Artikel 4
Bedarf und Auswirkung von Vitaminen auf die Gesundheit bei Wellensittichen.
Zusammengestellt von Hans - Jürgen H. Lenk DSV 749 (2000)

Während frei lebende Vögel meist in der Lage sind, den lebensnotwendigen Vitaminbedarf aus der aufgenommenen Nahrung zu decken, sind in Käfigen oder Volieren, mit oder ohne Sonnenlichteinfall, gehaltene Vögel von einer teilweise künstlichen Vitaminzufuhr abhängig. Dank der Kommerzialisierung bei den Brieftaubenzüchtern, haben auch wir Wellensittichzüchter eine Reihe von Möglichkeiten Vitaminpräparate zu nutzen. Wir sollten unbedingt darauf achten, dass wir nur solche Vitaminpräparate verwenden, wo die Inhaltsstoffe genau angegeben sind. Erst dann kann man sich ein Bild darüber machen, was in dem Präparat enthalten ist und wie es genutzt werden soll. Durch Fütterung können Wellensittiche nicht größer werden. Mann kann jedoch, wenn sie Artgerecht erfolgt, die Wellensittiche gesund erhalten. Die Fütterung trägt wesentlich dazu bei, dass sich Junge Wellensittiche richtig entwickeln und ihrem Potential entsprechend heran wachsen können. Was die Futterzusammensetzung mit den erforderlichen Vitaminen anbelangt, müssen wir uns auf Untersuchungen stützen, die von kompetenten Wissenschaftlern teilweise auch für andere Vogelarten gemacht wurden. Es kann auch nicht alles was auf diesem Gebiet veröffentlicht wird bedenkenlos übernommen werden. Erforderlich ist, dass Ergebnisse mit eigenen Erfahrungen verglichen werden. Dabei sind die Haltungsverhältnisse unbedingt mit zu bewerten. Es ist auch zu bedenken, dass die Dosierungen für Brieftauben nicht ohne Weiteres auf Wellensittiche übertragen werden können. Das Körpergewicht beträgt etwa nur ein Zehntel des Körpergewichtes einer Brieftaube, 60 gr. im Durchschnitt für einen Wellensittich, zu 600 gr. im Durchschnitt für eine Brieftaube. Bei Beachtung ist jeder Wellensittichzüchter in die Lage versetzt, sich die für seinen Anwendungsfall erforderlichen Informationen zu ermitteln und auszuwerten. In diesem Sinne sind auch die nachfolgenden Informationen zu sehen.

Nachfolgend werden einige Vitamine vorgestellt, die bei der Haltung von Wellensittichen beachtenswert sind. Beschrieben wird auch was sie beeinflussen und wo sie vorkommen.

Man unterscheidet zwischen fettlösliche Vitamine und wasserlösliche Vitamine.

 Fettlösliche Vitamine sind:

 

 Wasserlösliche Vitamine sind:

 Vitamin A, D, E, und K    Vitamine des B - Komplexes, Foulsäure, Nicotinamid, Pantothensäure,
 Vitamin C, Vitamin F, Vitamin H, Cholin, und Meso - Inosit.

Der Vitaminbedarf unserer Wellensittiche kann sehr unterschiedlich sein. Er schwankt in Abhängigkeit von inneren und äußeren Bedingungen. Leistungen und Belastungen erhöhen den Vitaminbedarf. Bei ausgewogener Fütterung kommt es heute kaum noch zu den klassischen Symptomen, die nach Ausfall eines Vitamins in der Nahrung entstehen. In Fällen wo keine Möglichkeit besteht, Grünfutter zu nutzen oder in Ausnahmefällen kann schlecht gelagertes Futter es aber doch erforderlich machen, dass wir uns um die Vitaminbehandlung von Schäden kümmern müssen. Häufig dürfte nicht ausreichende Versorgung mit Vitaminen zur Verringerung der Vitalität und der Widerstandskraft gegenüber Umwelteinflüssen führen und damit das entstehen einer Krankheit fördern. Schon geringer Mangel an Vitaminen kann Fortpflanzung- und Befruchtungsfähigkeit einschränken und das Schlupfvermögen beeinträchtigen. Mann sollte versuchen durch vollwertige Fütterung derartige Schädigungen der Wellensittiche zu verhindern. Kann mit dem Futter nicht genügende Vitaminversorgung geboten werden, dann sind Vitaminpräparate einzusetzen, möglichst in flüssiger Form da sie sich so besser dosieren lassen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Wellensittiche in der Brut eine erhöhte Wasseraufnahme haben. (Der Wasserbedarf eines Wellensittichs schwankt zwischen 1,0 und 18,0 ml. Er trinkt im Normalfall außerhalb der Brut am Tag etwa 1,0 bis 3,0 ml Wasser.) Mann kann dabei aber auch des guten zu viel tun. So können zum Beispiel mit einer starken Überdosis von Vitamin A und D Schädigungen erzeugt werden. Aus Provitaminen baut der Organismus Vitamine auf, aber nur in der benötigten Menge, so dass es dabei nicht zu Überdosierungen kommen kann.
Vitaminmängel können trotz ausreichenden Gehaltes an diesen Stoffen im Futter auch entstehen, wenn sie vom Organismus nicht aus dem Darm aufgenommen werden können. Das kann bei vielen Darmerkrankungen und bei Stoffwechselstörungen geschehen. Einige Vitamine werden von Mikroorganismen im Darm gebildet, so dass der Wellensittich sie nicht seiner Nahrung entnehmen braucht. Durch Verabreichung von Medikamente, vor allem Antibiotika, können die für die Vitaminproduktion, benötigten Mikroorgane im Darm geschädigt oder zum Aussterben gebracht werden. Vitaminmangelschäden können dann die Folge sein. Wird eine längere Medikamentelle Behandlung mit höheren Dosierungen mit Antibiotika oder Sulfonamiden erforderlich, so ist dem Wellensittich gleichzeitig ein Multivitaminpräparat zu geben. Hier sollte nach der Regel verfahren werden, weniger ist besser als zu viel. Besonders anfällig gegenüber Vitaminmängel sind wachsende Wellensittiche.
Viele Vitamine sind sehr empfindlich und können durch Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Sauerstoff, Sonnenbestrahlung, leicht zerstört werden. Es kommt also nicht darauf an, wie viel an Vitaminen einmal in einem Futter oder in einem Präparat waren, sondern darauf, welche effektiven Mengen der Wellensittich tatsächlich aufnimmt.
Ist von einem Vitamin nicht genügend im Organismus vorhanden, kann das entsprechende Enzym System nicht ausreichend oder überhaupt nicht funktionieren. Daraus resultierten dann die jeweiligen Vitaminmangelschäden.

Vitamin - A - Mangelerscheinungen:
Wachstumsdepressionen, Augenerkrankungen, krankhafte Haut und Schleimhautveränderungen (Verhornung), Sterilität, Schlupfausfälle, mangelnde Fruchtbarkeit, erhöhte Anfälligkeit gegen Krankheiten.

Vitamin A.
Dieses Vitamin benötigen die Wellensittiche. Meistens wird das Provitamin ( Beta-Carotin), werden so genannte Carotine aufgenommen, die in Pflanzen vor kommen. Trockene Samenkörner enthalten aber kaum Carotine. Vitamin A wird als Epithelschutzvitamin bezeichnet. Kommt es zum Mangel, treten Schäden an den Epithelien der

Atmungs-, Verdauungs-, und Fortpflanzungsorgane und an den Augen auf. Die Schleimproduktion wird verringert, die Widerstandskraft der Epithelien gegen das Eindringen pathogener Organismen sinkt. So kann es besonders leicht zu Störungen an den oberen Luftwegen, zum Schnupfen und zur Infraorbitalsinusitis kommen bzw. die genannten Erkrankungen verlaufen schwerer, wenn ein Mangel an Vitamin A besteht. Der Vitamin-A-Bedarf erhöht sich mit Zunahme des Eiweißgehaltes des Futters. Für die Entwicklung der Wellensittichjunge ist es wichtig, dass schon der Eidotter genügend Vitamin A enthält. Bei Jungvögeln können sich bei unzureichender Versorgung mit Vitamin A Bewegungsstörungen, unsicherer Gang und Beinschwäche entwickeln.
Bei erwachsenen Wellensittiche führt der Mangel in der Brutzeit zu schlechten Zuchtergebnissen, zur Verringerung der Eizahl, zur Zunahme des Anteils unbefruchteter Eier und zu ungenügenden Schlupfergebnissen. Die Wellensittiche können apathisch werden. Gefiederschäden können sich einstellen. Unter Mangel an Vitamin A leiden die Nierenepithelien. Als Folge davon kann der Harnsäurespiegel im Blut auf das 4 bis 10 Fache des normalen Wertes ansteigen und so eine Gicht ausgelöst werden. Vitamin - A - Gaben können beginnende Mangelschäden schnell beheben. Gute Versorgung mit diesem Vitamin kann beim Schutz vor Infektionen mithelfen. Überdosierung von Vitamin A führt bei jungen Wellensittichen zu fehlerhaftem Skelettbau und zu beschleunigter Knochenbildung.

Vitamin - D - Mangelerscheinungen:
Störungen des Calcium- und Phosphatstoffwechsel, Verkalkungsstörungen beim wachsenden Knochen (Rachitis), Knochenverweichung des alten Knochens, Knochen- und Gelenkdeformationen, schlechte Federbildung, mangelhafte Eierschalenstabilität.

Vitamin D (D2 Ergocalciferol, D3 Cholocalciferol)
Zur normalen Verkalkung der Knochen wachsender Wellensittiche kommt es nur, wenn die Wellensittiche genügend Vitamin D zur Verfügung haben. Die benötigte Menge ist vom Kalzium und Phosphorgehalt des Futters abhängig. Werden diese Mineralstoffe ungenügend angeboten oder ist das Mengenverhältnis der beiden Stoffe zueinander nicht günstig, braucht der Organismus mehr Vitamin D. Die für die Wellensittiche wirksame Form ist das Vitamin D 3. Vitamin D begünstigt die Retention von Kalzium und Phosphor im Körper durch Erhöhung der Resorption oder Verringerung der Exkretion an diesen Elementen. Es wirkt mit bei der Regulierung des Blutbildes dieser Stoffe und bei ihrer Ablagerung in die Knochen. Mangel an Vitamin D kann zu weichschaligen Eiern führen und damit eine Legenot begünstigen. Bei ungenügender Versorgung mit Vitamin D und gleichzeitig ungünstigem Kalzium - Phosphor - Verhältnis kann es zu Störungen der Verkalkung der Knochen, bei wachsenden Wellensittichen zur Rachitis, bei erwachsenden zur Osteomalazie kommen. Gehstörungen, Verkrümmung der Beine, Verdickung der Gelenke, Verbiegung der Wirbelsäule und des Brustbeines und Wachstumshemmungen können sich entwickeln. Die Knochen können weich und biegsam bleiben. Der Schnabel kann so wenig Festigkeit aufweisen, dass die Wellensittiche kaum Futter aufnehmen können. Provitamin wird aus der Nahrung durch die Darmwand resorbiert, in die unbefiederte Haut transportiert und dort bei Sonnenbestrahlung in Vitamin D3 umgewandelt. So haben Wellensittiche, die kein Sonnenstrahl ungefiltert erreicht, einen größeren Bedarf an Vitamin D als im Freien lebende. Reichliche Grünfuttergaben können Vitamin - D - Mangelerscheinungen vorbeugen. Vitamin - D - Überdosierungen können zu pathologischen Gewebsverkalkungen führen.

Vitamin - E - Mangelerscheinungen:
Degeneration von Herz- und Skelettmuskeln, Fruchtbarkeit- und Schlupfstörungen, Leberzerrhosen, Bewegungsstörungen, Anfälligkeit gegenüber Krankheiten.

Vitamin E (Tocopherol)
Wellensittiche benötigen im allgemeinen relativ mehr Vitamin E als Säugetiere. Der Bedarf ist auch vom Gehalt der Nahrung an ungesättigten Fettsäuren abhängig. Viel fetthaltiges Fischmehl, andere Fettzusätze, aber auch Lebertran im Futter erhöhen ihn. Das Vitamin ist in grünen Pflanzen, besonders in keimendes Getreide reichlich enthalten. So kann es bei Fütterung von den aufgezählten Futtermöglichkeiten nicht so schnell zu Mangelerscheinungen kommen. Treten sie ein, äußern sie sich bei Jungvögeln in struppigem Gefieder, Schwäche, Aufstützen des Kopfes auf dem Boden, Lahmheit, Nachschleppen der Beine und schließlich Festliegen mit nach hinten gestreckten Beinen. Unkoordinierte Bewegungen, Verdrehung des Kopfes, Überschlagen, Zittern, Krämpfe und Benommenheit können sich entwickeln. Grundlage dieser Erscheinungen sind Veränderungen im Kleinhirn, eine Enzephalomalazie, deren Ausbildung durch gleichzeitigen Mangel an Vitamin A gefördert wird. Bei erwachsenen Wellensittichen sinken Geschlechtstrieb und Fortpflanzungsergebnisse. Die Embryonalentwicklung kann gestört sein, ein großer Teil der Embryonen kann absterben. Entwicklungs- und Lebensfähigkeit der geschlüpften Wellensittiche können beeinträchtigt sein. Verabreichung von Vitamin E führte in vielen Fällen zur sofortigen und völligen Besserung. Häufig wiederholte Erkrankung, nach einigen Monaten, wurde dann mit gleich gutem Erfolg durch eine erneute Gabe von Vitamin E behandelt.

Vitamin F
Die Bezeichnung Vitamin F fasst mehrere Fettsäuren zusammen, die in ölhaltigen Futterstoffen, zum Beispiel in Sonnenblumenkernen, aber auch im Eigelb vorkommen und für eine gute Federqualität verantwortlich sind.

Vitamin - K3 - Mangelerscheinungen:
Störungen der Blutgerinnung (bereits bei kleinen Verletzungen starke Blutungen) Wachstumsstörungen

Vitamin K (K1 Phyllochinon, K2 Menachinon, K3 Menadion)
Vitamin K ist an der Bildung von Prothrombin in der Leber beteiligt und hat mit Einfluss auf die Blutgerinnungszeit. Es ist in den üblichen Futtermitteln enthalten und wird in gewissen Mengen von Mikroorganismen im Darm synthetisiert. Bei lang andauernder Verabreichung von Antibiotika oder Sulfonamiden über den Verdauungskanal kann es zu Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora kommen, in deren Folge sich ein Mangel an Vitamin K einstellt. Leberschäden, Ausfall der Gallensekretion, absoluter Fettmangel im Futter oder ständige Verabreichung von Kohlepräparaten können ebenfalls einen Mangel an Vitamin K bedingen. Dieser äußert sich in Schwäche und Blässe der Wellensittiche und gestörter Blutgerinnung bei gesteigerter Blutungsneigung.

Vitamin - B - Komplex - Mangelerscheinungen:
Wachstumsstörungen, Störungen im Nervensystem, gestörter Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel, verringerte Eiweißbildung, schlechte Futterverwertung, Appetitlosigkeit, Leber- und Herzschädigungen, schlechte Schlupfergebnisse, schlechte Gefiederbildung.

Vitamin - B- Komplex
Die meisten der Vitamine des B - Komplexes, die alle wasserlöslich sind, kommen in der üblichen Nahrung in ausreichender Menge vor.
Der Bedarf ist weitgehend von der Futterzusammensetzung abhängig. B - Vitamine können nicht ausreichend im Körper gespeichert werden, müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Mangel an Vitamin B, Thiamin oder Aneurin führt zu mangelhafter Futteraufnahme, zur Beeinträchtigung der Verdauung, zu allgemeiner Schwäche, Krämpfen, Rückwärtsbiegen des Kopfes und Lähmungen eines oder beider Beine. Die Wellensittiche können bei mittleren Formen mit den Zehen nicht mehr richtig fassen, sitzen daher nur unsicher auf der Stange und weisen Anzeichen einer Schwäche der Beinmuskulatur auf. Bei schwererem Verlauf werden die Beine mit zusammengekrampften Zehen starr ausgestreckt. Wenn noch keine bleibenden Schäden am Nervensystem entstanden sind, tritt nach Verabreichung von Vitamin B1(Thiamin) häufig sehr rasche Besserung ein. Kommt es nicht zur Heilung, sind andere Ursachen der Erscheinungen zu erwägen, zum Beispiel Geschwülste im Beckenraum.

Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin) bedingt schlechtes Wachstum, ungenügende Befiederung, Durchfall, Schwäche der Beine, Einwertskrümmen der Zehen und Hocken auf den Fersengelenken. Ungenügende Versorgung mit Vitamin B3 ( Nikotinsäure) kann zur Ursache schlechtem Wachstum, unzureichender Befiederung und einer schuppigen Hautentzündung werden. Es können sich auch Lähmungen und Krämpfe entwickeln.

Fehlt Vitamin B6 (Pyridoxin, Pyidoxal, Pyridoxamin), stellen sich starker Verlust an Körpermasse und Bewegungsstörungen ein. Schon bei nur geringer Unterbilanz an diesen Vitaminen, sind Eierproduktion und Schlupffähigkeit der Embryonen, merklich herabgesetzt. Ähnlich kann sich ein Mangel an Pantothensäure, auswirken. Leberstörungen, Granulationen an den Augenlidern, Knötchenbildungen, schleimiges Verkleben von Gewebe, Nekrosen, Krustenbildungen an den Schnabelwinkeln und an den Beinen können dazukommen.

Vitamin H (Biotin)
Das Vitamin H ist für die Proteinsynthese und den Kohlestoffwechsel von Bedeutung. Eine Unterversorgung verursacht Hauterkrankungen und Störungen des zentralen Nervensystems. Weiter ist es zur Verhütung zu einer guten Schlupffähigkeit der Embryonen nötig. Bei Mangel können Hautschäden an den Augenliedern, im Schnabelwinkel und an den Beinen auftreten. Biotin wird in gewissen Mengen von Mikroorganismen im Darm gebildet. Cholin (Wirkstoff mit Vitamincharakter) verhindert pathologische Fettablagerungen in der Leber. Es ist zum Schutz vor einer Perosis von besonderer Bedeutung. Ein Mangel führt zu Wachstumsstörungen. Cholin kommt in tierischem Eiweiß reichlich, in Samenkörnern dagegen wenig vor.

Mangel an Vitamin B9 (Foulsäure) führt zur Anämie durch zu wenig rote Blutkörperchen und ungenügenden Bestand an Blutfarbstoff. Es kann dabei zur Entfärbung, zur Depigmentation der Federn kommen. Die Befiederung bleibt unvollständig. Die Entwicklung von Jungtieren ist schlecht. Embryonen sterben vermehrt. Nur ein Teil der benötigten Foulsäure wird im Darm erzeugt.

Vitamin B12 (Cobalamin) ist nicht in höheren grünen Pflanzen und in Samenkörnern enthalten, dagegen zum Beispiel in Fleisch, Milch, Käse und Hefe. Dieses Vitamin wird von Mikroorganismen des Darmes synthetisiert. Trotzdem ist es gut, für einen ausreichenden Vitamin B12 - Gehalt der Nahrung zu sorgen, zum Beispiel durch tierisches Eiweiß oder B12 als Präparat zuzusetzen. Bei Mangel kommt es zu Wachstumsstörungen, schlechter Befiederung, erhöhter Sterblichkeit und zum Absterben der Embryonen während der Brut. Die Verabreichung von Vitaminen des B - Komplexes, auch als Injektion, wird von Wellensittichen im allgemeinen sehr gut vertragen. Sie sollten zur Unterstützung des Organismus bei vielen Krankheiten gegeben werden.

Vitamin C, Wellensittiche bilden in ihren Nieren Vitamin C in ausreichender Menge. Bei Stresssituationen ( Erkrankungen, Ausstellungen, Transport) kann jedoch die Produktion von Vitamin C beeinflusst werden, weshalb bei Vitaminpräparaten für Vögel auch Vitamin C enthalten ist. Es schützt den Organismus vor Infektionen und stärkt die Widerstandskraft. Eine Übermenge wird über den Urin ausgeschieden.

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