Artikel 44
Haubenwellensittiche
Hans -
Jürgen H. Lenk DSV 749 (06, 2009)
Vorab einige Informationen über die
Situation in Deutschland:
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Es gab in den
Neunziger Jahren in Deutschland Bestrebungen, unter Anderen auch die Zucht von
Haubenwellensittichen, als Qualzucht einzuschätzen und zu verbieten.
Das hatte zur Folge, dass heute in Deutschland kaum noch
Haubenwellensittiche gezüchtet werden, was ich sehr bedauere.
Ich war zu der Zeit der Vertreter der DSV
(Deutsche Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung
e.V.)
beim BNA
(Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V.)
und auch mit diesem Vorgang beschäftigt.
Der Personenkreis, der ein Verbot für die Haubenwellensittichzucht erreichen wollten, stützte sich im
Wesentlichen auf die 1965 veröffentlichte Arbeit (Erbgang und
Manifestationsmuster des Faktors „Haube“ eines Subvitalfaktors des
Wellensittichs)
von dem
damaligen Doktorand und heutigen Prof. Dr. Vinzenz Ziswiler,
Zoologisches Museum der Universität Zürich.
Eine Kopie von dieser
Veröffentlichung ist in meinem Besitz.
Rundhaube, Grau
Jungvogel im Nestgefieder |

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Wir baten Prof. Dr.
Vinzenz Ziswiler uns mitzuteilen, wie er seine Arbeit aus heutiger Sicht
beurteilt. Zum besseren Einschätzen der Vorgänge habe ich einen Teil
nachfolgend dargestellt.
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Auszug eines
Briefes von Prof. Dr. Vinzenz Ziswiler vom 5. April 1995 an Jürgen J.
Kreuer
(zu der Zeit in
verbandlichen Tätigkeit für die DSV)
„Wenn es darum geht, die Relevanz dieser Arbeit zum jetzigen Zeitpunkt zu
beurteilen, muss man in Betracht ziehen, dass auf dem Gebiet der modernen
Biologie eine ungeheure Entwicklung stattgefunden hat. Wie ich kürzlich an
einem Vortrag ausführte, haben sich unsere Kenntnisse über biologische
Vorgänge in den letzten dreißig Jahren mehr als verdoppelt. Mit den
neuesten Methoden und Erkenntnissen der molekularen Genetik und Zell
Biologie würde eine erneute Analyse des Haubensyndroms viel präziser
ausfallen und es wäre auch möglich, klar zu beweisen, ob die heute
bekanten Haubenphäne beim Wellensittich auf ein und dasselbe molekulare
Programm zurückzuführen sind oder nicht.
Im vorliegenden Disput stellen sich zwei grundlegende Fragen:
- Sind die heute gezüchteten Haubenmutanten des Wellensittichs mit
der von mir analysierten Identisch?
- Weisen
heutige Träger des Haubenfaktors ebenfalls morphologische oder
verhaltensmäßige Defekte auf?
Weder die eine noch die andere Frage kann aufgrund meiner damaligen Studie
beantwortet werden und ich kann dazu auch wenig Hinweise geben, da ich die
«modernen» Haubenwellensittiche nicht genauer kenne. Fest steht auf jeden
Fall, dass Haubenbildungen nicht notwendigerweise mit einem Letalfaktor
gekoppelt sein oder stets zusammen mit Defekten auftreten müssen. Dies
belegen nicht nur die zahlreichen Haubenstrukturen von Wildvögeln, sondern
auch die Tatsache, dass es domestizierte Vogelarten mit Hauben gibt, die
weder Schädelauftreibungen noch andere Missbildungen zeigen. Ein
Schwachpunkt meiner damaligen Arbeit ist die sehr schmale Ausgangsbasis
unseres Zuchtstamms. Wie Sie aus meiner Publikation entnehmen können.
stammten unsere Vögel von zwei oder höchstens drei Tieren ab, die Steiner
durch Vermittlung eines andern prominenten Wellensittichzüchters. Curt af
Enehjelm, Zoodirektor in Helsinki, erhielt.
Bemühungen,
später noch weitere Haubenvögel zu erhalten, scheiterten.“
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Der wissenschaftliche
Assistent von
Prof. Dr. Hans Steiner und Doktorand Vinzenz Ziswiler hatte zu der Zeit
seine wissenschaftlichen Untersuchungen (Doktorarbeit) mit der
Kanadisch- Mexikanischen Haubenwellensittichmutation durchgeführt. Diese
Mutation ist mittlerweile ausgestorben. Die heutigen Haubenwellensittiche
entstammen einer ganz anderer Mutation, der europäischen
Haubenwellensittichmutation, welche ihren Ursprung in Australien hatte.
Meine Meinung
Ich glaube
auch, dass es in einer nicht konsequent ausgerichteten
Haubenwellensittichzucht einen Letalfaktor geben kann. Das sollte jedoch
kein Anlass sein, die Haubenwellensittichzucht im Algemeinen als Qualzucht einzuschätzen. Der Letalfaktor wirkt
sich überwiegend beim entstehen eines Hauben- WS- Küken schon im Ei aus.
Sicherlich wird es auch geringfügige Schädelmissbildungen geben, die aber
nur in Anhäufung durch zu starker Inzucht auftreten, was man durch eine
kontrollierte Zucht nahezu vermeiden kann.
In der frühen
Vergangenheit sahen einige Haubenwellensittiche, die ich in Deutschland
gesehen habe, nicht besonders Stabil aus. Sie waren sehr klein, ich habe
auch gehört, dass manche verhaltensgestört waren. Das lag aber sicher
daran, dass sie nicht kontrolliert gezüchtet wurden. Eine
kontrollierte Zucht wird heute schon deshalb angewandt, weil man nur durch
sie erfolgreich gute Standardhaubenwellensittiche züchten kann , deshalb
kommen
Verhaltungsstörungen auch so gut wie gar nicht
mehr vor. Wenn man
die heutigen in England gezüchteten Haubenwellensittiche betrachtet, dann
sind die Besten, was Größe, Schau- Qualität
und Vitalität
anbelangt, von guten Normalen Standard- Wellensittichen nicht mehr zu
unterscheiden.
Anlässlich eines Besuches bei dem sehr erfolgreichen Wellensittichzüchter Frank Silva
(Hat seine Zucht leider 2008 aufgegeben) am
09.09.2006 in London zeigte er mir zwei Rundhaubenwellensittiche in einer Qualität
und Größe, wie ich sie noch nicht gesehen hatte.
Das war für mich
auch
der Anlass,
dass ich Informationen über eine Wellensittichhaubenzucht
bekannt machen wollte damit auch in Deutschland wieder
Haubenwellensittiche gezüchtet und ausgestellt werden.
Da ich selber noch nie
Haubenwellensittiche gezüchtet habe, musste ich mich für diesen Artikel mit Allem was auf
diesem Gebiet zur Verfügung stand Kundig machen und daraus meine Schlüsse
ziehen.
Meine Intension ist
es, Züchtern die sich mit einer Haubenwellensittichzucht befassen wollen,
eine Hilfestellung anzubieten. Deswegen habe ich im Folgenden auch
versucht ,
alles so praxisnah
und allgemeinverständlich wie möglich dar zu stellen. Und deshalb auch auf
statische Erläuterungen und Erhebungen mit den dazugehörigen Tabellen
gänzlich verzichtet.
Was ist über Haubenwellensittiche bekannt?
Haubenwellensittiche sind Vögel die im Kopfobergefieder ein abnormales
Wachstum haben.
Die früheste Wahrnehmung eines Haubenwellensittichs erfolgte im Jahr 1920
in
Sydney,
Australien. Mit diesem
Wellensittich wurden weitere Haubenwellensittiche gezüchtet.
Es ist möglich dass einige dieser Wellensittiche in
andere Länder exportiert wurden.
1938 wurden von Frau R Braun von Morecomb, Lancashire / GB einige
Haubenwellensittiche aus Australien importiert, welche sie zahlreich
vermehren konnte.
Eine weitere Haubenmutation soll in Kanada etwa 1948 aufgetreten sein.
Durch verschiedene Veröffentlichungen,
wurde bekannt,
dass
Haubenwellensittichmutationen auch auf dem europäischen Kontinent kurz vor dem zweiten
Weltkrieg aufgetaucht sind. Diese
haben
sich wahrscheinlich
überall in
Europa im dem kurzen
Zeitraum vor
dem Krieg
ausgebreitet.
In England glaubt man, das es zur Zeit zwei Mutationen, die "Kontinentale"
Mutation
und "Amerikanische"
Mutation
gibt.
Sie unterscheiden sich nur in der Anordnung der Haube. Das
Vererbungsmuster ist für beide Mutationen gleich.
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Kontinentale Mutation |
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Amerikanische
Mutation |
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Diese hat das Zentrum der Haube unweit hinter der Nasenwachshaut und führt zu einer starken Ausschrägung von
Federn, die den Kopf zur Augenhöhe umgeben. |
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Diese hat das Zentrum der Haube etwas
weiter zurück auf dem Kopf, was dazu führt, dass die Ausschrägung
der Federn mehr oder weniger an den Enden erfolgt. |
Leider sind die beiden
Mutationen über die Jahre vermischt worden so das jetzt jede Mutation aus
einer Verpaarung erscheinen kann.
Der „Crested Budgerigar Club“ in England hat mit seinen Mitgliedern Erhebliches für die
Erforschung der Haubenwellensittichzucht geleistet. Dort wurde auch ein Standard für
Haubenwellensittiche festgelegt. Danach können Haubenwellensittiche,
bezogen auf ihre Gesundheit und für Ausstellungszwecke, gezielt gezüchtet werden.
Art der Hauben
Drei Arten von
Hauben für Wellensittiche sind Standardisiert:
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Spitzhaube |
Halbrundhaube |
Rundhaube |
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Die einfachste Form der Haube ist die Spitzhaube, die Federn variieren
von einer einzelnen Feder auf der Kopfmitte bis zu einem Büschel. Die
Federn sollten immer gerade und nahezu aufrecht stehen und können eine Länge
bis zu 2 cm haben. |
Eine weitere Form ist die Halbrundhaube. Diese Haubenform sollte einen
Halbkreis von Federn bilden, die über die Nasenwachshaut fallen. Die
Federn am Hinterkopf sollten flach angeordnet sein. |
Die Rundhaube breitet sich über den ganzen Kopf aus und sollte
mit ihren Federn die aus der Kopfmitte kommen, einen flachen runden
Kreis bilden. Diese Haubenform ist die schönste und das Zuchtziel der
meisten Wellensittichzüchter. |
Für
die Zucht ist besonders interessant, dass es auch so genannte
Haubenblütige Wellensittiche gibt. Diese sind in den meisten
Fällen nur in einem frühen Alter kurz nach dem beginn des Federwachstums an
wenigen Federkielen zu erkennen. Es ist sehr wichtig, dass man sich diese
Wellensittiche nachhaltig merkt, da bei den meisten nach der vollständigen
Befiederung eine Federabnormalitäten nicht mehr zu erkennen ist. Es gibt über die vorher
beschriebenen Arten hinaus noch unzählige
Variationen von
Federabnormalitäten. Weil sie dem festgelegten Standard nicht entsprechen,
sind sie für Ausstellungen nicht zugelassen.
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Sie
werden deshalb für die Zucht auch
nicht verwendet. Manche
davon sehen eher
unansehnlich aus. In Japan beschäftigt man sich sehr mit
Federveränderungen an Wellensittichen. Dort wurden Wellensittiche
gezüchtet, die zusätzlich zur Haube sowohl auf dem Hals als auch auf
dem Rücken und den Flügeldecken Federwirbel hatten.
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Der im Bild
(links) zu sehende Wellensittich
(Helicopter
Op Dunkelblau)
wurde von Herrn Reinhard
Molkentin in
der "Budgerigar World" im April
1987 als neue Mutation unter dem Namen Helicopter vorgestellt. Er
tauschte mit Herrn Akira Ozaki aus Japan
6 dieser Wellensittiche gegen
6 von seinen Spangle.
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Bei der Haubenwellenzucht
ist jede Farb- und Zeichnungskombination (Haube zur WS- Mutation) möglich und ausstellbar. Wenn man die
Haubenwellensittiche in Standard Qualität züchten will, sollten keine
rezessiv vererbenden Mutationen, die nicht eine außergewöhnliche Qualität
haben, zur Zucht eingesetzt werden.
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Besondere Haubenanordnungen
Die folgenden Bilder wurden mir von dem
holländischen Züchter Lou Tops der auch Haubenwellensittiche züchtet (07. 2009) zugeschickt. Sie wurden in einer
Zuchtanlage, wahrscheinlich bei einem japanischen Züchter dessen Name
nicht bekannt ist, aufgenommen und scheinen von den vorher genannten
Wellensittichen (Helicopter) abzustammen.
Verhaltens Anomalien
sind auf diesen Bildern nicht zu
erkennen.
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Helicopter AS Op Hellblau und Helicopter Op Hellblau
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Helicopter Op
Dunkelblau |
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Jungvögel,
Helicopter GG Op AS Hellblau und im
Hintergrund Helicopter Op Hellgrün
und Helicopter Op
Hellblau
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Helicopter
AS Op Hellblau |
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Helicopter Spangle
Op Grau (Jungvogel etwa 4 Wochen alt) |
Helicopter
Spangle GG Op Dunkelblau (Jungvogel) |
Haubengenetik
Die Hauben werden
bei Wellensittichen
über Faktoren vererbt. Die
Vererbung entspricht aber nicht der normalen Faktorenregelung.
Praktische Erfahrungen
haben gezeigt, dass das Haubengen weder als
dominant, noch als rezessiv oder als geschlechtgebunden eingeordnet werden kann.
Auch die Faktorenregelung ist nur bedingt anwendbar.
Was die Vererbung einer
Haube auf das Geschlecht anbelangt, so gibt es keinen Unterschied zwischen
dem genetischen Potential von einem Hahn oder einer Henne.
Viele Theorien welche die
Haubengenetik
bei Wellensittichen
betreffen, sind über die
Jahre bekannt geworden.
Es scheint, dass die
"Hemmstofftheorie" (engl.
"Inhibitor Theory")
der Praxis am nächsten kommt.
Diese Theorie wurde zuletzt im Juni 1970 von
Dr. J. E. Fox von der Kansas Universität,
USA bekannt gemacht.
Sie sagt aus, dass
die Entstehung einer Haube von dem Wirken zweier Arten von
halbdominierenden Genen abhängt,
wovon ein Gen die Haube erscheinen lässt (das Hauben- Erscheinungsgen) und ein
anderes
Gen die Haube bestimmt (das Hauben- Bestimmungsgen).
Nach dieser Theorie ergeben sich in der Zucht die folgenden Ergebnisse.
(Leider kann man in der Praxis nicht
genau feststellen, welche Gene und in welcher Anzahl einzelne Gene in
einem Wellensittich vorhanden sind. Deswegen sollte man sich auch an den
später aufgeführten praktisch erreichten
Nachzuchtergebnissen
orientieren.)
Spitzhaube
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Wenn beide Gene als einzelner Faktor vorhanden sind, ergibt
sich eine Spitzhaube. |
Halbrundhaube
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Wenn ein Hauben-
Erscheinungsgen und zwei Hauben-
Bestimmungsgene vorhanden sind, ergibt sich eine Halbrundhaube |
Rundhaube
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Wenn zwei Hauben-
Erscheinungsgene und entweder ein oder zwei Hauben-
Bestimmungsgene vorhanden sind ergibt sich eine Rundhaube. |
Haubenblütige
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Wenn nur ein
halbdominierendes Hauben- Gen, ohne die anderen Hauben- Gene vorhanden
ist, dann ergibt sich nach der Mauser keine visuelle Haube. Diese Wellensittiche sind
Haubenblütige. (Ein Haubenansatz ist nur bei Nestlingen sicher
feststellbar.) Der Unterschied zu den Normalen (Glattköpfe) besteht
darin das normale Wellensittiche kein Haubengen haben. |
Standard für Hauben
Bei der Zucht von Haubenwellensittichen sollte man versuchen die Hauben so
zu züchten, wie sie von einem Standard gewünscht werden. Die in den
einzelnen Standards aufgeführten Forderungen sind sehr dürftig und
annähernd gleich.
Weil der
Standart 2009 von der BS (Budgerigar Society) etwas mehr aussagt als
andere, habe ich diesen als Beispiel angegeben.
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Standard
für Haubenmutationen (BS 2009)
Die Haubenmutation kann mit allen standardisierten Mutationen kombiniert
werden. Der Ausstellungsstandard für Hauben
sollte genau der gleiche wie der für
die einzelnen Mutationen, nur mit dem Zusatz der einzelnen Haubenarten
(Rundhaube,
Halbrundhaube und Spitzhaube), wie
nachfolgend beschrieben sein . |
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Rundhaube:
Dies sollte eine
flachrunde Haube
sein, deren Federn von Kopfmitte
strahlenförmig ausgehen.
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Halbrundhaube:
Dies sollte eine ein
halbrunder Kreis von Federn
sein, der strahlenförmig ausgehend von Kopfmitte
oder erhaben in einem flachen Rand über der
Nasenwachshaut angeordnet ist. |
Spitzhaube:
Dies sollte eine
aufrecht stehende
Federhaube bis zu 10 mm Höhe
v angeordnet kurz vor
der
Nasenwachshaut sein.
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v Ich würde versuchen
Wellensittiche bei denen die Haube mehr zur Kopfmitte hin angeordnet ist,
ähnlich wie man es in der zeichnerischen Darstellung sehen kann, zu
züchten. Da so eine angeordnete Haube nach meinem Verständnis harmonischer
aussieht, glaube ich dass man für
diese Anordnung der Haube auf Ausstellungen keine Abzüge bekommen wird.
Praktische
Hinweise zur Zucht von Haubenwellensittichen.
Wer gleich zum
Zuchtbeginn aus Verpaarungen mehrheitlich sichtbare Haubenwellensittiche
züchten will, sollte sich mindestens zwei Paare, von denen nach
Möglichkeit alle Wellensittiche ein Haubengen besitzen, anschaffen und die Haubenwellensittiche
wie unter der Überschrift „Welche
Nachzuchtergebnisse
kann man bei Verpaarungen einzelner
Haubenarten erwarten?“
angegeben, einsetzen. Darüber
hinaus braucht man im Zuchtverlauf zur Verbesserung des Typs auch noch
gute Standardwellensittiche.
Will
man
sicher sein, dass aus
einer Verpaarung
sofort
Haubenwellensittiche
fallen,
dann sollten beide Zuchtpartner mindestens ein Haubengen haben. Aus
so einer Verpaarung können Spitzhauben, Halbrundhauben, Rundhauben,
Haubenblütige und Wellensittiche, die nichts mit einer Haube zu
tun haben, so genannte Glattköpfe, unabhängig vom Geschlecht fallen.
In der Nachzucht
erkennt man Haubenwellensittiche am Besten sobald die Federkiele sprießen,
bei etwa 10-14tägigen Nestlingen. Bei
Wellensittichen mit einem Haubengen
stehen mindestens einige wenige Federkiele irgendwo in der Kopfmitte quer, jedenfalls
nicht in normaler Reihenfolge, was durch einen Federwirbel
verursacht wird. Später verwächst sich das
je nach Haubenart
in vielen Fällen,
so dass bestenfalls bei genauer Betrachtung, aber auch nicht immer, einige
geringfügig verlängerte Kopffedern
zu erkennen sind. In
einigen anderen Fällen stehen 1-3 Federchen
hoch wie, wenn der Wellensittich sich mal putzen müsste, mehr nicht. Sie vererben aber mit Sicherheit Hauben.
Ich bezeichne diese
Wellensittiche als Haubenblütige.
Die
Art der Hauben erkennt man auch schon, bei
10-14tägigen Nestlingen, im Nistkasten deutlich an dem Federwirbel in der
Kopfmitte. Je nach Ausdehnung ist schon jetzt ersichtlich, um welchen Haubentyp es
sich später handeln wird. Die einzelnen ausgewachsenen Haubenfedern sind
größer als die Normalfedern. Sie können eine Länge bis zu 3 cm
erreichen.
Leider erfolgt
die Vererbung des Haubentyps nach nicht genau bekannten
feststehenden Regeln. So können Spitzhauben, Halbrundhauben,
Rundhauben
und
Haubenblütige in
der Nachzucht aus einer Verpaarung erscheinen. Das prozentuale Verhältnis
der einzelnen Haubenarten ist nicht bekannt. Hier gibt es sicher noch
vieles zu erforschen.
Bei Verpaarrungen von Halbrundhaube x Haubenblütig oder Halbrundhaube x
Spitzhaube sind in der Praxis ausschließlich Haubenwellensittiche
gefallen.
Welche
Nachzuchtergebnisse
kann man bei Verpaarungen einzelner
Haubenarten erwarten?
In der Praxis haben sich bei den aufgeführten Verpaarungen überwiegend
folgende Nachzuchtergebnisse bestätigt.
Spitzhaube x
Haubenblütige
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Nachzucht:
alle drei Haubentypen |
Haube x Haube
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Nachzucht:
Ergibt den größten Anteil von Hauben, jedoch in einer schlechten
Ausstellungsqualität. |
Haube x
Haubenblütige
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Nachzucht:
Ergibt den zweitgrößten Anteil von Hauben mit einigen Haubenblütigen
und Glattköpfen. Diese Verpaarung ist am besten geeignet Typ und Größe
zu erhalten. Es ist aber darauf zu achten, dass der Haubenblütige aus
einer Verpaarung stammt, in welcher mindestens ein visueller
Haubenwellensittich eingesetzt wurde. |
Haube x
Glattkopf
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Nachzucht:
Ergibt einige Haubenwellensittiche aber überwiegen Haubenblütige und
Glattköpfe. Diese Verpaarung sollte man in regelmäßigen Abständen
durchführen um eine Typverbesserung zu erreichen. Die eingesetzten
Glattköpfe (Normale) sollten von bester Qualität sein. |
Haubenblütige x Haubenblütige
und Haubenblütige x
Glattkopfe
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Nachzucht:
Ergibt vereinzelnde Haubenwellensittiche. Es wird deutlich, dass das
Haubengen
Teildominant vererbt. Diese Verpaarungen sollte in einer
Standardwellensittichzucht wegen schlechter Ergebnisse nicht genutzt
werden. |
Besonders wichtig ist, dass gleich bei der Früherkennung
nachhaltig festgehalten wird, ob es sich bei den Nestlingen um einen Haubenwellensittich oder
einen Haubenblütigen handelt. Wenn möglich sollte man auch die zu
erwartende Haubenart notieren. Wellensittiche welche in dem angegebenen
Alter keinen Hinweis auf eine Haube zeigen, sollten
man
auch notieren und sie sofort für die
Haubenzucht ausschließen.
Mit bedacht gezüchtete Haubenwellensittiche entwickeln
sich vollkommen normal und sind auch von gutem Typ, zufrieden stellender
Größe und normalem Verhalten. Voraussetzung ist, dass man von
entsprechendem Zuchtmaterial ausgegangen ist.
Es muss leider auch zur
Kenntnis genommen werden, dass einige Wellensittiche mit Rundhauben nicht
groß werden, weil sie wegen einem Letalfaktor schon im Ei oder als ganz
junge Nestlinge absterben.
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