtgruppe mit vielen Käfigen durch im Käfig belassenen Richtstäben oft auch weniger gut trainierte Wellensittiche dahingehen beeinflussen kann, das sie von alleine auf die Sitzstangen gehen und dort länger verweilen, wo ich sie dann auch richtig bewerten kann.

Richtstab Nr. 7 ist ein Brettchenrichtstab. Er wir üblicherweise für besonders schlecht trainierte Wellensittiche genutzt sie vom Käfigboden auf eine der beiden im Ausstellungskäfig vorhandenen Sitzstangen zu befördern.

 

Bild:

Hans - Jürgen H. Lenk beim Richten
am 30.05.2001
Wellensittich - Derby - Berlin

 

Standardisierung der Wellensittich- Grundfarben.

Die WBO (World Budgerigar Organisation) hat im Jahr 2003 nach
einer weltweit angelegten Studie die Wellensittich- Grundfarben nach der Farbtabelle auf Pantone Basis festgelegt.
Die DSV (Deutsche Standard- Wellensittich- Züchter- Vereinigung
e. V.) als Mitglied der WBO hat diese neue Festlegung in ihrem Standard übernommen.

 
BUDGERIGAR COLOUR GUIDE 
WELLENSITTICHFARBSKALA

A field study was carried out in seven member countries (Australia, Belgium, Germany, South Africa, Switzerland, United Kingdom and the U.S.A.) involving many fanciers, to establish a WBO Budgerigar Colour Guide for the basic budgerigar primary colours using the Pantone Colour Chart.
Many budgerigar samples were used in those countries and it was eventually agreed that the WBO Budgerigar Colour Guide (using Pantone charts) should be as follows:
Eine Feldstudie wurde in sieben Mitgliedstaaten (Australien, Belgien, Deutschland, Südafrika, Schweiz, Vereinigtem Königreich und den USA) ausgeführt, die viele Züchter betraf, eine WBO Wellensittichfarbskala für die Grundwellensittichfarben mit Hilfe der Pantone Farbpalette einzuführen.
Viele Wellensittichfederproben wurden in jenen Ländern verwendet, und die Übereinstimmung war schließlich so, dass die WBO Wellensittichfarbskala (mit Nutzung der Pantone Diagramme) wie folgt sein sollte:

 

 Budgerigar Colour

 Wellensittichfarbe

 Pantone Code
 Pantone Code

 Budgerigar Colour

 Wellensittichfarbe

 Pantone Code

 Pantone Code

 Light Green

 Hellgrün

375

 Skyblue

 Hellblau

310

 Dark Green

 Dunkelgrün

369

 Cobalt

 Kobalt

2915

 Olive Green  
 Olivegrün

371

 Mauve
 Mauve

535

 Grey Green
 Graugrün

398

 Grey
 Grau

428

 Lutino
 
Lutino

102

 Violet
 
Violet

2727

 

Note: Grey and Grey green refer to the light shade

Hinweis: Grau und Graugrün beziehen sich auf die Farben ohne Dunkelfaktoren
 

© WBO/2004


1.1 Beurteilung eines Vogels aus einer Richtgruppe

Stellen wir uns jetzt vor, wir müssten einen Vogel aus einer Richtgruppe beurteilen. Zunächst versucht man den Vogel so in dem Schaukäfig auf die Stange zu bekommen, dass er sich von seiner besten Seite zeigen kann. Das wird nicht immer so einfach sein, ist aber erforderlich um einen Vogel gerecht zu beurteilen. Ich habe dafür mehrere Richtstäbe, die ich in die einzelnen Käfige stecke. Dadurch animiere ich den Vogel auf die Stange zu klettern. Sitzt er dann auf der Stange ist es möglich festzustellen, ob ein Vogel richtig ausgestellt wurde, (Ring, Farbe, Geschlecht) darüber hinaus ist man auch in der Lage, sich über die guten und schlechten Punkte ein Bild zu machen. Gut trainierte Vögel zeigen sich besser als nicht oder schlecht trainierte Vögel. Ein erfahrener Preisrichter gibt jedem Vogel eine Chance. Im Zweifelsfall wird seine Bewertung immer in die positive Seite gehen. Ich beurteile einen Vogel zunächst nach seinem Ausstellungszustand, seinen Körperqualitäten und dann nach seinen Farb-,  und Zeichnungsmerkmalen. Es ist selbstverständlich, dass ein Preisrichter über die einzelnen Schauanforderungen für die Mutationen informiert ist.
Wenn nicht, wird er sich sicherlich vor seiner Tätigkeit durch die betroffenen Standardbeschreibungen kundig machen. Bei mir gewinnt der Vogel, der am ausgeglichensten ist. Damit meine ich, dass auch ein kleiner harmonischer Vogel gegen einen Großen unharmonischen Vogel gewinnen kann.
                                                                                

 

 1.2    Die Bewertung eines Vogels vollzieht sich bei mir in folgender Reihenfolge:

1.2.1 Ausstellungskondition:
  Gesunder Vogel mit allen Federn in einem sauberen Zustand.
1.2.2 Typ:
   Harmonisches Bild von Körperform, Kopf, Maske, Flügel und Schwanz.
1.2.3 Farbe:
  Entsprechend der Mutationen. Hier finde ich, dass die Zeichnungsfehler bei den Normalen nicht streng genug bewertet werden. Dadurch vermehrt sich dieser Fehler sehr stark. Bei den Opalinen ist man viel strenger.
1.2.4 Größe:
  Bei der DSV soll ein Wellensittich min. 21,6 cm groß sein. Er wird wegen einer Übergröße nicht bestraft, wenn das  Erscheinungsbild harmonisches ist.
1.2.5 Maske:
  Tiefe und Kehltupfenart.
1.2.6 Flügelzeichnung:
  Entsprechend der Erfordernisse der einzelnen Mutationen.

 

Es macht für einen geübten Preisrichter keinen großen zeitlichen Unterschied, wenn er zusätzlich zur Platzierung noch ein Prädikat vergeben muss. Man kann sich darüber streiten, ob eine Prädikatvergabe sinnvoll ist. Ist es doch erforderlich auf Ausstellungen die Kondition für die Vergabe des Prädikates stark zu berücksichtigen. Es kann zum Beispiel aus einem " sg " ganz schnell ein " g " oder " b " werden, wenn Konditionsfehler vorhanden sind. Wenn zu dem Prädikat auch eine Bemerkung vom Preisrichter angegeben wird, ist eine solche Beurteilung besonders für einen Anfänger sehr hilfreich. Oft wird der Preisrichter von der Ausstellungsleitung gebeten mit der Vergabe von Prädikaten nicht zu streng zu sein. Das hilft am wenigsten denen, für die man es machen soll, den Anfängern. Sie erhalten eine falsche Aussage über die Qualität ihrer Vögel.
 

2.0 Beurteilung einer Richtgruppe.
Jeder Preisrichter hat seine Methode eine Richtgruppe aufzubauen. Der Eine beginnt auf der rechten Seite mit dem 1. Platz, der Andere auf der linken Seite. Bei den meisten Vereinen müssen maximal 7 Vögel einer Richtgruppe in einer Qualitätsfolge von 1 - 7 festgelegt werden. Haben wir zum Beispiel eine Richtgruppe von 15 oder mehr Vögel vor uns, müssen zunächst erst alle Vögel aussortiert werden, die für die ersten 7 Plätze nicht in Frage kommen. Hierbei gehe ich wie unter Punkt 1.2 beschrieben vor. Relativ einfach ist es, wenn qualitativ gute Vögel zu beurteilen sind. Es macht auch mehr Spaß, als wenn man von vielen schlechten Vögeln die besten 7 ermitteln muss. Einfacher wird es, wenn die Richtgruppen klein sind. Bevor ich mich endgültig entscheide, gebe ich den Vögeln noch einmal Gelegenheit sich zu zeigen. Erst wenn ich mit meinem Richtergebnis zufrieden bin, schließe ich eine Richtgruppe ab. Oft ist der erste Eindruck von einem Vogel der Richtige. Es ist eine Tatsache, dass bei unentschlossenen Preisrichtern die meisten Fehler auftreten. Jeder Käfig wird nach einer Entscheidung von mir gekennzeichnet und mit Bemerkungen versehen, auch wenn ich dem Aussteller etwas mitteilen möchte. (Zum Beispiel " Fehlender Schwanz", wenn der Vogel disqualifiziert werden musste oder welches Ergebnis er bis dahin erreicht hat.) Das stellt sicher, dass alle Vögel gerichtet wurden und hilft bei späteren Vergleichen mit anderen Richtgruppenergebnissen.

3.0 Ermittlung von Siegervögeln.
Wenn nach DSV- Richtlinien gerichtet wird, ist es erforderlich den besten Hahn, die beste Henne und die besten Jungvögel beiderlei Geschlecht festzulegen. Diese werden aus den Siegern der Richtgruppen ermittelt. Dieses System wird für die Farbgruppensieger bis zu den Schausiegern angewendet. Bei anderen Verbänden sind andere Ausscheidungen gefragt. Das macht aber den Preisrichtern keine Probleme.

Die Ermittlung kann auf zwei Arten erfolgen:
3.01 Es werden die bestplatzierten Vögel aller Richtgruppen bis zum Schluss zurückbehalten, so dass von jedem Geschlecht ein Vogel zur Verfügung steht. Diese werden dann gegenübergestellt und bis auf die benötigten Vögel aussortiert.

3.02 Das Aussortieren erfolgt schon während des Richtens der einzelnen Richtgruppen.
Ich bevorzuge die zweite Art. Allerdings mit einer kleinen Variante. Stehen bei mir Vögel zur Disposition die in ihrer Qualität ähnlich sind, behalte ich diese bis zum Schluss. Alle eindeutig schlechteren Vögel werden von mir vorher aussortiert. Das hat den großen Vorteil, dass man nicht so viele Vögel im Richtbereich herum stehen hat und sich dadurch sowohl für die Vögel als auch für sich ein stressfreies Richten ermöglicht.

4.0 Disqualifikation
Damit nachvollzogen werden kann warum und aus welchem Grund Vögel disqualifiziert werden, habe ich nachfolgende Richtlinien angegeben. Diese Richtlinien habe ich, als ich Preisrichterobmann war, erarbeitet. Sie sind in der DSV mit den Preisrichterkollegen abgestimmt und wurden in der Zwischenzeit auch angewendet. Ähnliche Richtlinien gibt es auch bei anderen Vereinen. Bei einer Disqualifikation sollte auf dem Käfigaufkleber der Grund angegeben werden.

4.01 Disqualifikation wegen Konditions-, oder Krankheitssymptomen
  * verklebtes Aftergefieder
* Grindbefall
* aufgeblähtes Gefieder
* starke Abmagerung
* übermäßiger Fettansatz
* dauerndes Schlafen auf beiden Füßen
* aufblasen des Kropfes
4.02 Disqualifikation wegen Mauser
  * nicht durchgemausert
* Blutkiele, starke Blutung
* kahle Stellen
* Gefiederlücken
* Fehlen von mehr als zwei Kehltupfen
  (Ausnahme bei der DSV: AS-Schecken, Farbmutationen ohne Kehltupfenzwang)
* fehlender Schwanz (beide langen Schwanzfedern)
* fehlen von mehr als zwei Schwungfedern auf jeder Seite
* nicht ausgefärbter Jungvogel
4.03 Disqualifikation wegen Missbildungen
  * verkrüppelte Beine oder Füße
* mehr als eine fehlende Kralle
* fehlende Zehe
* Schnabelmissbildungen (Überbeißer, Kreuzschnabel)
4.04 Disqualifikation wegen Mangel an Training und schlechtes Ausstellen
  * Vogel ist nicht zu bewegen auf die Stange zu gehen
* stark zerstoßene Schwung-, und Schwanzfedern
* nicht normgerechter Käfig
* unsauberer Käfig
* Kennzeichnung vom Käfig
* mehr als ein Ring
* nicht vorschriftsmäßiger Ring
* Ohne Ring
4.05 Disqualifikation wegen falscher Einlieferung
  * falsches Geschlecht
* falsche Ausstellerstufe
* falsche Farb-, Zeichnungsangabe


5.0 Richtlinien für die Bewertung von Fehlern (
Allgemein)
Die nachfolgend angegebenen Punktabzüge gelten im Detail nur bei der DSV. Sie sind bei anderen Verbänden aber ähnlich. Es sollen nur zeichnungstypische Vögel bei den entsprechenden Mutationen gewinnen. Zum Beispiel ist ein Dominanter Kontinentaler Schecke mit nur einem Nackenfleck, ist kein zeichnungstypischer Vogel. Wie die auf den nachfolgenden Bildern dargestellten Wellensittiche sollten Dominante Kontinentale Schecken, Australischer Schecken und Rezessiver Schecken aussehen.

 
 
 
 

1,0 Dominanter Kontinentaler Schecke Opalin Grau

1,0 Dominanter Kontinentaler Schecke Dunkelblau

1,0 Australischer Schecke Hellgrün

1,0 Rezessiver Schecken
Grau


5.01 Qualitätsaussage, erforderliche Punkte für Prädikate

 (Wurden 02.2009 neu festgelegt, siehe auch DSV Ausstellungsrichtlinien Teil IV
 Richtsystem Punkt 8) 

                                                        englische Bezeichnung für Prädikate 
   bis  75       Punkte    ohne Prädikat    -    without predicate
         76 - 80 Punkte    befriedigend     
b   satisfactory
         81 - 85 Punkte    gut                   g   good
         86 - 90 Punkte    sehr gut          sg    very good
         91 -100 Punkte   vorzüglich         v    excellent
 
 Qualitätsstufe auf DSV-Bundesschauen Punktebewertung
 
min. 85 - Punkte = DSV-Qualität
   

 Paare / Teams Bewertung

       50 % Punktbewertung

       50 % Gleichheit                                                            Bild rechts 
                                                                                         100 Punkte WS    
   

 
5.02
Bewertung der Größe
*  Die minimal Größe bei der DSV, dem englischen Wellensittichverband BS und dem Weltverband WBO ist mit 21,6
   mm,  festgelegt
.Größere Vögel werden, wenn sie harmonisch sind wegen ihrer Größe nicht bestraft. Für kleinere Vögel
   werden je fehlendem Zentimeter
.zwei Punkte abgezogen.

5.03
Bewertung von Schwanzfedern bei Australischen-, Rezessiven Schecken
* eine fehlende Schwanzfeder 3 Punkte abziehen
* eine dunkle Schwanzfeder 2 Punkte abziehen
* zwei dunkle Schwanzfeder 3 Punkte abziehen. Siehe auch 4.02

5.04 Bewertung von Schwungfedern bei Australischen-, und Rezessiven Schecken
* je fehlende Schwungfeder 1 Punkt abziehen
* je dunkle Schwungfeder 2 Punkte abziehen. Siehe auch 4.02

5.05 Bewertung von Schwungfedern / Schwanzfedern bei Lutino
* Farbe nicht wie vorgeschrieben 5 Punkte abziehen

5.06 Bewertung von Masken bei Australischen-, und Rezessiven- Schecken
* falsches Frisieren 2 Punkte abziehen (gilt auch für andere Mutationen) bei den Rezessiven Schecken sind Kehltupfen
  nicht erforderlich,
.jedoch erwünscht bei den Australischen Schecken dürfen die Kehltupfen fehlen
* je fehlender Kehltupfen 1 Punkt abziehen. Dies ist bei der DSV so festgelegt. Es ist auch sinnvoll, da bei Australischen-
  Schecken nur
.die Tendenz für eine volle Kehltupfenkette durch Zucht erreicht werden kann.

5.07 Körperzeichnung bei Australischen-, und Rezessiven- Schecken, Zeichnung symmetrisch
* Australische Schecken, 1/2 hell, 1/2 dunkel = 50% dunkel
* Rezessive Schecken,
...2/3 hell, 1/3 dunkel = 33% dunkel

5.08 Flügelzeichnung bei Australischen-, Rezessiven-, und Dominanten-Schecken Zeichnung symmetrisch
* Australische-, und Dominante Schecken, 1/3 hell, 2/3 dunkel = 66,0% dunkel
* Rezessive- Schecken,
...........................7/8 hell, 1/8 dunkel = 12,5% dunkel

5.09 Texas Clearbody
   Fehler, Abweichungen vom Standard
* Dunkle Farbe bei den Schwungfedern
* Farbliche Trennung von der Maske zur Brust

6.0 Einzelfehlerwertung
Die nachfolgenden Tabellen gelten als Hilfsmittel für die Beurteilung von Wellensittichen, wenn Fehler gewichtet werden müssen und über die Platzanordnung ähnlicher Vögel eine Entscheidung getroffen werden muss. Wo keine Hinweise (Buchstaben) auf spezielle Mutationen gegeben sind, gilt die Tabelle für alle. Die Abzugspunkte für Fehler sind je nach Verband geringfügig anders. Sie müssen auch vom Preisrichter individuell eingeschätzt werden. Bezogen auf die Gesamtbewertung eines Vogels kommt jedoch ein nahezu gleiches Ergebnis heraus. Ich benutze diese Tabellen auch, um meine Zuchtvögel zu bewerten. Damit ist man auch in die Lage versetzt, so genannte Kompensationsverpaarungen zu machen.

Tabelle für Punktabzüge

Bereich

Fehler

Punkte

 

 

 

Größe

zu groß/ klein Pro cm = 1 Punkt
kein Körpervolumen

12

7

 

19

 

 

Flügel

zu lang
gekreuzt, hoch stehend, hängend

3

3

 

  6

 

 

Schwanz

zu lang, hängend

 

  2

 

 

Haltung

keine Freiheit zwischen Brust und Stange
keine Brustwölbung,
krummer Rücken
nicht 30° zur Senkrechten

2

4

3

4

 

 

 

13

 

 

Beine, Füße

O- Beine, X- Beine

falsche Fußstellung

2

3

 

  5

 

 

 

 

 

45

 

 

Kopf

zu klein,

zu schmal,
zu flach, keine Stirnwölbung,

abfallend

4

1

4

1

 

 

 

10

 

 

Schnabel

Vorstehend, zu groß
zu hoch angesetzt

Verletzung, Entartung der Nasenhaut

2

1

1

 

 

  4

 

 

Augen

falsche Stellung

 

  1

 

 

Hals

zu schmal, geschnürt

geknickter Nacken

3

2

 

  5

 

 

 

 

 

20

 

 

Stirn

Stirnflecken: wenig 2 - 3
                   mittel 4 - 5
                   stark  6 - 8

 

 

 

 

 

   8

 

 

Maske

zu klein
gespalten

3

1

 

   4

 

 

Kehltupfen

max. zwei fehlende

unterschiedlich

2

1

 

   3

 

 

 

 

 

15

Punkte

Punkte

Farbe für den Körper

Opalisieren,
Farbtiefe
Reinheit
Flecken
schlechte Zeichnung

 

  3 (-)

  2

  3

  2

  2 (5)

  3 (-)

  2 (- 5)
  –

  3

  7

   -

   -

  35

    -

    -

 

 

 

10 A

15 B

   35 C

Farbe für den Flügel

schlechte Zeichnung

schlechte Farbe

 

  3

  2

  6

  4

   15

     5

 

 

  

  5 D

10 E

   20 F

 

 

 

100

Stan

dard

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A Lacewings, Grauflügel, Australische- Schecken, Spangle, Falben, Dominante- Schecken, Rezessive- Schecken,
    Texas Clearbody.
    Pro Fehler 2 bis 5 Punkte abziehen.

B
Normale, Zimter, Zimtopaline, Opaline, Hellflügel.
    Pro Fehler 2 bis 7 Punkte abziehen.

C
Ino, Aufgehellte.
   Pro Fehler 10 bis 20 Punkte abziehen.

D
Normale, Zimter, Zimtopaline, Opaline.
   Pro Fehler 2 bis 3 Punkte abziehen.

E
Lacewings, Grauflügel, Australische -Schecken, Spangle, Falben, Dominante- Schecken, Rezessive- Schecken, Texas
   Clearbody.
   Pro Fehler 4 bis 6 Punkte abziehen.

F
Hellflügel.
   Pro Fehler 5 bis 15 Punkte abziehen.
 

  Ich möchte nicht versäumen meine Berichte auf dem letzten Stand zu halten. Der folgende Text und die zweite
 Tabelle wurden deshalb im Februar 2007 eingefügt.

Bewertungsrichtlinien und mögliche Punktabzüge:
Auf den letzten DSV Preisrichter- Tagungen
06/07.05.2006 wurden Bewertungsrichtlinien für Punktabzüge besprochen. Mit dem Ziel eine einheitliche Bewertung aller Preisrichter zu erreichen.
Ich habe versucht die gemachten Festlegungen für eine Nutzung bei Bewertungen praktikabel darzustellen. Siehe


Tabelle für Bewertungsrichtlinien
 .
Mit dieser Darstellung wird deutlich, dass ein einheitliches Richtergebnis mit den festgelegten Punktabzugsbereichen wegen der umfangreichen Auslegungsmöglichkeit nicht möglich ist. Diese Unterlage kann bestenfalls als Rechtfertigung für eine durchgeführte Bewertung genutzt werden. Im Bereich der Stirn habe ich im Text eine Einschränkung der Möglichkeiten vorgenommen. Damit wollte ich zeigen, wie eine Einschränkung der Auslegungsmöglichkeiten erreicht werden kann.
Eine einheitliche Bewertung wollte ich als Preisrichter-Obmann vor einigen Jahren auch schon mal erreichen. Und ich denke, das wir damals mit der von mir erstellten und durch die Preisrichtervereinigung abgestimmten  Regelung, siehe die Tabelle für Punktabzüge, dem Ziel etwas näher gekommen waren.

Für die Bewertung auf Schauen muss natürlich die zweite Tabelle,
Tabelle für Bewertungsrichtlinien  benutzt werden. Für die Bewertung von Verpaarungen werde ich weiter meine vorher genannten Kriterien und die erste Tabelle, Tabelle für Punktabzüge benutzen, da mit ihr eine bessere Einschätzung möglich ist.

Tabelle für Bewertungsrichtlinien (mögliche Punktabzüge) Stand 06/07.05.2006

Bereich

Fehler

Punkte

 

Typ / Größe

nicht harmonisch, geringe Abweichung
                           große   Abweichung
zu groß/ klein Pro cm = 1 Punkt

 
1 - 15
1 -   5

 

Haltung

nicht 30° zur Senkrechten

1 -   5

 

Flügel

falsche Flügelstellung, Schwingen zerstoßen,
hängend, hoch stehend, kreuzend
Je fehlende Schwinge
je dunkle Handschwinge bei A- Schecken, Konti-,
R- Schecken, Spangle

 
1 -   5
1

1

 

Schwanz

fehlende/überzählige Schwanzfeder
zu lang, zerstoßen, verdreht, nicht ausgewachsen, hängend
je dunkle Schwanzfeder bei A- Schecken, Konti-,
Rez.- Schecken, Spangle

2
1 -   3
 

1

 

Beine Füße

O- Beine, X- Beine
Überlange/fehlende Krallen, Fehlstellung

2 -   5
1 -   2

 

 

 

      35

 

Kopf

zu klein, zu schmal, zu flach
fehlende Stirnwölbung, abfallender Hinterkopf

 
1 - 10

 

Schnabel

vorstehender Schnabel, Abweichung der Nasenhautfarbe, Verletzung der  Nasenhaut

 
1 -   3

 

Augen

falsche Stellung

1

 

Hals

geknickter Nacken
ohne Nackenfleck / A- Schecken, Konti- Schecken
mit  Nackenfleck alle außer Schecken

5
2
3

 

 

 

      15

 

Stirn

Stirnflecken: wenig 1 - 3, mittel 4 - 5, stark 6 - 8

1 -   8

 

Maske

Gefiederlücken durch falsches frisieren, zu klein, gespalten

1 -   5

 

Kehltupfen

je fehlender Kehltupfen außer Schecken
je falscher  Kehltupfen, falsche Form

2
1

 

 

 

      10

Punkte

Farbe für den Körper

fleckige/ abweichende Farbe
Opalisieren, Verlust der Grundfarbe im Flügelbereich bei Opalinen, Gefiederlücken, fleckige/ abweichende Farbe
nicht ausgebildete Federn
Flügelzeichnung bei Hellflügeln zu stark

 
1  -  8 

1 -    5
1 -  10

1 - 15

 

 

     10 A

 *   30 B

Farbmerkmale,
Zeichnung

Farbanflug,
Zeichnungsfehler
Gelbe Schwung-, und/ oder Schwanzfedern beim Lutino

1 -  15

 


1 -   8
5

 

 

   *  30 C

      10 D

 

 

     100

Standard 

  A = Alle Farbschläge bis auf B, B = Inos, DF Spangle, Schwarzaugen
. C = Alle Farbschläge bis auf D, D = Inos, Schwarzaugen  

  * B: Farbtiefe / Reinheit für Ino, DF Spangle, Schwarzaugen
  * C
: inkl. Scheckung für Rez.- Schecken, Punkte für Haube

7.0 Schlussbetrachtung
Ich hoffe, dass Sie durch meine Ausführungen etwas mehr Verständnis für die Arbeit von Preisrichtern bekommen haben. Ergebnisse zu kritisieren sind immer einfacher als diese herbei zu führen. Tischbewertungen auf Ortsgruppenversammlungen, bei denen die Mitglieder die Vögel bewerten müssen, sind eine gute Möglichkeit nachzuempfinden wie Preisrichterentscheidungen ablaufen. Bei solchen Gelegenheiten werden auch Spitzenzüchter, welche keine Preisrichter sind erfahren, dass es gar nicht so einfach ist Vögel richtig einzustufen. Auch ein Preisrichter kann mal einen schlechten Tag haben. Sie können aber davon ausgehen, dass alle mit Freude ihre Richtarbeit ausführen. Nach meinen Erfahrungen und ich bin ja auch Aussteller, wird ein besonders guter Preisrichter geboren. Er kann nicht gemacht werden. Diese Aussage trifft nur auf einige wenige mir bekannte Preisrichter zu. Mit Schulungen kann eine gute Voraussetzung für alle Preisrichter geschaffen werden. Auch ein so genannter geborener Preisrichter braucht eine Schulung. Erfahrungen machen einen Preisrichter sicherer. Die Verbände müssen dafür sorgen, dass es möglichst viele gute Preisrichter gibt. Da die verschiedenen Standards unterschiedliche Auslegungen zulassen, ist die zweite große Aufgabe der Verbände, sich auf eine einheitliche Beurteilung zu einigen und ihre Preisrichter so zu schulen, dass die Auslegung der Richtkriterien (Bewertung von Fehlern) annähernd gleich gehandhabt wird. Mit dem Weltverband (WBO) besteht hier eine große Chance auf alle Verbände einzuwirken, so dass es in Zukunft möglich sein wird, auf den jeweiligen Verbands-Bundesschauen auch durch verbandsfremde Gastpreisrichter ein einheitliches Richtergebnis zu erhalten.

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