Artikel 9
Unterbringung
von Wellensittichen.
Hans
- Jürgen H. Lenk DSV 749 (2000)
In der letzten Zeit wird berechtigter
Weise darüber gewacht, dass Tiere so gehalten werden, dass
sie sich wohl fühlen können. Für Personen, die
eine Hobbyzucht betreiben ist das eine Selbstverständlichkeit.
Wenn sie sich nicht daran halten würden, könnten sie
die gewünschten Zuchtergebnisse nicht erreichen. Leider
befassen sich oft auch Leute mit diesem Thema, die nicht die
nötige Fachkenntnis dafür haben. (Die so genannten Tierschützer,
die gegen jegliche Art von Tierhaltung sind.) Diese werden dann
auch noch durch Leute aus unseren Reihen, überwiegend durch
unbedachte Äußerungen, unterstützt. Das trifft
im besonderem Maße für Abmessungen von Zuchtkäfigen
zu.
An dieser Stelle möchte
ich einflechten, dass wir Wellensittichzüchter eine Institution
brauchen, die uns schlagkräftig gegenüber den so genannten
Tierschützern, die uns das Leben schwer machen, vertritt.
Das kann nach meiner Meinung nur der BNA (Bundesverband für
fachgerechten Natur- und Artenschutz) sein. Der BNA hat auch
bei den zuständigen staatlichen Stellen Möglichkeiten,
unsere Belange zu vertreten. Ich konnte mich als zeitweilig zuständiger
Vertreter unseres Verbandes davon überzeugen.
Diesem Verband sind unter anderen Verbände für Tier-
und Pflanzenarten auch folgende Vogelverbände angeschlossen.
AZ - Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht
e. V.
DSV - Deutsche Standard Wellensittich Züchter Vereinigung
e. V.
DKB - Deutscher Kanarienzüchter Bund e. V.
VZE - Vereinigung der Ziergeflügel - und Exotenzüchter
e. V.
VVT - Verband gemeinnütziger Vogel- und Tierparks e. V. |
Die
Mehrzahl der Verbände sind nicht mehr Mitglied beim BNA (2009)
Zu
besseren Vertretung Ihrer Belange haben sich jetzt Folgende zur
Gemeinschaft der Deutschen
Vogelzüchter - Vereine /- Verbände zusammen geschlossen.
AZ (Verein für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht e. V.)
DKB (Deutsche Kanarien - und Vogelzüchterbund e. V.)
VZE (Vereinigung für Zucht und Erhaltung einheimischer und
fremdländischer Vögel e. V.)
DSV (Deutsche Standard- Wellensittich - Züchter - Vereinigung e.
V.)
ICC (Internationaler Cardueliden Clup e. V.)
TLV (Thüringer Landesverband der Vogelzüchter und Vogelliebhaber
e. V.)
VZI (Verband zur Arterhaltung von Zier- / Wildgeflügel e. V.
im
BDRG - Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) |
Ich bin aus Überzeugung
Einzelmitglied geworden und bitte alle ernsthaften Wellensittichzüchter
meinem Beispiel zu folgen. Der Beitrag beträgt nur 25,-
Euro pro Jahr, das sollte für uns alle erschwinglich sein.
Geld ist erforderlich um sich für bestimmte Belange einzusetzen.
Deshalb ist der BNA auch auf Einzelmitglieder angewiesen. Nur
so können wir den BNA stärken und uns möglich
machen, weiterhin unter vernünftigen Bedingungen unser Hobby
zu betreiben.
Leider hat der BNA, das was er für uns Vogelzüchter versprochen
hat, nicht weiterverfolgt. (Lange Zeit keine Hefte mehr
versandt, sich übermäßig kommerziell ausgerichtet, Vogelzüchtern in Not
nicht geholfen, absurde Käfigabmessungen
für Wellensittiche entgegen unserer Vorschläge angegeben und dazu noch den
Einzelbeitrag um über 100 % erhöht.)
Vorstehendes hat mich veranlasst meine Mitgliedschaft zu kündigen. |
Jetzt aber weiter zum Thema.
Die Zuchtkäfiggrößen spielen nach meiner nun
schon über dreißigjähriger Zuchterfahrung eine
untergeordnete Rolle, wenn Wellensittiche gesund sind, in den
Flugvolieren richtig gehalten werden und auf die Zucht vorbereitet
sind. Wellensittiche die brüten wollen, machen das in jedem
Käfig. Wenn jemand behauptet, seine Wellensittiche sollten
während der Brut zum Fliegen eine bestimmte Größe
haben, hat sich nicht die Zeit genommen sie zu beobachten. Sie
haben soviel mit der Aufzucht ihrer Jungen zu tun, dass sie gar
nicht über das nötige Maß (Futter im Nistkasten
ab zu liefern) fliegen wollen. Während der Brut sitzen die
meisten Hähne im Nistkasten bei der Henne. Sie kommen nur
zur Futteraufnahme heraus. Die Hennen kommen nur zum Koten heraus
und gehen sehr schnell wieder in den Kasten zurück. Manche
fliegen noch nicht einmal auf die vom Nistkastenloch entfernte
Sitzstange.
Um die globale Aussage der praktischen
Erfahrungen über Zuchtkäfigabmessungen zu untermauern,
habe ich versucht Mindestvoraussetzungen bei denen ein Wellensittich
sich noch wohl fühlt zu ermitteln und dafür auch einige
Unterlagen zusammen gestellt.
Die Mindestvoraussetzungen sind:
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Bild 1
Quadratische Sitzstange
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- Ein Wellensittich muss, wenn er will,
seine Flügel ohne
Behinderung ausstrecken können.
Die Spannweite von
einem Wellensittich beträgt 22 cm, gibt
man auf jeder
Seite noch einen Sicherheitsabstand von 4 cm dazu,
dann erhält man eine minimale Käfigbreite von 30 cm.
- Der Käfig sollte zwei Sitzstangen haben. Wählt man
unterschiedliche Abmessungen zum Beispiel eine
Runde (1,4 cm) und eine Quadratische (1,4 cm), dann
ergeben sich gleich
zwei Vorteile.
Die Sitzstangen müssen so dick bemessen sein, dass
sie von den Wellensittichzehen nur zu zwei Dritteln
umspannt werden.
Der Sitzstangendurchmesser unten rechts in Bild 2 ist
falsch dimensioniert. |
Bild 2
Runde Sitzstange |
Vorteile
1. Ein Wellensittich hat eine zusätzliche Möglichkeit
seine Füße (Zehenglieder) zu gebrauchen. (Laufen auf
dem Boden
des Käfigs und Umgreifen von verschiedenen Sitzstangen.)
2. Bei quadratischen Sitzstangen hat eine Henne einen besseren
Griff bei der Begattung.
- Der seitliche Abstand von den Wänden zu den Sitzstangen
sollte 13 cm betragen womit eine problemlose Begattung
erfolgen
kann.
- Damit der Wellensittich Gelegenheit hat seine Flügel zum
Flug zu öffnen, sollte das Abstandsmaß zwischen den
beiden Stangen 30 bis 34 cm betragen.
- Bei 34 cm ergibt das eine Käfiglänge von 60 cm. Bei
diesem Maß sollte der Nistkasten Außen angebracht
sein. Die
Käfighöhe spielt keine besondere Rolle. 30
- 40 cm sind ausreichend.
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Es ist
selbstverständlich, dass die Käfige in erforderlichen Abständen
gesäubert werden müssen. Kothaufen sollten einmal täglich mit einem
Spachtel entfernt werden.
Bild 3
Idealabmessungen für eine Wellensittichzuchtbox
Es hat mich auch interessiert,
was über Käfigabmessungen in der Fachliteratur angegeben
ist. Das Ergebnis meiner Rescheren ist aus den folgenden Angaben
zu ersehen:
Diese Angaben sind aus der Fachliteratur von Autoren die weltweit
anerkannt sind, entnommen.
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Handbuch für Wellensittiche
Georg A. Radke
4. Auflage 1988
Zuchtboxenmaße, Mindestlänge 50 cm, besser 60 - 80 cm
Höhe und Tiefe sind nicht wichtig |
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The Cult of the Budgerigar W. Watmough
6. Auflage (revised bei Cyril Roger)
Zuchtboxenmaße, Länge 68,5 cm
Nistkasten innen, Höhe 45,7 cm Breite 40,6 cm |
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Best in Show * Gerald S. Binks
5. Auflage 1983
Zuchtboxenmaße, Länge 61,0 cm
Nistkasten außen, Höhe 38,0 cm Breite 38,0 cm |
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The Budgerigar Book (New Impression) Ernest Howson
Auflage 1984
Zuchtboxenmaße, Länge 61,0 cm
Nistkasten außen, Höhe 38,0 cm Breite 38,0 cm |
* In seinem neusten Buch
" The Challange " 1 Auflage 1997 schreibt er: Die Abmessung
sind verschieden. Sie können unnötigerweise lang sein.
Dann ergibt sich das Problem, dass die Henne nicht richtig
gefüttert wird, weil der Hahn zu weit von ihr entfernt sitzt. Die Idealen Abmessungen sind:
Länge 66,0 cm
Höhe 48,0 cm Breite 40, 64 cm
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Das Wellensittichbuch Theo Vins
Auflage 1988
Zuchtboxenmaße, Länge 60,0 cm
Nistkasten außen, Höhe 45,0 cm Breite 45,0 cm
Die Zucht ist auch in kleineren Käfigen möglich. |
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The Complete Book of Budgerigar
John Scoble
3. Auflage 1986
Zuchtboxenmaße, Länge 76,0 cm
Nistkasten innen, Höhe 38,0 cm Breite 40,6 cm |
Der zur Zeit erfolgreichste Wellensittichzüchter in England,
Herr Frank Silva, gibt in seinem Artikel "Getting ready
for Breeding" (Bereit sein für die Zucht) in der englischen
Verbandszeitung November 1999, folgende Abmessungen für
seine Zuchtkäfige an: Länge 66
cm x Breite 48,2 cm x Höhe
45,7cm. Davon hat er 78 Stück. Der Nistkasten ist Außen
angebracht.
Bei der heutigen Diskussionslage ist es für uns Hobbyzüchter
von großem Nachteil, wenn einige von uns Wellenzüchtern
Zuchtkäfigabmessungen, ohne sachlichen Hintergrund, nur
weil sie diese zufällig haben, als minimal Größen
nennen. Keiner von uns Hobbyzüchtern hat ein Interesse daran
seine Wellensittiche zu quälen. Wir züchten aus Freude
an unserem Hobby. Und nur ein ganz geringer Teil hat unbegrenzten
Platz für seine Volieren. Die begrenzten Platzverhältnisse
betrifft besonders diejenigen, die in den Städten wohnen.
Warum sollen diese nicht auch dieses schöne Hobby betreiben
dürfen? Die Zuchtergebnisse sind ein Indiz dafür, dass
sich die Wellensittiche in den Zuchtkäfigen, die von uns
verwendet werden, wohl fühlen. Es hat auch nichts mit einer
Geldausgabe zu tun. Der, für seine besonders guten hellgrünen
Wellensittiche, weltbekannte Championzüchter Jim Moffat
(leider 1999 verstorben) begann mit 10 Jahren Wellensittiche
zu züchten. Das war 1930. Zu seinem 17. Geburtstag schenkte
sein Vater ihm eine Lebensmitgliedschaft für den englischen
Wellensittichverband. Seit also über 69 Jahren züchtete
er in Zuchtboxen mit den Maßen
Länge 50 cm x Breite 35 x Höhe 35 cm
mit nur einer Sitzstange, und in diesen Zuchtkäfigen waren
auch noch die Nistkästen auf dem Boden angeordnet. Allerdings
spezielle, die das Einflugloch oben hatten. (siehe Bild 4, aus
The Challange)
|
Er war mehrfacher Millionär.
Er hätte sich sicher größere Zuchtboxen leisten
können, tat das aber nicht, weil er mit diesen Zuchtboxen
die besten Erfolge erzielte. Als ich ihn wegen dieser Zuchtboxengröße
ansprach, sagte er, dass schon sein Vater (bekannt als besonders
erfolgreicher Züchter von Wellensittichen und durch die
Moffat - Falben) auch mit ähnlichen Abmessungen sehr gute
Zuchtergebnisse erreicht hatte und er ob wohl die heutigen Standardwellensittiche
wesentlich größer seien, auch in der letzten Zeit
noch die gleichen Erfahrungen gemacht hatte und er deshalb keinen
Grund sah, die Zuchtboxenabmessungen zu ändern. Nach meiner
Recherche sollte man, wenn auch für domestizierte Ziervogelarten
zu denen auch der Wellensittich gehört, ein Gutachten erstellt
wird, als Idealmaße für Wellensittiche zwei
Zuchtboxenabmessungen festlegen. |
Bild 4 |
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1. Zuchtbox, Nistkasten außen
angeordnet
Länge 60 cm Höhe 40 cm, Breite 35 cm |
2. Zuchtbox, Nistkasten innen angeordnet
Länge 80 cm Höhe 40 cm, Breite 35 cm |
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Bild 5

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Bild 6 
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Solide Zuchtboxen (zum Beispiel
aus Kunststoff oder Holz) sollten von einer Seite durchsichtig
sein. Erlaubt sein sollten auch allseitig durchsichtige Drahtzuchtboxen.
Siehe Bild 7: Zuchtanlage, des besonders durch seine interessanten
Vorträge bekannten englischen Züchters Jeff Attwood.
Der Käfig aus Draht hat die Abmessungen:
Länge 61 cm, Breite 43,2
cm, Höhe 43,2 cm
Größere Käfige
bringen für die Wellensittiche, was das Wohlbefinden und
die Zucht an belangt, keine Vorteile. Das Vorsatzgitter sollte
senkrechte Stäbe haben. Es gibt im Handel auch keine Vorsatzgitter
mit horizontal angeordneten Stäben. Wie die weltweit gemachten
Erfahrungen zeigen, sind sie auch nicht erforderlich. Der Wellensittich
hat in der Brutzeit kein Bedürfnis in der Zuchtbox zu klettern,
er würde sich dabei auch das Schwanzgefieder zerstören,
was zu Befruchtungsschwierigkeiten führen kann.
Als Sitzgelegenheiten sind bearbeitete Holzstangen vorzusehen.
Von manchen Veterinären werden fälschlicher weise die
Maße 100 x 50 x 50 cm = 0,25 Kubikmeter Rauminhalt als
Vorschrift angenommen. Diese Maße sind aus dem Gutachten über
Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien vom 10. Januar 1995
entnommen. |
Bild 7 |
Das Gutachten wurde vom Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten, Referat Tierschutz, herausgegeben. Es betrifft
aber nicht die Wellensittiche.
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Für Wellensittiche gibt
es weder ein veröffentlichtes Gutachten noch irgend welche
gesetzliche Festlegung.
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Eine Festlegung der Zuchtboxenmaße
hat für unsere Mitglieder eine besondere Bedeutung. Der
größte Teil hat Zuchtboxen welche kleiner sind, als
die in dem vorher erwähnten Gutachten für die Haltung
von Papageien genannten und hat damit gute Erfolge in der Zucht
erzielt. Es ist nicht einzusehen, dass die in der Praxis von
uns erprobten Zuchtboxenabmessungen, durch willkürlich festgesetzte
Maße geändert werden müssen und deswegen unsere
Mitglieder ihre seit langen Jahren genutzten Vogelhäuser
abreißen sollen.
Vor einiger Zeit habe ich gehört,
dass man den Rauminhalt der vorgenannten Wellensittichzuchtbox
auch für eine Besetzungsgrenze einer Flugvoliere zu Grunde
gelegt hat.
0,25 Kubikmeter, für 2 Wellensittiche.
Das würde bedeuten, dass
zum Beispiel eine Flugvoliere von 2,5 m Länge, 2,2 m Höhe
und 1m Breite mit nur 44 Wellensittichen besetzt werden dürfte.
Diese Auslegung kann nur von jemand gemacht werden, der die Bedürfnisse
der Wellensittiche nicht kennt.
Zunächst muss festgestellt werden, dass ein Wellensittich
ein Schwarmvogel ist, der in Gesellschaft gerne Sozialpflege
betreibt und keineswegs dauernd durch die Gegend fliegen will.
Das ist auch in den vielen Naturfilmen aus Australien zu sehen.
Der Wellensittich fliegt eigentlich nur um zu den Stellen zu
gelangen, wo er sein Futter findet und auch da bleibt er bei
seinem Schwarm dicht bei einander. Da er Futter von den Züchtern
reichlich erhält, hat er das Fliegen in den Volieren nicht
mehr so nötig.
Ich will nachfolgend versuchen eine Besetzungsgrenze nach den
sozial verträglichen Erfordernissen für Wellensittiche
zu ermitteln.
Jeder Wellensittich braucht manchmal natürlich seinen persönlichen
Bereich. Ein Abstand von 15 cm auf einer Sitzstange von einem
Wellensittich zum anderen ist ein Maß, dass jedem Wellensittich
seinen Freiraum lässt. Dieser wird von den meisten Wellensittichen
gar nicht genutzt, weil sie lieber enger zusammen sitzen um sich
gegenseitig zu kraulen.
Der Abstand von einer Stange zur anderen sollte 20 cm betragen.
Wenn die Sitzstangen in einem Winkel von 20 ° untereinander
angeordnet sind ist damit gewährleistet, dass der unten
sitzende Wellensittich den über ihm sitzenden mit seinem
Schnabel nicht erreichen kann.
Sinnvoll könnten auf jeder Seite der Voliere mit den genannten
Maßen, 8 Stangen und einer Verbindungsstange von der einen
zur anderen Seite, angeordnet werden. Zusätzlich sollte
in einer Voliere noch ein Bewegungsrad vorhanden sein. Dieses
Rad animiert die Wellensittiche zu fliegen. So kann man auch
faule in Bewegung halten. Bei der genannten Volierenbreite können
zusätzlich 4 x 80 cm Stangen angeordnet werden. Das ergibt
eine Sitzstangengesamtlänge von 21,6 m. Berücksichtigt
man weiter, dass ¼ der Wellensittiche sich von einem Bereich
zu einem anderen bewegen wollen. Dass bedeutet, dass ein Viertel
der Sitzstangengesamtlänge frei sein muss. Dann kommt man
mit der nachfolgenden Berechnung auf eine mögliche Besetzung
der Voliere.
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21,6 x 3 = 16,2 = 108 Wellensittiche
4 . 0,15 |
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Die Besetzungsgrenze richtet sich im
besonderem Maße nach der Anzahl der Sitzgelegenheiten, die man sozial
verträglich unterbringen kann. Es ist auch selbstverständlich, dass
die Volieren in erforderlichen Abständen gesäubert werden müssen.
Bild 8
Platzbedarf von Wellensittichen in Volieren
Bei dieser Besetzung ist natürlich auch darauf zu achten, dass
genügend Sauerstoff in der Voliere zur Verfügung steht und die
Futteraufnahme in verträglicher Form möglich ist. Zur Verbesserung der
Luft haben sich die Ionengeräte welche Staubpartikel magnetisch
machen, sich gegenseitig anziehen und dann wegen ihrer entstandenen
Größe auf den Boden fallen, gut bewährt. |
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Bild 9
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Das ergibt eine besonders reine Luft, die
sowohl für die Vögel als auch für ihre Züchter, zu empfehlen ist.
Wie aus dem Bild 9, einer Aufnahme
im australischen Busch zu ersehen ist, lieben Wellensittiche
die Nähe ihrer Artgenossen. Sie sind ja auch wie bekannt,
ein Schwarmvogel und sitzen gerne dicht neben einander. Ich denke, dass diese Betrachtung
auch aufzeigt, eine Berechnung für den Besatz einer Voliere
nach dem Rauminhalt, macht keinen Sinn.
ALF ORMEROD trat 1937 in den englischen Wellensittich Verband
ein. Er züchtete über 60 Jahre Wellensittiche. Leider
verstarb er Ende 1989 an einem Herzinfarkt. Anlässlich eines
Vortrages am 12. August 1988 sagte er zur Größe einer
Wellensittichflugvoliere folgen- des aus:
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Die Anzahl von Wellensittichen
die in einer Wellensittichflugvoliere gehalten werden können,
wird durch 3 Faktoren bestimmt:
1. Sitzstangen- Freilänge.
Jeder Wellensittich sollte 6" (15,24 cm) Sitzstangenlänge
zur Verfügung haben.
2. Flugraum
Der Flugraum sollte so beschaffen sein, dass sich die Wellensittiche
in ihrem Flugverhalten, nicht gegenseitig stören. (Es fliegen
nicht alle gleichzeitig.)
3. Futtermöglichkeit
Die Futtermöglichkeiten (auf dem Boden) sollte so beschaffen
sein, dass ein großer Teil
(etwa 20 %) gleichzeitig fressen kann.
In einer Podiumsdiskussion
auf dem 8. Weltkongress, der englischen BS (2000 in Eastbourne
/ England) beantwortete der bekannte englische Wissenschaftler
Prof. Dr. Baker die Frage der Besetzungsgrenze einer Wellensittichvoliere
wie folgt: Pro Wellensittich sollte in einer Flugvoliere oder
einem Käfig eine Sitzstangenlänge von 8" (20,32
cm) zur Verfügung stehen. Die Wellensittiche sitzen durchaus
enger zusammen, die sich daraus ergebenden Sitzstangen- Freilängen
sind für die einen Ruheplatz suchenden Wellensittiche ausreichend.
Das deckt sich auch in etwa mit
meinen Ermittlungen.
Mit Genugtuung habe ich das zur Kenntnis genommen. Es kann also
davon ausgegangen werden, dass die von mir vorgestellte Auslegung
für Besatzungsgrößen von Wellensittichvoliere
richtig sind.
Zu Sitzstangen aus Naturzweigen
möchte ich noch etwas sagen.
Von einem Zuchtfreund habe ich gehört, dass er von seinem
zuständigen Veterinär aufgefordert wurde, die in seiner
Voliere vorhanden Sitzstangen (Hartholz, bearbeitet, rund) durch
Naturzweige zu ersetzen. Das ist, wenn man sich näher damit
beschäftigt bestimmt keine gute Idee.
- Die Stangen lassen sich nicht
gut sauber halten.
- Sie werden von den Wellensittichen zerfressen.
- Die Stangen müssten mindestens etwa alle 6 - 8 Wochen
ausgewechselt werden.
- Wo sollen diese Stangen entnommen werden ohne der Natur zu
schaden?
- Man läuft Gefahr sich Krankheiten ein zu schleppen. (
Stangen verkotet durch Wildvögel)
- Bei Sträuchern mit Astgabeln besteht die Gefahr, dass
sich die Wellensittiche verletzen b.z.w. zu Tode kommen.
(Ich habe zusätzlich einen Naturstrauch auf den Boden meiner
Voliere angeordnet und dabei die Erfahrung machen
müssen,
dass sich einer meiner Jungvögel in einer Astgabel aufgehängt
hat und dadurch zu Tode kam.)
Wenn man alles gegeneinander
aufwiegt, ist der Einsatz von gefertigten Hartholzsitzstangen
sinnvoller.
Zum Schluss möchte ich auch
noch die Quarantäneräume behandeln. Ist eine Seuche
in einer Zucht ausgebrochen, dann wird es erforderlich diese
zu behandeln. Natürlich muss dann die Möglichkeit gegeben
sein in einen Quarantäneraum zu dem nur befugte Personen
Zutritt haben die Vögel zu behandeln.
In den Fällen, wo Vögel in Freivolieren gehalten werden
und natürlich auch dort, wo Handel betrieben wird, wie zum
Beispiel in den Zoogeschäften, ist ein Quarantäneraum
unbedingt erforderlich. Nur in den Fällen, wo die Vögel
einer Hobbyzucht in einem geschlossenen, verschließbaren
Raum gehalten werden, kann ich den Sinn für einen zusätzlichen
Quarantäneraum nicht erkennen. Es ist selbstverständlich,
dass von einem erkrankten Stamm auch an Privatpersonen keine
Vögel abgegeben werden dürfen.
Tritt in einem Vogelstamm eine Seuche auf, dann muss der gesamte
Vogelstamm behandelt werden. Es macht für mich keinen Sinn
alle Vögel aus einem geschlossenen Raum heraus zu fangen
um sie in einen anderen unter zu bringen, in welchem sich die
Vögel bestimmt nicht wohl fühlen werden. Das trägt
bestimmt auch nicht zur gewollten Genesung bei. Im Gegenteil,
sie werden nur noch zusätzlich gestresst. Der Schutz gegen
Ansteckung nicht betroffener Personen ist, in dem geschilderten
Fall auch ohne zusätzlichen Quarantäneraum, voll gegeben.
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